So um 1989
Wenn man seine Wissensspiele selber basteln muss, weiß man die Antworten schon
Ich bin im Grundschulalter und stehe total auf Wissenspiele. Schon im Kindergarten habe ich am liebsten miniLÜK gespielt, ein Legespiel, bei dem man am Ende anhand von Mustern kontrollieren konnte, ob man alles richtig gemacht hatte.
Später habe ich “Elexikon”, ein Spiel, bei dem man Dinge auf einer Bildtafel bestimmten Begriffen zuordnet. Die Begriffe stehen untereinander auf der rechten Seite der Tafel, man legt sie in der Spielschachtel an eine Schalttafel an. Auf dieser Schalttafel sind in zwei Spalten ganz viele Kontaktpunkte untereinander angeordnet. An den Kontaktpunkten der rechten Spalte steht jeweils eine Zahl von 1 bis 24, auf die Kontaktpunkte der linken Spalte deutet jeweils ein Begriff.
Dazu gibt es noch einen Leuchtstift und einen Stecker, die mit einem Kabel miteinander verbunden sind. Man hält nun den Leuchtstift auf den ersten Kontaktpunkt in der rechten Spalte, sucht auf dem Bild die jeweilige Zahl und was damit gekennzeichnet ist und hält dann den Stecker an den passenden Begriff. Wenn alles richtig ist, leuchtet der Leuchtstift, wenn nicht, dann war es falsch oder die Batterie ist leer.
(Es geht natürlich auch andersrum und man arbeitet die Begriffe von oben nach unten ab und sucht die passende Zahl und an welche Spalte man den Leuchtstift und an welche man den Stecker hält, ist auch egal.)
Das Spiel ist von 1975 und die Bildtafeln entsprechend spektakulär spannend: “Fernsprechen und Fernschreiben”, “Elektrizität im Haushalt”, “Postamt”, “Belagerung einer mittelalterlichen Stadt”, “Blumen in Wiese und Feld”. Welches Kind jubelt da nicht vor Begeisterung! Ich hingegen bin tatsächlich begeistert und spiele gerne mit meinem Elexikon. Immerhin leuchtet da was bei der richtigen Antwort, das ist den Achtzigern schon verdammt viel Technikaction im Spielealltag.
Eine Anleitung findet sich hier. Ich empfehle an dieser Stelle die Googlebildersuche zu “Elexicon”. Da sich die meisten Bilder auf Kleinanzeigen beziehen, macht es keinen Sinn, sie hier zu verlinken, da sie vermutlich schnell wieder aus dem Netz verschwinden.
Ich gehe sogar soweit und baue mir mit meinem Opa zusammen selbst eins. Dazu nimmt man eine dünne Holzplatte und friemelt irgendeine Art von leitenden Metallnupsis, zum Beispiel kleine Schrauben mit Muttern, in zwei Spalten nebeneinander rein, die man auf der Rückseite mit Drähten miteinander verbindet, also jeweils ein Nupsi in einer Spalte mit einem Nupsi auf der anderen Seite. Den Stromkreis schließt man dann auf der einen Seite mit einer Batterie und auf der anderen mit einer kleinen Glühbirne, die in diesem Fall in die Holzplatte selber geschraubt war.
Dann braucht man noch zwei Stecker, die mit einem Draht verbunden sind. Wenn man jetzt zwei verbundene Nupsis mit den Steckern gleichzeitig antippt ist der Stromkreis endgültig geschlossen und die Lampe leuchtet. (Eventuell habe ich das Konzept jetzt auch leicht fehlerhaft wiedergegeben, es ist schon länger her.)
Die Bögen mit den Quizfragen bastele ich selber, ich ordne jetzt keine Bilder mehr zu Begriffen zu, sondern habe klassische Frage-und-Antwort-Blätter, die man zwischen die beiden Nupsispalten legen kann.
Zwei Nachteile hat das selbstgebastelte Quizspiel:
1. Ich kenne alle Antworten schon, weil ich mir die Fragen ja selbst ausgedacht habe.
2. Da ich bei der Bastelarbeit das Konzept verstanden habe, weiß ich, dass die Kombination von Frage und Antwort immer dieselbe sein muss, also bei der ersten Frage immer die dritte Antwort die richtige ist, bei der zweiten die sechste und so weiter.
Aber die Sinnlosigkeit eines Unterfangens hat mich noch nie davon abgehalten, Zeit damit zu verschwenden und außerdem habe ich ja etwas über Stromkreise gelernt.
(Anne Schüßler)







