Ich sitze am Alsterkanal und blicke auf die Villen am anderen Ufer, die gepflegten Gärten, den frisch gemähten Rasen. Ich höre Stimmen von den Terrassen, doch Menschen sehe ich nicht.
Dann, ein Mann, kurze Hose, weißes Hemd, fein säuberlich in den Hosenbund gesteckt, eine Kappe gegen die Sonne, Sandalen, wagt sich durch den Rasen zum Wasser. Er telefoniert. Und während er telefoniert, stapft und schlendert er durch den Garten, bleibt auch mal stehen, um aufs Wasser zu blicken, in meine Richtung.
Am Nachbarhaus taucht eine Frau auf der Terrasse auf, bleibt oben an der Treppe stehen, die hinunter zum Garten führt. Luftige Leinenhose in Beige, ebenso beige Leinenbluse, deren Ärmel in der leichten Frühlingsbrise wehen. Auch sie ein Telefon am Ohr.
Die Augen aufs Wasser gerichtet, der Blick in die Ferne, ans andere Ende der Leitung. Sie drehen sich um hundertachtzig Grad, die Telefonate sind beendet. Sie verschwinden hinter den Bäumen, Büschen, Säulen, Mauern.
Die Gärten sind wieder leer. Ein Schwan gleitet durch den Kanal. Ein Hubschrauber durchbricht die Stille. Ich sitze am Alsterkanal und blicke auf die Villen am anderen Ufer. Die Sonne wandert durch die gepflegten Gärten, dicht gefolgt von den Schatten auf dem frisch gemähten Rasen.