Log 2 - (Quasi) Ein Prolog
Kommen wir dazu, wie es dazu gekommen ist, dass wir nach Schweden gekommen sind. Und ich beginne am besten da, wo das ganze für mich angefangen hat. Nämlich auf dem Klo. Mit der Erkenntnis, das meine Ma dass doch wahrscheinlich ernst meinte, als sie Schweden als Urlaubsziel genannt hatte. Ich war jetzt weder positiv noch negativ überrascht, nur… verdutzt. Verdutzt, dass das jetzt doch offiziell war: Familienurlaub in Schweden. Und zwar zur Hauptsache wegen mir, wegen meinem Australiengedöns. Noch dazu ist es bei Jungs meines Alters (bzw. Männern, wobei dieser Begriff allerdings verhaltenstechnisch nicht immer so passt) gar nicht üblich mit seiner Familie Urlaub zu machen. Die meisten schnappen sich ihre “Kumpelz”, buchrn möglichst günstig für Malle/Lorette/[hier beliebigen Partyort einfügen], um dann dort ca. sieben Tage lang blau wie das Meer zu sein. In den meisten Fällen ist das Meer aber eher grünlich und dreckig, genau wie die eben genannten Partyurlauber. Versteht mich nicht falsch, generell ist es nicht schlimm mit seinen Freunden zu verreisen, aber solche Urlaube sind furchtbar. Wo wir grade beim Stichpunkt sind, die Fähre über Nacht zu nehmen war vielleicht auch nicht so klug. Denn wenn du auf so einem Schiff schläfst, gibt es drei Dinge, die das Schalfen zur Hölle machen: Undefinierbare Geräusche von außerhalb der Kabine, das unbestimmte Gefühl zu Schwanken (oder auch nicht) und die sengende Hitze von vier Körpern in einem Raum, der noch nicht mal groß genug ist, dass ein vernünftiger kleiner Tisch reinpasst. Ich denke, ich muss nicht betonen, dass ich morgens so schnell aus dem Zimmer raus ans Deck gegangen bin, wie ich nur konnte. Als wir endlich vom Kahn runter waren, begann die Fahrt von Göteborg zu unserem Ferienhaus, dass leider nicht ganz vom Navi auffindbar war. Also mussten wir mit der Wegbeschreibung aus der Mail unseres Vermieters vorlieb nehmen, die nicht nur nicht auf die Anfahrt von Göteborg ausgelegt war, sondern auch Formulierungen wie “Sie nehmen bitte die (unserer Meinung nach nicht beschilderte) andere Straße” oder “Diese Anfahrt ist schwer zu erklären” beinhaltete. Der Tag verlief aber nach der Ankunft zum Glück recht ereignislos. Das WLAN spinnt hier aber von Zeit zu Zeit (man ist hier halt auf dem Land), weswegen ich keine täglichen Einträge versprechen kann. Over and Out.









