"Es ist eine grausame Ironie des Lebens, zu wissen, was einem fehlt, aber zu erkennen, dass es für immer unerreichbar bleibt."
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"Es ist eine grausame Ironie des Lebens, zu wissen, was einem fehlt, aber zu erkennen, dass es für immer unerreichbar bleibt."
Ich gehe heute auf eine Konfirmation.
Also basically ein Event, bei dem Kuchen und unterdrückte Familienprobleme gemeinsam serviert werden.
Wenn ich unter Menschen bin, fühle ich mich wie ein Koala in der Antarktis: völlig fehl am Platz und umgeben von komischen Vögeln.
ich muss heute wieder telefonieren und jedes mal merke ich, wie viel einfacher schreiben ist, reden erschöpft mich währenddessen tippen sich sicher anfühlt. ich kann überlegen, wie ich etwas formuliere, beim sprechen bleibt dafür keine zeit, nur dieses kleine stolpern über worte, die sich noch nicht sicher fühlen
das letzte mal war es gar nicht so schlimm, die person am telefon meinte sogar, ich soll bleiben wie ich bin. anscheinend war ich mit meiner art doch sehr sympathisch und das, obwohl ich mich nicht verstellt habe, was ja sonst üblicherweise so ist, wie es uns beigebracht wird: sei bloß nicht du selbst, wenn du nicht dem ideal entsprichst
"Frohes neues Jahr"...Oder wie ich es nenne Level 2025 in diesem Überlebensspiel
Bankrott
Dass es ihm gut geht, konnte er nicht von sich behaupten. Er fühlte sich matt und abgeschlagen, richtig ausgepumpt. Die Sorgen machten ihn fast unfähig, klar zu denken. Seine finanzielle Situation war ein einziges Desaster.
Ja, früher hatte er mal gut dagestanden. Er konnte anlegen, einnehmen und ausgeben – eben gut wirtschaften. Dafür war er ein Musterbeispiel gewesen und alle hatten davon profitiert.
Für diesen Erfolg schiuftete er unermüdlich. Das damals Geliehene verdoppelte er in kurzer Zeit mit eigener Hände Arbeit und verzehnfachte es später mit Hilfe anderer. Was waren das für golden Zeiten gewesen!
Und wie hilflos versuchte er jetzt das Letzte, was ihm geblieben war, zu verwalten, umzuschichten oder zu verlagern. Er kam sich mittlerweile vor wie ein Flickschuster. Und draußen standen die Gläubiger und mahnten. Noch schlimmer waren die, die er vor Jahren mit großzügigen Spenden bedacht hatte. Im Laufe der Jahre waren ihre Forderungen immer lauter und unverschämter geworden.
Ja bemerkte denn niemand, wie es ihm ging? Fühlte keiner, wie notdürftig er seine Probleme zu verbergen suchte?
Der Gedanke an die Zukunft machte ihm Angst. Er wagte es nicht einmal, seinen besten Freunden reinen Wein einzuschenken. Wenn er sich mit ihnen traf, verteilte er Geschenke, tafelte fröhlich mit ihnen und vermittelte einen sorglosen Eindruck. Und dann hielt er eine Rede, in der er seiner Zufriedenheit Ausdruck verlieh, wie gut er sich in der Gesellschaft fühle und dass er sich schon auf das nächste Treffen freue.
Er spielte immer noch leidenschaftlich gern und ließ es sich nie anmerken, wie er heimlich litt, wenn er verlor. Seine hohen Einsätze zu reduzieren, daran hätte er im Traum nicht gedacht. Die anderen könnten ja daraus Rückschlüsse ziehen und merken, wie es um ihn bestellt war. Also hielt er kräftig mit und sein lautes Lachen war weithin zu hören.
Wenn er dann heimkam, fiel er in sich zusammen. Er fragte sich in diesen schwachen Stunden, wie lange es ihm noch gelingen würde, seinen wahren Zustand zu verbergen.
Er, der Starke, der Mächtige lag übel zugerichtet am Boden!
Seine Gesundheit war unterdessen alles andere als gut. Die Jahre hatten seiner Haut schlimm mitgespielt. Sie war an einigen Stellen so dünn geworden, dass ungehindert Viren und Bakterien eindringen konnten. Salben, Wässerchen und Pillen waren dagegen nutzlos, und Antibiotika hätten seinem ohnehin schon angeschlagenen Kreislauf den Rest gegeben. Der kleinste Klima-Umschwung versetzte ihn jedes Mal in Panik. Also erzählte er, dass er mit dieser dünnen Haut gut leben könne, die Krankheitserreger machten ihm nichts aus, dagegen sei er resistent. Den Schmerz, den sie ihm bereiteten, zeigte er nicht.
Über seinen angeschlagenen Stoffwechsel sprach er nicht einmal mit seinen Hausärzten. Diese standen aufgeregt um ihn herum und rieten ihm dies und jenes. Aber er wischte ihre guten Ratschläge mit einer einzigen Handbewegung vom Tisch.
Da halfen wohl keine Rezepte und Kuren mehr, keine Spritzen und Medikamente, keine Operationen und schon gar keine psychologischen Behandlungen.
Irgendwann würde er kollabieren. Das finanzielle Desaster würde ihm das schwache Herz brechen und den Rest würden die Bakterien in seinem Körper übernehmen.
Aber sein Leichenschmaus wäre ein wunderbares Fest für alle, die ihn eigentlich noch nie leiden konnten - den Deutschen Staat...
Aus aktuellem Anlass mal eine Geschichte aus den 90-gern!
Ich bin wieder unter den Lebenden. Als einzige Tote.
•Shunyatah | Gedanken.