Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst einmal vielen Dank dafür, das der Kölner Stadtanzeiger die Situation um das marode Hochhaus an der Maastrichter Straße in Kerpen weiterhin aufgreift und ausgewogen und differenziert darüber berichtet. Allerdings muss zur Erklärung der Situation und zur Ableitung von zukünftigen Maßnahmen noch einmal ein wenig Bezug zur Vergangenheit genommen werden. Denn bereits Ende 2010 (!) berichtete der Stadtanzeiger über eine damalige Initiative der FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen, endlich eine Abbruch-Lösung für das "Geisterhaus" zu konzipieren und umzusetzen. Warum aus dieser Initiative nach vier Jahren nichts geworden ist, ja die Situation sich durch Brände und zunehmenden Verfall sogar noch verschlimmert hat, ist weniger juristischen und bürokratischen Hürden zuzuschreiben, sondern den Abwehrreflexen der damals bei fortgesetzter Untätigkeit erwischten Verantwortlichen. Insbesondere der damalige Ortsvorsteher von Kerpen, Manfred Steinberg, erweckte zumindest sehr stark den Eindruck, die Blockadehaltung der Verwaltung zu unterstützen, z.B. auch zu mehreren Anläufen des CDU Fraktionsvorsitzenden Klaus Ripp auf Beantragung von Fördergeldern. Im Kern ging es darum, der FDP einen politischen Erfolg zu versagen. Auch sollte verhindert werden, dass das damals noch ziemlich neue, allerdings gerade von der FDP besetzte Thema Integrationspolitik von reiner Folklore auf eine handfeste politische Ebene gebracht wurde. Zu dieser Strategie gehörte auch, von Zeit zu Zeit in nichtöffentlichen Teilen von Haupt- und Finanzausschusssitzungen Beruhigungspillen zu verabreichen, indem die Verwaltung mehr oder weniger ernsthafte Lösungswege vorstellte, von denen aber zumindest bis zu meinem Ausscheiden aus dem Rat der Stadt Kerpen Ende 2012 nicht ein einziger wirklich beschritten wurde. Deswegen muss in der neuen Legislaturperiode ein erneuter politischer Anlauf für die Beseitigung dieses gefährlichen Schandflecks der Stadt Kerpen genommen werden. Es ist ehrenhaft, dass die FDP hier erneut die Initiative ergreift, aber es ist insbesondere der CDU zu wünschen, dass sie sich noch einmal mit Macht an die guten Ansätze erinnert, die Herr Ripp damals in die Diskussion eingebracht hat. Damals wie heute gilt allerdings: es wäre gut, wenn Fördergelder fließen, allerdings muss auch eine Lösung für den Fall gefunden werden, dass dies nicht möglich ist. Das Geisterhaus muss weg, auf jeden Fall! Mit freundlichen Grüßen Axel Fell