Zu den kuriosen Dingen in meinem Leben gehört, dass ich einmal einen Reiterpreis gewonnen habe: das Silberne Pferd beim CHIO in Aachen - für eine exzellente Berichterstattung im Reitsport. Ich muss heute noch über die Preisvergabe von 2006 schmunzeln. Über die Kutschfahrt in der Aachener Soers zum Beispiel... Die Veranstalter setzten die drei nominierten Sportjournalisten in eine Kutsche und ließen das Trio vor 50.000 Zuschauern zwei Runden durch das Reitstadion ziehen, bevor der Gewinner bekannt gegeben wurde. Mir war der Auftritt peinlich. Erstens weil ich aus Aachen stamme und fürchtete, dass mich jeder zweite im Publikum kennt und den Kopf schüttelt. Zweitens weil ich Gefahr lief, wie die Queen Richtung Zuschauer zu winken. Noch lustiger waren die zwei altgedienten Journalisten, die mit mir in der Kutsche saßen. Für die beiden war klar: Einer von ihnen, keine Ahnung, wie die hießen, würde den Preis gewinnen - nicht dieser Flegel von Sport-Bild. Was hatte der mit Reitsport zu tun? Nun, wir hatten zur Reit-WM ein Sonderheft produziert, um Kraft unserer Auflage den Leserinnen und Lesern zu zeigen, dass es 2006 neben der Fußball-WM eine zweite Heim-WM gab: die der Reiter. Das Heft war erfolgreich, nicht zuletzt, weil die Deutschen beim Reiten garantiert WM-Titel gewinnen. Die beiden Herren in der Kutsche wollten davon nichts wissen. Für sie war sonnenklar: Einer von ihnen macht‘s. Ich lächelte nur. Ich hatte vorab einen Wink bekommen... Nie, nie werde ich ihren verdutzten Blick vergessen, als mein Name und nicht ihrer aufgerufen und ich zur Siegerehrung bei der TV-Journalistin Marietta Slomka gebeten wurde. Ich habe mich aufrichtig über das Silberne Pferd gefreut. Die beiden Herren in der Kutsche haben kein Wort mehr mit mir gesprochen. #slomka #chio #chioaachen #silbernespferd #aachen (hier: CHIO Aachen)













