2010–2015 (und wohl noch länger)
TAN-Generatoren für (die wenigen) Niederländer ohne Smartphone
Will man online Bankgeschäfte erledigen, muss man sich früher oder später mit einem Code legitimieren, der idealerweise nur Berechtigten zugänglich ist. Es gibt unterschiedliche Verfahren, wie man an diese Codes kommt. Das älteste mir bekannte beruht auf ausgedruckten, durchnummerierten Listen mit Transaktionsnummern (TAN), die man von der Bank zugeschickt bekommt und die beim Onlinebanking in willkürlicher Reihenfolge abgefragt werden (›Geben Sie TAN 43 ein‹). Wenn man eine TAN benutzt hat, streicht man sie von der Liste, sodass man sieht, wann die Nummern aufgebraucht sind, und eine neue Liste ordern kann.
Durch ein Konto bei der niederländischen Rabobank habe ich in den letzten Jahren zwei andere Verfahren kennengelernt und genutzt. Beide Verfahren beruhen auf einer Kombination der Bankkarte mit einem kleinen Apparat, den die Bank zur Verfügung stellt. Der linke Apparat heißt ›Random Reader‹ und ist der Vorgänger des rechten Apparats, der ›Rabo Scanner‹ heißt.
Der vor über zehn Jahren eingeführte Random Reader spricht Englisch und Niederländisch, hat ein zweizeiliges LCD sowie wenige Tasten, die nicht selbsterklärend sind. Will man auf sein Konto zugreifen, führt man seine EC-Karte in das Gerät ein, drückt ›I‹ (für ›Inloggen‹) und gibt seine vierstellige PIN ein. Daraufhin erscheint ein achtstelliger ›toegangscode‹, der einem, zusammen mit der Kontonummer und der Kartennummer der Bankkarte, Zugang zu diesem Konto verschafft. Drückt man auf ›menu‹, wird man gefragt, ob man sehen will, wie viel Geld sich auf der Karte befindet (in meinem Fall: €0,00). Diese Funktion bezieht sich auf einen 2015 abgeschafften, der deutschen Geldkarte ähnlichen Dienst namens ›Chipknip‹. Die ›S‹-Taste (für ›Signeren‹) braucht man, um etwa Überweisungen durchzuführen. Man schiebt dafür die Karte ins Gerät, drückt ›S‹, gibt seine PIN ein und wird aufgefordert, mehrere Codes vom Bildschirm abzutippen und jeweils mit der ›OK‹-Taste zu bestätigen: erst eine achtstellige Kontrollzahl, dann bei hohen Beträgen noch eine achtstellige Kontrollzahl (wenn ich mich recht erinnere), zuletzt die Vorkommastellen des zu überweisenden Betrags. Als ich das Gerät für diesen Beitrag noch mal ausprobiere, stellt sich heraus, dass man bis zur ›10e invoer‹ (10. Eingabe) weiterdrücken kann, wenn man jedes Mal irgendwelche Unsinnszahlen eingibt. Nach der 10. Eingabe oder dann, wenn man bei einer Aufforderung nichts eingibt und direkt ›OK‹ drückt, bekommt man einen achtstelligen ›signeercode‹, mit dem man die Überweisung freischalten kann. Die Art der Kontrollzahlen, die man eingeben muss, hat sich in den Jahren, in denen ich das Gerät benutzt habe, ein paar Mal geändert. Die beschriebene Variante war meines Wissens die letzte, bevor der Random Reader abgeschafft wurde.
Ersetzt wurde er durch den Rabo Scanner, der ab Ende 2014 verteilt wurde. Der hat ein Farbdisplay, kann ebenfalls Englisch und Niederländisch und hat, außer den Zahlentasten, nur zwei unbeschriftete orangefarbene Tasten, die je nach Displayanzeige belegt werden. Mein Rabo Scanner wurde – laut den Informationen, die ich abrufen kann, wenn ich meine Bankkarte ins Gerät schiebe – am 25. Juni 2015 von (oder für) CrontoSign hergestellt und hat Versionsnummer 7.0.30. Anders als sein Vorgänger hat der Rabo Scanner auf der Rückseite eine kleine, niedrig auflösende Kamera. Und anders als bei seinem Vorgänger funktionieren das Einloggen und das Freischalten einer Überweisung jetzt praktisch identisch: Man schiebt die Karte ins Gerät, gibt seine PIN ein und scannt mit der Kamera eine photoTAN, also ein Quadrat mit darin scheinbar zufällig angeordneten roten, blauen und grünen Punkten, das nach Eingabe von Konto- und Kartennummer bzw. nach Eingabe der Überweisungsdaten auf dem Bildschirm angezeigt wird. Stimmt alles, erhält man in beiden Fällen einen achtstelligen Code, mit dem man auf das Konto zugreifen bzw. die Überweisung freischalten kann. Das fehlerbehaftete Abtippen von vielstelligen Kontrollzahlen ist nicht mehr nötig.
Von dieser Erleichterung profitieren dürfte vor allem die – vermutlich schrumpfende und im Durchschnitt relativ alte – Gruppe derer, die Onlinebanking ausschließlich mithilfe eines solchen Geräts betreiben. Die meisten Niederländer haben ein Smartphone, mit dem man auch photoTANs scannen oder gleich den Großteil der Bankgeschäfte abwickeln kann.
(Christopher Bergmann)












