"We must remember that everything depends on how we use a material, not on the material itself..."
Ludwig Mies van der Rohe

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"We must remember that everything depends on how we use a material, not on the material itself..."
Ludwig Mies van der Rohe
18. Oktober 2021 (Wiedervorlage 2041)
Ja, jetzt ist das langweilig: Das Auto als bestimmendes Merkmal im öffentlichen Raum
Im Techniktagebuch-Chat diskutieren wir über ein Foto aus dem London von 1975, das auf Twitter die Runde macht, und stellen fest: Aus dem Alltags-Straßenbild von heute, 2021, gibt es viel zu wenig Bilder, die spätere Generationen mit ihrem Straßenbild vergleichen können. Vor allem, was das bestimmende Merkmal des öffentlichen Raums in dieser Zeit angeht: Das Auto (nur eher zufällig entdeckt man auf Fotos aus den 1960-er Jahren, wie wenig Kraftfahrzeuge damals in den Straßen standen).
Auch hier gilt natürlich das Techniktagebuch-Motto: Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in 20 Jahren! Deshalb ein schneller Blick auf die Straße – am besten im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Denn dieser Großstadtbezirk bündelt (mir scheint, exemplarisch bundesweit) den aktuellen Streit um die Nutzung des öffentlichen Raumes: Hier leben viele Menschen auf engem Raum, und um so schärfer stellt sich die Frage, wie viel Platz dem Auto nach Jahrzehnten der Priorisierung gerade in belebten Stadtquartieren noch zugestanden werden soll, wie viel Platz nehmen künftig Fußgänger und Radfahrer für sich in Anspruch? Außerdem wird dieser Berliner Bezirk seit Jahren von einer Verwaltung unter Führung der Grünen regiert. Und im westlichen Teil, also in Kreuzberg, läuft der umstrittene Versuch, den motorisierten Individualverkehr zu Gunsten vor allem des Fahrradverkehrs zurückzudrängen.
Noch etwas kommt hinzu: Autos nehmen, gerade in den Innenstädten, nicht nur Straßen zum Fahren in Anspruch, sondern ebenso Stellfläche. Und das eben um so mehr, je dichter die Besiedlung ist.
Ein kurzer Spaziergang durch Kreuzberg von der Graefestraße als östlichstem Punkt bis zum Mehringdamm weiter westlich, hier auf der Karte nachzuvollziehen – jeder Marker steht für eine Fotoposition:
Zunächst die Graefestraße, südlicher Teil, mit Blick in Richtung Süden zur Hasenheide:
Die Fichtestraße, wie die Graefestraße eine ruhige Wohnstraße:
Und, als Beispiel für die von der Bezirksverwaltung angestrebte Veränderung, die Körtestraße: Die wurde nicht nur zur Fahrradstraße erklärt. Als diese Umwidmung schlicht ignoriert (und einmal fast die Bezirksbürgermeisterin von einem Auto umgefahren) wurde, platzierte die Verwaltung einfach einen - versenkbaren - Poller in der Mitte der Körtestraße.
Noch deutlicher sichtbar sind die Veränderungen in der Bergmannstraße. In deren ruhigerem östlichen Teil, gesäumt von Friedhöfen, wurde kurzerhand bisheriger Parkraum für Kraftfahrzeuge zum Parkraum für Fahrräder umgebaut.
(Dass diese so genannten Kreuzberger Bügel vor einem Schulgebäude alle leer stehen, liegt schlicht daran, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme Herbstferien in Berlin waren).
Die Alternative zum Auto soll übrigens, wie in vielen Großstädten, nicht allein das Fahrrad sein...
Noch ein bisschen weiter ging die Verwaltung im westlichen Teil der Bergmannstraße – nach Jahren des (nicht billigen) Rumprobierens mit verschiedenen Formen von Verkehrsberuhigung und Beschränkung des Autoverkehrs. Derzeit aktuell: Ein Teil der Bergmannstraße ist sauber aufgeteilt. Neben den Fußwegen auf beiden Seiten eine zweispurige Verkehrsführung für Radfahrer und eine Spur, als Einbahnstraße, für den Kraftfahrzeugverkehr.
Langfristig, so die Ankündigung, soll der Autoverkehr ganz aus diesem Teil der Bergmannstraße verbannt werden. Was tatsächlich in den nächsten Jahren passiert, ist natürlich allein eine politische Frage.
Und am Ende dieser (von Gegnern gern als Bullerbü-Zone geschmähten) Verkehrsberuhigung: Der ganz normale Berliner Straßenverkehr auf dem Mehringdamm.
Wir schauen uns das in, na sagen wir zehn Jahren noch mal an. Aber auf jeden Fall 2041.
(Alle Lichtbilder v.Verf., und weil mir Fotos hier oft unscharf erscheinen, gibt es sie auch auf Flickr. Karte: OpenStreetMap)
(Thomas Wiegold)
Berichte über Verkehrsunfälle halten die Schuld häufig von Autofahrern fern. Laut Dirk Schneidemesser prägt das unser Bewusstsein.
Ich Träume von Berlin
3D-Druck ist Hilfreich für Architekten und Stadtplaner. Lest mehr in der aktuellen Story:
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Smart Home. Back in the USSR
Written in German, published in German and English (translated by Nicholas Grindell) in the printed issue of form 270, Mar/Apr 2017
Wissenschaftliche Arbeiten wie Cyber Sovietica von Diana Kurkovsky West und How Not to Network a Nation von Benjamin Peters legen nahe, dass die Erfahrungen, die die Sowjetunion mit Kybernetik und dem Netzwerken gemacht hat, aktuelle Diskussionen um eine datenintensive Zukunft, die Gestaltung von Smart Homes und die Rolle von automatisierten Prozessen in unserer westlichen Gesellschaft bereichern können. Doch welche Rolle spielte Kybernetik in der Sowjetunion? Und was genau können wir von der sowjetischen Vergangenheit für unsere Gegenwart und Zukunft lernen?
Academic studies like Cyber Sovietica by Diana Kurkovsky West and How Not to Network a Nation by Benjamin Peters suggest that the Soviet Union’s experience with cybernetics and networks could enrich the current debate on a data-intensive future, the design of smart homes, and the role of automated processes in our Western society. But what part did cybernetics play in the Soviet Union? And what exactly can we learn from the Soviet past for our own present and future?
Die längste urbane Seilbahn der Welt verbessert in Mexiko-Stadt nicht nur die Mobilität, sondern transformiert auch das soziale Leben im Vie
In einem der härtesten Viertel Mexiko-Stadts wurde die längste städtische Seilbahn der Welt gebaut. Was als waghalsiges Bauprojekt begann, verändert heute das Leben der Menschen in Iztapalapa positiv.
Geschäftsmann überblickt Metropole vom Wolkenkratzer aus
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