Regentag
Rainy day
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Regentag
Rainy day
Ich entschied mich für das Alleinsein, immer und immer wieder. Ich drängte jeden Menschen weg, der mir zu nahe kam. An vielen Tagen fühlte es sich wie Freiheit an. Aber an Tagen wie diesen, wenn es draußen regnete und es war, als würde meine Welt über mir zusammenbrechen, wurde aus dem Alleinsein Einsamkeit. Und Einsamkeit war schwer zu ertragen.
„Du riechst nach Spritzgebäck“, murmelt er als ich mich neben ihn kuschele.
Ich schmunzle „Woran das wohl liegt.“
Er nimmt mich in seine Arme und ich fühle seinen ruhigen Atem auf meiner Haut.
„An Regentagen kann man nicht so wahnsinnig viel machen und Malika hat mich gefragt, ob ich ihr beim Backen helfen will“, erkläre ich ihm.
„Aber du könntest auch lesen oder hier sein und mit mir kuscheln.“ Sein Gesichtsausdruck ist trotzig.
„Ich weiß. Und du könntest mir bestimmt auch nicht verzeihen, wenn ich dir warme Plätzchen mitgebracht hätte, oder?“
Er grinst und überlegt kurz bevor er antwortet. “Das würde es schon etwas verbessern. Wenn du dann noch den restlichen Tag hier bei mir bleibst und dem Regen zuhörst dann würde ich dir wahrscheinlich sogar verzeihen.“
Ich lache leise und gebe ihm einen Keks. „Hier du kleines Grummelkind und jetzt lass mich unter die Decke.“
A Rainy Day at Enko-ji by Patrick Vierthaler