Tag 1461 / Wenn ich so weitermache, steuere ich geradewegs ins nächste Bierfass
Mit der Frau neben mir in einem Büro, würde ich durchdrehen. Sie tippt mehr mit den Nägeln als mit den Fingern. Sie gestikuliert affektiert, wenn sie spricht. Sie wirft denglische Fachbegriffe ein und es wirkt alles so pseudo. Sie kaut große Stücke Brötchen mit halboffenem Mund, die sie vorher geräuschvoll aus der Knistertüte abgepflückt hat. Sie kommt sich toll vor. So wirkt es auf mich. Sie hat Arbeit bei einer bekannten Berliner Marke. Ich habe so eine schlechte Haut wie ich dachte nur während des Rauchens zu haben. Aber Stress macht auch Pickel. Ich überfordere mich. Mit diesen Reizen, dem Input, dem Wunsch, zu den Nicht-Alkoholikern zu gehören. Ich werde die nicht mehr einholen können in ihrer Arbeitserfahrung. Die, die gearbeitet haben, während ich krank war, während ich versuchte, trocken zu bleiben, während nicht mehr ging, als trocken zu bleiben.
- Tastaturklackern nervt - Computerarbeit erzeugt Nacken-, Arm-, Schultern-, Augenschmerzen - fünf oder sechs Stunden reicht dicke - Fremdbestimmtheitsgefühl, Daueranspannung - reizbar, Geräusche, Stimmen, Inhalte, Bullshit-Bla - Mode, Beauty, Hohl-Branche geht nicht - Politik, Veranstaltung, laber, nerv, immer Veranstaltung - Problem: bin super-clever, weiß ganz viel, kann vieles auch besser, aber kann schlechter Smalltalk, mich verkaufen
Wenn ich so weitermache, steuere ich geradewegs ins nächste Bierfass. Wann hab ich das aufgeschrieben? Warum ist es nicht ins Gehirn tätowiert: IMMER KURZ UNTER MEINEM LIMIT BLEIBEN!!! Nie über die Belastungsgrenze. Immer Handarbeit als Ausgleich. Buch Bilder Nicht so viel Computer und Handy! Nicht mithalten können, ja, aber auch nicht mithalten wollen dürfen! Alkoholikerin Ich hab hier dieses Ding laufen. Ich vertrage eure Arbeitswelt nicht. Nur noch zu meinen Bedingungen. Nur noch, was mir gut tut. Nicht durchbeißen, egal wo. Bloß nicht anfangen mit Aufhören, die Trockenheit zu heiligen.
Ich wollte denen zeigen: Ich bin nicht die Klischee-Arbeitslose und das ist mir gelungen. Heute sahen die oller aus als ich. Ich wollte denen sagen: Ihr diskriminiert Dicke, wenn ihr so über den Soulfully-Blog dieser Modefirma urteilt. Ich wollte der dozierenden Person eigentlich sagen: Ey, du wiederholst dich! Du gibst dir nicht viel Mühe. Und ich habe das Gegenteil gesagt.










