September 2024 und September 2004
Vertretungsplanung an einem bayerischen Gymnasium
Wenn ich morgens in der Schule den Rechner anschalte, sehe ich das hier, nur größer:
Links oben ist Fenster (1) für Abwesenheiten, rechts daneben Fenster (2) für zu vertretende Stunden, und in der Mitte Fenster (3) mit Vertretungsvorschlägen. Alle anderen Fenster enthalten weitere Informationen.
Ich trage in Fenster (1) ein, welche Klasse oder welche Lehrkraft oder welcher Raum zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht da ist. Oft weiß man das vorher, eine Krankmeldung kommt aber erst morgens oder auch mal mitten am Tag.
Wenn eine solche Abwesenheit eingetragen ist, sehe ich in Fenster (2) rechts daneben, was das für Folgen hat: Eine Klasse steht ohne Raum oder ohne Lehrkraft da. Manches davon wird automatisch geregelt, etwa dass Nachmittagsunterricht in der Oberstufe dann als entfallend gesetzt wird, aber das meiste will manuell entschieden sein. Für die fehlenden Lehrkräfte kann ich die Stunde ausfallen lassen (möglichst selten; je nach Jahrgangsstufe; eher in Randstunden) oder Ersatz finden, also eine Vertretung einteilen. Ich wähle einen solchen Fall aus, in dem ich eine Entscheidung treffen muss, als Vorbereitung für den nächsten Schritt.
In Fenster (3) in der Mitte wird mir für diesen Fall angezeigt, welche Lehrkräfte denn für eine Vertretung zu diesem Zeitpunkt überhaupt zur Verfügung stehen, also wer nicht selber Unterricht hat. Dort wähle ich dann jemanden aus und trage ihn oder sie ein. (Für die Entscheidung werden etwa ein Dutzend Kriterien herangezogen, die Anzahl der zusätzlichen Stunden im Monat, im laufenden Jahr, ob man das Fach oder die Klasse unterrichtet, Präsenzzeit, individuelle Belastung.) Und zuletzt darf ich nicht vergessen, die Änderung auch zu veröffentlichen, damit sie auf den Bildschirmen und in der App sichtbar wird.
Gut zwanzig Jahre zuvor wurde der bereits vom Computer erzeugte Stundenplan noch von Hand gesteckt und anhand dieser Stecktafel die Vertretung geplant:
Dabei erhielt jede Lehrkraft eine Symbol-Farbe-Kombination, die auf kleinen Plastikchips aufgedruckt war. Meine war diese hier:
Die Vertretungsplaner merkten sich 2004 mit Eselsbrücken, welche Kombination welcher Lehrkraft zugeordnet war. Bei mir war es, erfahre ich später, "kleines Rädchen im Getriebe", rot bedeutete: "unterrichtet vor allem Deutsch". Ein Plastikchip mit dem Streifen unten bedeutete eine verschiebbare Stunde, eine mit dem Streifen oben war nicht verschiebbar (wegen: Koppelung mit Parallelklasse, Oberstufenunterricht außerhalb eines Klassenverbunds).