Heute Morgen bin ich aufgewacht und dachte für ungefähr 0,2 Sekunden, dass das Leben vielleicht doch nicht komplett gegen mich arbeitet.
Ein süßer Gedanke. Fast schon romantisch.
Dann hat mein Gehirn sich gestreckt, gegähnt und gesagt: ‚Ach stimmt, wir hassen ja alles. Weiter geht’s.‘
Also sitze ich da, trinke meinen Kaffee, der mehr nach Verzweiflung als nach Bohnen schmeckt, und beobachte, wie die Welt wieder versucht, mich mit ihren täglichen Überraschungsangriffen zu beeindrucken.
Spoiler: Es klappt.
Ich bin beeindruckt.
Negativ.
Aber beeindruckt.
Auf dem Weg zur Arbeit habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht in einer dieser Serien lebe, in denen der Protagonist ständig Prüfungen bekommt, um „stärker zu werden“.
Falls ja:
Ich würde gerne kündigen.
Ich habe genug Charakterentwicklung.
Ich bin fertig.
Ich bin durch.
Ich bin ein DLC, der nie erscheinen sollte.
Und dann, mitten im Chaos, merke ich:
Ich funktioniere trotzdem.
Irgendwie.
Wie ein alter Laptop, der bei jedem Öffnen fragt, ob er nicht lieber sterben darf, aber trotzdem hochfährt, weil er weiß, dass niemand sonst den Job macht.
Und genau das ist der Plot-Twist des Tages:
Ich lebe weiter.
Ich mache weiter.
Nicht, weil ich motiviert bin.
Nicht, weil ich Hoffnung habe.
Sondern weil ich zu stur bin, um aufzugeben.
Passiv-aggressive Existenz nennt man das, glaube ich.
Also ja — die Welt brennt, mein Kopf brennt, mein Kaffee ist kalt, und mein Wille zu leben ist irgendwo zwischen „geht so“ und „lol“.
Aber ich bin noch da.
Und manchmal reicht das…











