Wir laden herzlich ein zur Vernissage mit Pressetermin der Plakataktion „Our Stories – Geschichten von Geflüchteten und Helfenden“ am 8. Oktober 2015 um 16 Uhr vor der Agneskirche, Neusser Platz 18, 50670 Köln.
Ein Jahr später: Welche Geschichten gibt es heute zu erzählen?
Ein Jahr nach einer ersten Plakataktion wollen wir wissen, was sich in der Zwischenzeit getan hat bei den Geflüchteten, deren Geschichten wir vor einem Jahr auf die Plakatwände gebracht hatten. Dabei fragen wir auch: Welches Verhältnis haben sie heute zu Deutschland, zu ihren neuen Nachbarn? Außerdem interviewen wir Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren und die so aus eigener Anschauung etwas zur gesellschaftlichen Debatte über Migration und Integration beitragen können.
Wir, das ist eine Projektgruppe, die aus der Initiative Willkommen in Agnes in der Kölner Nordstadt hervorgegangen ist.
Unser Anliegen: Ins Gespräch miteinander kommen
Unser Thema hat in den vergangenen zwölf Monaten viele neue Facetten und eine neue Komplexität erhalten: Nicht zuletzt durch die Ereignisse in der Silvesternacht sind kritische Stimmen lauter geworden, die das Engagement für Flüchtlinge in Frage stellen. Und es gibt auf beiden Seiten – bei den Geflüchteten und den Helfenden – viele Missverständnisse. Auch diese Aspekte werden wir auf den Plakaten abbilden. Unser Anliegen ist zu verstehen, Verständnis zu vermitteln. Einfache Antworten sind nicht möglich. Es geht uns darum gute Fragen finden, über die man miteinander ins Gespräch kommt.
Die Ergebnisse unserer Gespräche werden von so genannten „Visualisierern“ – Grafikern, die sonst professionell die Resultate von Meetings und Konferenzen visualisieren – auf zehn Großplakatwände aufgezeichnet.
Die Agneskirche als Atelier
Die Plakate werden derzeit in der St.-Agnes-Kirche mit Grafiken und Texten gestaltet und ab Samstag, den 8. Oktober 2016, rund um die Kirche im Kölner Agnesviertel präsentiert. Sie bleiben dort voraussichtlich bis zum 12. November 2016 als Open-Air-Ausstellung stehen.
Ausführlich dokumentiert und begleitet wird dies hier im Blog mit Fotos, Texten und Interviews. Finanziell gefördert wird die Ausstellung von der „Aktion Neue Nachbarn“ des Erzbistums Köln.
Beim Pressetermin am Samstag erläutert Pastoralreferent Peter Otten die Hintergründe der Plakataktion und Visualisierer Martin Haussmann (bikablo® akademie für visuelles Denken, Lernen und Zusammenarbeiten) erklärt den kreativen Prozess.
Heute kam es zu bemerkenswerten Begegnungen in der Agneskirche: Zwei der Geflüchteten, die den Künstlern ihre Geschichten erzählt hatten, haben zum ersten Mal ihre Plakate gesehen. Die Plakate, auf denen ihre Geschichte visualisiert wurde.
Der junge Mann aus Eritrea war da, dessen Plakat als Erstes fertig wurde. Lange Jahre der Flucht, eine wahre Odyssee, liegen hinter ihm. Ich lernte ihn bei unserem gemeinsamen Essen kennen und diese Begegnung geht mir sehr nach. Es ist kaum nachvollziehbar, was diese Jahre der Ungewissheit und die Erlebnisse mit einem Menschen machen. Ob er überhaupt noch weiß, wie das ist, irgendwo anzukommen? Sicher zu sein? Zuhause zu sein? Ich hoffe, er wird dieses Gefühl hier bei uns entwickeln können.
Und Friederike war da. Ihre Flucht liegt bereits 70 Jahre zurück. Mit ihrer Familie wurde sie damals freundlich aufgenommen. Seitdem möchte sie den Menschen etwas zurückgeben und engagiert sich seit Jahren auf der ganzen Welt tatkräftig unter anderem in der Flüchtlingshilfe. Dass sie Teil unserer Aktion wird, ist also ein doppelter Glücksfall. Und heute traf sie auf Heidrun, die ihre Geschichte visualisierte.
