Liebelei
Seit kurzem geh ich wieder regelmäßiger ins Theater. Freizeit sinnvoll nutzen, Allgemeinbildung, Inspiration und insbesondere Charaktere kennenlernen.
Diese Woche war ich in der Josefstadt - Arthur Schnitzler, Die Liebelei.
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Theodor hat 2 junge Frauen, Mizi und Christine, zum Abendessen zu seinem Freund Fritz eingeladen. Ziemlich ausgelassene Stimmung, es wird getanzt, geschmust, gelacht und getrunken. Christine interessiert sich sehr für Fritz, der fühlt sich auch zu ihr hingezogen, hat aber gleichzeitig eine geheime Affäre mit einer verheirateten Frau.
Nächster Tag, Christine hat sich in Fritz verliebt. Sie vermisst ihn und erzählt das Mizi. Die wiederum findet, dass sie leichtfertiger und leichtlebiger sein sollte, denn Männer gebe es genug - da müsse man keinem nachrennen.
Später an dem Tag kommt Fritz vorbei, Christine gesteht ihm ihre ewige Liebe. Fritz steigt darauf ambivalent ein, einerseits genießt er die junge Liebe mit Christine, weiß jedoch um seine geheime Affäre und seiner eingeschränkten Gefühle zu ihr.
Einige Tage später leidet Christine großen Liebeskummer, da sie ihren Geliebten schon so lange nicht mehr gesehen hat. Theodor und Mizi kommen zu Besuch und übermitteln Christine die Nachricht, dass Fritz gestorben ist. Nach und nach kommt die wahre Todesursache auf den Tisch: Fritz ist beim Duell gegen den Ehemann seiner Affäre gefallen. Christine ist untröstlich, dass er für eine andere Frau gestorben ist und läuft aufgebracht aus der Wohnung.
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Die Frage, die sich seit meinem Besuch im Kopf befindet ist die, ob ich nun lieber eine Christine Weiringer oder eine Mizi Schlager sein soll.
Christine, die an die romantische Liebe glaubt, die völlige und offene Hingabe einer Person gegenüber. Die den Liebeskummer alleine und traurig durchsteht und umso tiefer beim Kontakt mit dem Liebsten wird. Die betrogen und belächelt wird, die einem traurigen Schicksal teils wissentlich entgegenläuft, in der Hoffnung auf eine kleine Chance.
Oder lieber doch Mizi, die lustige und charismatische Person. Lasziv gegenüber den Männern, Genuss durch Trinken, Tanzen und Flirten bis hin zur leidenschaftlicher Liebe. Lehnt es ab, Männern nachzulaufen, sie habe ja schließlich besseres zu tun (und alle Männer seien ja bekanntlich gleich). Schlechter Ruf in der Gesellschaft, emotional doch alleingelassen und Liebe als Fluch zu sehen.
Grundsätzlich Christine, weil das Ziel ja bekanntlich eine Beziehung sein soll. Doch bis der Richtige kommt dann mal ruhig die Mizi rausholen?
Bei Mizi bleiben und einfach nicht um eine Beziehung scheren? Wenn der Ruf zerstört ist gibt es immerhin noch andere Städte in die man umziehen könnte.
Eine reine und wahrhaftige Christine, die jedes Mal aufs Neue enttäuscht wird und irgendwann als verbitterte Alte endet?
Während der Arbeitstage ne fleißige Christine, Anstand und Vertrauen. Am Wochenende dann aber die Mizi raushängen lassen und die Jugend genießen - bis dich das Doppelleben einholt?
Das Beste von jeder: Romantische Hoffnung und Bereitschaft zur kurzweiligen Leidenschaft ohne Reue. Wie lange hält man das durch ohne emotional vollkommen abzustumpfen?
Lieber Arthur, ein paar ausgefeiltere Lösungsvorschläge hätte ich mir schon erwartet! Du kannst uns doch nicht mit so einen Kram allein lassen! Trotzdem danke <3












