Gegen Sechs aufgestanden, gepackt, gefrühstückt und dann mit dem Auto zum Flughafen. Dort habe ich die Schlüssel wie abgesprochen unter die Fußmatte gelegt und habe dann eingecheckt. Mit einer ATR (Propellermaschine) sind wir dann die rund 200 km in einer Dreiviertel-Stunde nach Raiatea, der zweitgrößten Insel Französisch-Polynesiens, geflogen. Dabei hatte ich, da ich vorn links saß, einen schönen Blick auf Moorea und bei der Ankunft selbiges mit Raiateas Ostküste. Ich hab mir dann für zwei Tage einen Fiat Panda gemietet und bin erstmal in eine Marina gefahren, um nach einer Tauchschule zu schauen. Es gibt nämlich ein großes Wrack (die Nordby) an der Nordostseite, welches ich gerne betauchen würde. Es war aber niemand da. Dann bin ich zu meiner Unterkunft gefahren, nur um schon mal zu schauen. Ich kann ja erst 14:00 einchecken. Also bin ich in die Inselhauptstadt Uturoa gefahren, wo aber gerade das riesige Kreuzfahrtschiff, welches ich vor zwei Tagen in Papeete gesehen habe, seine Passagiere in unglaublichen Mengen auf die Insel entlud. Die hatten dann so zwei oder drei Stunden Landgang, da ja nicht alle auf einmal heran transportiert werden können. So war es ein ständiger Austausch von Menschenmassen. Es gab sogar eine Musik-und Tanzshow, wobei der Käptn (oder einer seiner Offiziere) als Ehrengast mittanzen musste. Ojeh, ojeh.
Dann habe ich mir noch etwas Streetart angesehen, habe Essen eingekauft und bin dann 14:00 wieder zum Studio Tenape, meiner Unterkunft, gefahren. Hier empfing mich Fabien, um mir alles zu zeigen und zu erklären. Mein „Studio“ hat den Charme eines Behandlungszimmers, keinen Zugang zum Wasser, kein WiFi und kostet über 100€ pro Nacht. Das war das günstigste, was ich finden konnte, abgesehen von einem Bett im Schlafsaal. Da ich kein Internet habe und meine Simcard nicht funktioniert, bin ich jetzt also völlig offline. Mal sehen, ob ich morgen im Vini-Shop die Simcard tauschen kann. Um die Zeit zu nutzen, bin ich noch Richtung Süden gefahren und dann auf einen Pass, von dem man einen schönen Ausblick auf die spektakulären Gipfel ringsum hat. WENN, ja wenn es nicht wieder regnet. Hat’s aber! Das Wetter hier ist ähnlich wie auf Tahiti, mit dem Unterschied, dass man hier auch in die Berge fahren kann, wo es naturgemäß mehr regnet. Aber trotzdem bin ich von der hiesigen Natur total beeindruckt. Super schöne Bergkämme, schroffe Gipfel, spektakuläre Inselchen vor der Küste und ein überwucherndes Grün machen die Landschaft hier wirklich atemberaubend. Ich bin sehr angetan. Das einzige, was es nicht wirklich gibt, sind weiße Sandstrände. Überhaupt gibt es kaum Strände, aber einen kleinen bräunlichen habe ich auf der Rückfahrt entdeckt. Die schönen Strände sind alle auf den sogenannten Motus. Das sind die kleinen Riffinseln, welche die beiden großen Schwesterinseln Raiatea und Tahaa (auch Ra‘iātea und Taha‘a) in einer gemeinsamen Lagune umgeben. Sieht aus der Luft aufgrund der verschiedenen Blau- und Türkis-Töne unglaublich schön aus. Hier werden auch die berühmten schwarzen Perlen gezüchtet. Ich habe gestern in Papeete mal in ein paar Schaufenster geschaut - alter Spalter, da kann man richtig Geld lassen. Umso mehr freue ich mich über meinen Kauf auf Tonga. Mehr wird nicht verraten.