Bis morgen in den späten Abend wird vermutlich noch gearbeitet werden. Wobei ich immer wieder staune, wie zügig die Plakate entstehen. Sie wurden nach den Gesprächen mit unseren Protagonisten vorbereitet. Mit einem Projektor werden die Vorlagen dann auf die Plakatwände geworfen und los geht’s!
So entsteht nach und nach die Ausstellung. Am Samstagmorgen treffen wir uns dann in der Früh und bauen auf. Rund um die Agneskirche stehen die Plakatwände dann zum Ansehen und Lesen bereit.
Stefan und Heidrun sind bereit. Die Malarbeiten an #ourStories geht weiter. Wer Lust und Gelegenheit hat: Im Innenraum von St. Agnes (Köln) kann man sich das noch heute und morgen ansehen.
Heute wurden die Plakate angeliefert, auf denen die Geschichten der Geflüchteten visualisiert werden. Ab dem 12. September werden die Plakate dann rund um St.Agnes zu sehen sein.
Bei der Gelegenheit entstand ein Gespräch mit Martin Haussmann über das Projekt und die Idee dahinter, das man hier nachhören kann.
Ab dem 12. September werden die Plakate rund um St. Agnes in Köln zu sehen sein.
Willkommen in Agnes: Kennenlernen, erzählen und miteinander essen
Wir möchten die Geschichten von Geflüchteten sichtbar machen. Eine entschlossene und motivierte Gruppe von Menschen aus dem Agnesviertel haben sich gefunden, um hierfür eine Plakataktion auf die Beine zu stellen. Im Hintergrund wurden derweil Kontakte zu Geflüchteten geknüpft, die ihre Geschichte erzählen, über ihre Heimat oder ihre Wünsche und Hoffnungen sprechen möchten. Uns ist allen bewusst, dass viele Menschen traumatisiert nach Deutschland kommen, manche erst nach Jahren der Flucht und nach furchtbaren Erlebnissen.
Es braucht Vertrauen und ein Kennenlernen. Was eignet sich besser als ein gemeinsames Essen, um ins Gespräch zu kommen?
An einem sonnigen und warmen Sonntag trafen wir uns in der Alten Feuerwache. Bei selbstgekochtem Essen stellten wir einander vor. Auf einer Weltkarte markierten wir, woher wir kommen und in welche Länder uns unser Leben bisher geführt hatte. Martin Haussmann führte uns allen anhand seiner eigenen Biografie vor, wie die Aufzeichnung der Geschichten mithilfe von Graphic Recording visualisiert werden wird.
Es waren wunderbare und sehr berührende Stunden, in denen Nähe und Vertrauen möglich wurden.
„Our Stories“ – Geschichten von Menschen auf der Flucht
Eine Plakataktion der Initiative „Willkommen in Agnes“
Stell Dir vor, Du musst Deine Heimat verlassen – mit nicht viel mehr, als was Du am Leib trägst – und dann auf eine lebensgefährliche Reise mit unbekanntem Ziel gehen!
Nein, ehrlich gesagt können wir das uns nicht vorstellen. Die ganze Situation ist uns fremd. Und auch die Menschen sind uns fremd, die derzeit aus fernen Ländern zu uns flüchten.
Gegen dieses Gefühl der Fremdheit möchten wir unbedingt etwas unternehmen! Wir, das ist ein kleine Gruppe von Bewohnern des Kölner Agnesviertels, die sich in der Initiative „Willkommen in Agnes“ engagieren.
Man kann Geflüchtete besser verstehen, akzeptieren und unterstützen, wenn man sie und ihre Geschichten kennenlernt. Davon sind wir überzeugt. Daher haben wir die Geschichten von Menschen zusammengetragen, die Flucht und Vertreibung erlebt haben. Wir haben sie nach den Gründen für ihre Flucht, ihren Erlebnissen und ihren Ängste, aber auch nach Wünschen und Hoffnungen gefragt.
Graphic Recorder - die normalerweise professionell die Ergebnisse von Arbeitsmeetings oder Konferenzen visualisieren - haben diese Geschichten (auf)gezeichnet. In einer Plakataktion, die ab dem 12. September rund um die Kirche St. Agnes stattfindet, werden wir die Geschichten präsentieren. Mit diesen Plakaten lassen wir die Betroffenen zu Wort kommen, sie erzählen selbst, in ihren eigenen Worten. Die Aktion steht daher unter dem Titel „Our Stories“.
Hier im Blog begleiten und dokumentieren wir die Aktion, und Sie finden hier Informationen zu den Hintergründen und zum Making-of der Plakate.