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Theaterdiscounter – found in Friedrichshain
submitted by Aleks via email
BAHNWÄRTER THIEL (2017) von Gerhart Hauptmann Bahnwährter Thiel hat alle Hände voll zu tun. Jeden Tag kommen mindestens zwei Züge vorbei. Im Bahnwährterhaus plärrt die ganze Zeit das Radio: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo...”. Bei Netflix sind schon alle Filme durchgeguckt und Thiel fängt an, sie zwei, manche sogar dreimal zu gucken. „... und niemand stellt von Grün auf Rot das Licht...” Die 1888 erschienene Novelle Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann wird erweitert um Material aus Pop und Postmoderne. Im temporeichen Spiel reflektieren die Schauspieler auf die hyperschnelle Taktung unserer Gegenwart, auf die Errungenschaften der Moderne und deren Folgen. Auch Bahnwärter Thiel kommt nicht zur Ruhe. Draußen rauscht es. Erst rasen Züge, dann Autos, dann Daten vorbei. Gestern sah das alles noch anders aus. Das Rauschen wird lauter. Thiel rennt die Schienen entlang, das Rauschen hinter ihm her, ein Stück noch, dann hat er genug. Er bleibt stehen, dreht sich um und lässt etwas Großes auf sich zu rasen… Der erzählerischen Dynamik Hauptmanns folgend verkörpern die beiden Darsteller Felix Lüke und Jing Xiang nicht nur den Bahnwärter, sie sind zugleich auch seine Frau, seine Kinder, seine Nachbarn. Ein ganzer Kosmos, mit Körper und Stimme zweier Spieler: Hochgeschwindigkeitstheater der Superlative. Mit: Jing Xiang / Annekathrin Bach & Felix Lüke Regie: Felix Lüke Dramaturgie: Anna-Sophie Lühmann Im Theaterdiscounter Berlin am: 07.04.2017 / 08.04.2017 / 11.04.2017 / 12.04.2017 / 16.06.2017 / 17.06.2017 / 29.11.2017 / 30.11.2017 / 11.04.2018 / 12.04.2018
Presse:
(...) Ziemlich witzig, originell, aber auch berührend... (...) Manche Szenen werden in ICE-Höchstgeschwindigkeit über mehrere Minuten gleichzeitig gesprochen – eine erstaunliche schauspielerische Leistung. (...) Bei allen Bezügen zur Gegenwart gelingt es den Schauspielern immer wieder, das Publikum emotional zu fesseln, etwa durch Lükes leidenschaftliche Gesangseinlagen, mit denen der Bahnwärter ein Liebeslied für seine zweite Frau Lene singt. Herzzerreißend, wie er sich auf den Boden schmeißt, den ganzen Raum nutzt, Udo Lindenberg imitiert und vom „Junimond“ singt. So rundet sich ein starker Abend, der trotz karger Bühne eindrucksvolle Bilder für eine zeitlose Geschichte findet. (PAF 2017/Lisa Mutschke) Ganzer Artikel: http://performingarts-festival.blogspot.de/2017/06/blutroter-junimond.html#more Eine Produktion von Theaterdiscounter Berlin und Büro Steinheimer. (Fotos: Alina Bader)
UNSER HERR KIEßLING oder: GEDANKEN ZUR SITUATION DEUTSCHLANDS (2016)
„Schwangere Auster, Kulturen der Welt. Schloss Bellevue. Toll, denkt unser Herr Kießling. Gut, dass er einen Fahrer hat. Wo geht die Reise hin? Eigentlich egal. Unser Herr Kießling ist Politiker. Der Weg ist das Ziel.”
Emotional leicht angeschlagen lässt sich der Politiker Kießling durch das nächtliche Berlin fahren und macht sich Gedanken. Er denkt: „Groß ist nur, was man nicht erkennen kann…” im Bundestag. Er denkt: „Eure Liebe tötet mich” auf dem Kreuzberg. Er denkt an seine Frau, die es für ihn nicht mehr gibt und an Jazz, den er selten hört. Lieber Pink Floyd: „Wish You Were Here”. Und dann denkt unser Herr Kießling, er müsste langsam wirklich mal an sein Telefon gehen. Denn das spielt schon zum fünften Mal „Antoher One Bites the Dust” und das, unser Herr Kießling hat es extra so eingestellt, bedeutet: Parteizentrale, wenn`s hoch kommt Bundestag.
Felix Lüke entwickelt eine Stadtrundfahrt durch Berlin bei Nacht, die den Gedanken eines Mannes folgt, der Politiker ist. Aber eben auch „unser” Herr Kießling.
Text & Spiel: Felix Lüke Dramaturgie: Anna-Sophie Lühmann Eine Produktion von BÜRO STEINHEIMER. (Fotos: Alina Bader)
28.02.2015 Haus 1 Berlin (mit Matthias Mosbach) 23.05.2016 Theaterdiscounter Berlin / Perfoming Arts Festival 2016 27.10.2016 Theaterdiscounter Berlin / Monologfestival 2016 01.12.2016 Brotfabrik Berlin 02.12.2016 Brotfabrik Berlin
Kritik auf Inforadio Berlin von Ute Büsing: „(…) Zum Schluss das Beste: starkes Storytelling. Felix Lüke schlüpft in die Rolle eines Abgeordneten, der das hohe Haus eines Tages tief verstört verlässt. Er landet in Mitte, im Kreuzberger Viktoriapark und bei einer Totenwache. Der Ernst-Busch-Absolvent beherrscht sein Handwerk - und er hat sich eine triftige Story ausgedacht. Das macht Lust auf mehr Nachwuchs!” http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur... Kritik vom Performing Arts Festival (by Unruhe im Oberrang): „(…) Felix Lüke führte eine Milieustudie durch, die dank seiner schauspielerischen Glanzleistung zum Abschluss des Abends viele Lacher bot, aber auch nachdenklich stimmen konnte.” https://www.facebook.com/PerformingArtsFestival... Kritik im Tagesspiegel von Patrick Wildermann: „Hinreißendes Solo von Felix Lüke.” http://www.tagesspiegel.de/kultur/performing-arts-festival...
Theaterdiscounter – found in Mitte
Theaterdiscounter – found in Friedrichshain