Seit Sommer 2019
Knopflos unglücklich
Wir ziehen mit unserem Büro um. Im neuen Büro ist ein größerer Raum, der sich als Küche und “Sozialraum” anbietet. Weil keine Küchenzeile eingebaut ist, suchen wir eine aus: das Ausstellungsmodell einer Eckzeile, die wir begradigen. Das wäre übrigens eine Geschichte für sich.
Zu dem Angebot der Küche gehören alle Elektrogeräte, so auch eine schick aussehende Dunstabzugshaube.
Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass die Dunstabzugshaube ein großes Design-Manko hat. Denn, wo sind die Bedienknöpfe? Die Front besteht aus einer schwarz getönten Glasscheibe, in der Sensorflächen eingearbeitet sind, mit der man das Licht schalten und das Gebläse regeln kann.
Dumm nur, dass man sie praktisch nicht sehen kann. Wenn man direkt davor steht, kann man zwar gut sehen, ob die Haare noch liegen, aber wo die Knöpfe sind, bleibt (so gut wie) verborgen. Nur wenn man unter einem spitzen Winkel von der Seite guckt, hat man am ehesten eine Chance, die Sensorflächen zu entdecken. Dann muss man aber auch bereits ungefähr wissen, wo man suchen muss. Es ist eine einzige Designkatastrophe.
Sicherlich werden irgendwann Post-It-Zettelchen an der Glasscheibe das Auffinden der Schalter erleichtern.
Nachtrag: Beim Blick auf einen Touchscreen ist mir ein Licht aufgegangen. Irgendwann ist man so genervt vom ständigen Reinigen der hochglänzenden Oberfläche, dass man es seinlässt. So werden die Bedienflächen im Laufe der Zeit durch die Intensität der Fingerabdrücke sichtbar. Dass das bei uns im Büro nicht der Fall ist, liegt daran, dass sehr selten gekocht wird.
(Markus Winninghoff)











