Diesmal möchte ich erklären, wieso wir uns diesen "Stress" mit dem Herbsttraining antun und für was es gut sein soll ;) Hierbei beschreibe ich nicht den Ablauf bei "Explore the North" oder "Äkäskero", sondern was ich von beiden gelernt habe und was ich noch von anderen Mushern weiß.
Ziel des Trainings ist es die Hunde langsam, aber effektiv an das Ziehen schwerer Lasten und an das Laufen langer Strecken zu gewöhnen.
Im Herbst (Ende August/Anfang September), wenn die Temperaturen auf ca. 10°C fallen, beginnt das Training. Hierfür benutzt man ein Quad (oder auch ATV genannt) oder einen dafür ausgelegten Trainingswagen. Ich persönlich habe nur Erfahrungen mit dem Quad, da man damit mehr Hunde auf´s Mal trainieren kann.
Bei den Quads macht man auch wieder Unterschiede zwischen motorisiert und unmotorisiert. Vor einem Motorisiertem spannt man 10-16 Hunde ein, je nach Gewicht des Fahrzeugs und der fahrenden Person. Bei einem Unmotorisiertem 6-10 Hunde (wieder unter den gleichen Voraussetzungen). Eine Rolle spielt auch die Erfahrung des Fahrers, denn: je mehr Hunde, desto mehr Stress.
Man fängt mit kurzen Strecken an. Zum Beispiel fährt man die ersten Male 5km pro Trainingsrunde pro Tag. Wenn die Hunde keine Probleme mehr haben die Strecke zu ziehen (nach bspw 8 Trainingsrunden), erhöht man auf 10km. Nachdem das gut läuft, geht es weiter mit 15km, 20km... Irgendwann (eigentlich Mitte/Ende Oktober) kommt der Schnee und man steigt auf die Schlitten um. Dazu mehr, wenn es soweit ist.
Beim Fahren ist zu beachten, dass man in einem gleichmäßigem Tempo und nicht zu schnell fährt. Die Hunde sollen lernen zu ziehen, nicht einfach nur zu rennen. Natürlich hilft man den Hunden auch mal, wenn es einen steilen Berg auf geht durch mitlaufen.
Wichtig ist auch, eine gewisse Ausdauer bei den Hunden auf zu bauen. Sie können bis über 20km/h vor dem Quad laufen, aber da geht auch ihnen schnell die Puste aus. Deswegen reguliert man die Geschwindigkeit durch Bremsen bis die Hunde z.B. 15km/h laufen. Ein Musher sagte mal: "Wenn 90% der Hunde traben, dann ist das Tempo gut." Finde ich ist eine gute Richtlinie.
Vor allem schaut man auf die Hunde. Laufen sie gut? Haben sie nicht in den Leinen verfangen? Haben sie vielleicht irgendwelche Verletzungen (offene Pfoten)? Und so weiter.
Meine persönliche Meinung ist: lieber weniger Hunde, die besser zu kontrollieren sind, und langsamer und länger wenige Kilometer fahren. So ist es entspannter für die Hunde und für sich selbst.