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F3ldm4us — „Pionier zu sein fetzt“
Manchmal findet man Dinge, die einen gleichzeitig schmunzeln und nachdenken lassen. Ich habe vor einiger Zeit eine alte Schallplatte gefunden. Darauf ein Lied mit dem Titel: „Pionier zu sein fetzt.“
Und ganz ehrlich: Allein dieser Satz klingt heute schon wie etwas, das sich irgendein Satiriker ausgedacht hat. Aber nein. Das war ernst gemeint.
Wenn man sich den Text heute anhört, mit unserem heutigen Blick auf Sprache, Politik und Gesellschaft, dann denkt man irgendwann automatisch: Na dann gute Nacht. Die Diskussionen dazu möchte ich teilweise gar nicht führen.
Denn natürlich steckt dort Ideologie drin. Viel sogar. NVA, Volkspolizei, Fahnenappell, Russisch lernen, Pioniernachmittage und eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit Alkohol, bei der heute vermutlich drei Elternbeiräte gleichzeitig Schnappatmung bekommen würden.
Und trotzdem gehört das alles zur Geschichte des Ostens. Nicht als Verherrlichung. Sondern als Realität.
Das Schwierige an der DDR ist oft, dass viele Menschen nur noch Extreme zulassen. Entweder totale Verdammung oder völlige Verklärung. Aber das Leben funktioniert selten so einfach.
Für viele war das damals einfach Alltag. Schule. Freunde. Ferienlager. Erster Kuss. Erste Zigarette heimlich hinter dem Kulturhaus. Und irgendwo lief im Hintergrund eben so ein Lied.
Das bedeutet nicht automatisch Zustimmung zum System. Und genau das verstehen viele bis heute nicht.
Man kann kritisch auf die DDR schauen und trotzdem anerkennen, dass Menschen dort gelebt haben. Gelacht haben. Kinder großgezogen haben. Und Erinnerungen daran haben, die eben nicht nur schwarz sind.
Vielleicht fasziniert mich das Thema deshalb auch so. Weil ich zehn Jahre nach dem Ende der DDR geboren wurde und trotzdem mit so vielen Dingen davon aufgewachsen bin. Mit Geschichten. Mit Gegenständen. Mit diesem eigenartigen ostdeutschen Gefühl zwischen Trotz, Pragmatismus und „Nu isses halt so.“
Und dann sitzt man da, hört ein Lied namens „Pionier zu sein fetzt“ und merkt plötzlich: Geschichte verschwindet nicht einfach. Sie steht manchmal als Schallplatte im Regal. Und schaut einen grinsend an.
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F3ldm4us — “Being a Pioneer Rocks”
Sometimes you find things that make you smile and think at the same time. A while ago, I found an old vinyl record. On it was a song called: “Being a Pioneer Rocks.”
And honestly, the title alone already sounds like something a satirist would invent today. But no. It was completely serious.
Listening to the lyrics now, through today’s standards and discussions, you eventually think: Well… good luck explaining that nowadays.
Because yes, there is ideology in it. A lot of it. The National People’s Army, the People’s Police, Soviet influence, compulsory Russian lessons, pioneer afternoons, and a completely casual relationship with alcohol that would probably give modern parent committees collective panic attacks.
And still, all of that belongs to East German history. Not as glorification. But as reality.
That is often the difficult part about discussing the GDR today. People tend to allow only extremes. Either complete condemnation or full nostalgia. But real life is rarely that simple.
For many people, this was simply everyday life. School. Friends. Summer camps. A first kiss. A first cigarette secretly smoked behind the local culture hall. And somewhere in the background, a song like this was playing.
That does not automatically mean support for the system. And that is something many people still fail to understand.
You can be critical of the GDR and still acknowledge that people lived there. Laughed there. Raised children there. And carry memories that are not entirely dark.
Maybe that is why the topic fascinates me so much. Because even though I was born ten years after the GDR ended, I still grew up surrounded by traces of it. Stories. Objects. And this uniquely East German mixture of pragmatism, stubbornness and “Well… that’s just how it is.”
And then you sit there, listening to a song called “Being a Pioneer Rocks,” and suddenly realise: History does not simply disappear. Sometimes it sits on a vinyl record shelf. Quietly grinning at you.













