Von F-Tasten und rätselhaften Funktionsschwankungen beim TAN-Generator
Ich erledige seit langem meine Bankgeschäfte ausschließlich online. Das letzte Mal, als ich eine Bankfiliale betreten habe, war, als ich meinen defekten TAN-Generator umtauschen musste. Also den TAN-Generator, von dem ich dachte, er wäre defekt. Was, wie sich zeigen wird, nicht der Fall war.
Der TAN-Generator hat nach Aussage meiner Bank die zuvor per Post versendeten TAN-Listen abgelöst, weil dieses Verfahren sicherer sei. Ich habe von Anfang an über dieses nachgerade altertümlich anmutende, optisch einem billigen Taschenrechner ähnelnde Gerät gestaunt. Es liest die Bildinformationen flackernder Streifen vom Bildschirm ab, an den man es zu diesem Zweck in einem bestimmten Winkel halten muss. (Wozu die ganzen Zahlen-Tasten gut sind, weiß ich gar nicht. Ich brauche nur die “F”-Taste links oben.)
Mein erster TAN-Generator funktioniert etwa ein halbes Jahr lang tadellos. Ab dann nur noch mit sehr variablen Ergebnissen: bei manchen Buchungen gar nicht. Bei einigen nach mehreren Versuchen. Manchmal nach einigen Stunden wieder.
Die Bank tauscht das Gerät anstandslos um. Doch mit dem neuen, identischen Generator habe ich genau das gleiche Problem. Ich probiere herum und ärgere mich. Immer dann, wenn es gerade besonders eilig ist, funktioniert die Buchung nicht. Nach und nach finde ich die Benennung der F-Taste immer zutreffender.
Mit der technischen Hotline meiner Bank versuche ich die Ursache einzugrenzen: Halte ich das Gerät womöglich im falschen Winkel an den Monitor? Habe ich die Größe des flackernden Streifencodes richtig eingestellt? Man habe von diesem Problem jetzt schon öfter gehört. Manche Kunden hätten es, andere nie. Man wisse auch nicht genau, warum.
Auf Google finde ich Anleitungen, wie man die Bildschirmfrequenz ändert, weil das oft der Grund sein solle.
Ich probiere herum. Mal hilft es, Winkel oder Größeneinstellung zu ändern, mal nicht. Meine Bildschirmfrequenz ist bereits TAN-Generator-optimiert.
Dann klappt es aber monatelang gut, ohne dass ich weiß, wieso, bis das Problem plötzlich wieder losgeht.
Ich bin schon drauf und dran, wieder meine Bankfiliale vor Ort aufzusuchen, da bringt mich bei einem erneuten Anruf bei der Hotline der betreffende Mitarbeiter auf die richtige Spur: Der Generator funktioniere nämlich nicht, wenn zu viel Licht seitlich einfalle. Ob mein Computer am Fenster stehe? Ich bejahe. Dann solle ich den TAN-Generator, wenn ich ihn an den Monitor halte, mit irgendetwas gegen das Licht abschirmen.
Ich probiere es aus. Geht tadellos. Seither tut mein TAN-Generator jedes Mal seinen Dienst. Ich habe jetzt immer ein Buch neben dem Monitor liegen und balanciere nun in der einen Hand den Generator, so dass er nicht abrutscht. Mit der anderen halte ich die Abschirmung.
Ach ja, ich habe mir auch erarbeitet, warum das erste Gerät im ersten halben Jahr immer zuverlässig seinen Dienst tat: Ich hatte es im späten Herbst bekommen. Meistens erledige ich Bankgeschäfte in den Arbeitstags-Randstunden, also morgens zuerst, wenn ich hereinkomme, oder abends zuletzt, bevor ich das Büro verlasse. Nur im Winter habe zu diesen Zeiten keinen direkten Lichteinfall. Ab dem frühen Frühjahr allerdings wird die Sonne bereits morgens vom gegenüberliegenden weißen Haus in mein Fenster reflektiert, nachmittags scheint sie direkt hinein.
Das erklärt dann auch die wechselnden Ergebnisse: Bei schlechtem Wetter oder wenn ich sehr lange im Büro bin, sind die Lichtverhältnisse auch in der hellen Jahreszeit TAN-Generator-günstig.
Von der künstlichen Beleuchtung fühlt sich das Gerät übrigens nicht gestört.