“Nix Geld – nix Liebe!” Mit seinen Verwicklungskommödien erweist sich Erich Koch immer wieder als unerschöpflicher Fundus für die Theatergruppe des TSV Gomaringen, wenn es darum geht, die Zuschauer bei den Winterfeiern bei Laune zu halten. Wie auf den Leib geschrieben passte am Wochenende wieder das Stück des Volksbühnen-Autors aus Pfullendorf. Seit 2003 in ununterbrochener Folge sind die Komödien auch das Herzstück der TSV-Winterfeier.
TSV-Winterfeier – Blick in die Kulturhalle
TSV-Winterfeier: Die Ehrungen
Doch bevor bevor die Lachsalven losbrechen durften, gab es noch etwas zu feiern: Jedes Jahr kürt der TSV Gomaringen die/den Sportler des Jahres. Dieses Mal war das Michael Schwab (“Wurde auch Zeit”, raunte es anerkennend im Publikum). Seit 2006 Abteilungsleiter, gibt er immer wieder “den Wagscheißer” im Stadion. “Michael hält den Verein an seinen beiden stärksten Abteilungen zusammen”, lobt Karin Larsen ihren Schriftführer. Beide Abteilungen wachsen, alle wollen auf den Sportplatz – “das wird mit der Zeit ein bissle eng”, bedauert der Vorstand. Aber Michael Schwab kriege das immer wieder hin.
Der zweite geehrte TSVler ist Peter Stier, den Larsen charakterisierte mit dem Satz “Einmal Sportplatz, immer Sportplatz”. Im Rückblick zeigte sie Stiers aktive und Trainertätigkeit und damit seine Verbundenheit zum Verein auf. “Immer, wenn es dringend nötig war, war Peter zur Stelle”.
TSV-Winterfeier: v.l. Michael Schwab, Karin Larsen, Peter Stier. Bild: Angela Hammer
Tasmanische Nussknackerin
Und dann hob sich endlich der rote Vorhang für den Koch-Dreiakter “Nix Geld – nix Liebe”. Da ging es – wie immer mit Lokalbezug und ironischen Seitenhieben nach Gomaringen, Dußlingen und Nehren – um sehr viel Geld aus einem Lottogewinn, der erst mal verschwiegen wird, obwohl das halbe Dorf davon weiß. Und um die vermeintlich geplatzten Träume, die alle damit hätten finanziert werden können… Um der Handlung noch etwas komische Tiefe zu verleihen, rennen die Protagonisten schon in ihren Kostümen auf der Bühne herum, weil es ja im Hintergrund um eine Theater-Generalprobe im Ochsen geht: im Tütü, als Zeus und Domina, als Hexe und als Vogelscheuche. Es geht darum, dass Liebe ganz viel mit viel Geld zu haben soll und dass auch ganz schnell ahnungslose Vogelscheuchen geheiratet werden, wenn es nur dem Zugriff auf die Millionen dient. Auch wenn sich das als Griff ins Klo erweist… Am Ende bekommen doch alle etwas ab!
Großartig wie immer Volker Lück in der Rolle des Willi Mammut, der trotz frischem Bandscheibenvorfall unbedingt auf die Bühne wollte – unter den Argusaugen von zwei Physiotherapeutinnen in der Crew, wie Karin Larsen versicherte. Laut, präsent und sääährr rrrusssisch Saskia Schumacher als Tamara Molotow, die “tasmanische Nussknackerin” in Pelzmantel und schwarzen Netzstrümpfen. Irgendwie tauchen in den Volks- und Bauerntheaterstücken immer wieder zweideutige Russinnen auf…
Weiter im Team auf der Bühne: Uli Richter, Benni Knoblich, Thomas Schaper, Elke Stier, Stefi Stengel, Gerd Wurster, Claudia Strohmeier und Holger Mayerhoff – wie immer gecoacht und zusammengehalten von Regisseur Gerd Strohmaier.
Opa Zeus alias Thomas Schaper
Wie verschweige ich einen Lotto-Gewinn?
“Wellness”-Hotel vs. Ballettschule
Haue von der Hexe Stefi Stengel
Geächtet wegen des vermeintlich nicht abgegebenen Lottozettels
Zickenkrieg um den Tasmanischen Nussknacker
Der Tasmanische Nussknacker und der Bürgermeister: “Nix Geld – nix Liebe!”
Gerd Wurster muss ins Tütü
Der Bürgermeister und die Volgescheuche
Tombola mit heißen Preisen
Die Winterfeier ist ja seit Jahren aufgeteilt in den Samstag – mit Ehrung, Verlosung, Theater, Bar, Disco und DJ – und den Sonntag, den beliebten Theaternachmittag um 15:00 Uhr, noch einmal mit dem Stück sowie Kaffee und Kuchen. Karin Larsen ist stolz: “Schon toll, dass die Truppe drei Monate probt – nur für diese beiden Aufführungen!”. Bei der Los-Tombola am Samstag gab es wenige, dafür aber hochwertige Preise zu gewinnen, Musical-Karten für Stuttgart im Wert von 250,- €, einen Erlebnis-Gutschein von Förster Catering (150,- €) und eine Bluetooth-Soundbox (110,- €). Zusätzlich hatten sich die sieben Abteilungen des Vereins noch Überraschungspreise einfallen lassen.
Auch wenn noch ein paar Plätze frei waren – der Samstagabend ist sicher auch wegen seines Event-Charakters so gut besucht. Dazu gehört auch das Catering vom Sportpark-Wirt, dieses Jahr zum ersten Mal mit dem frisch vor Ort zubereiteten “Schniposa” (Schnitzel mit Pommes und Salat), das weg ging wie warme Semmeln. Den Service und die Getränke hatten die Sportler übernommen. Das Ehrenamt allerdings, findet Karin Larsen, stößt bei diesem Anspruch insgesamt langsam an seine Grenzen, sowohl vom personellen als auch vom finanziellen Aufwand her.
TSV-Winterfeier mit “Nix Geld – nix Liebe” "Nix Geld - nix Liebe!" Mit seinen Verwicklungskommödien erweist sich Erich Koch immer wieder als unerschöpflicher Fundus für die Theatergruppe des…











