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German Fic: Kulturschock (Defense-OT3)
~~~~ "Und ich dachte, ich wär' derjenige mit Jetlag." Ein gedämpftes Auflachen später kletterte Per vorsichtig auf das Bett, welches Benni und Arne für sich beansprucht hatten, während er damit beschäftigt gewesen war, seine 'Mitbringsel' auszupacken. Mittlerweile schien der Älteste der drei, den Kopf halb auf Bennis Schoß gebettet, ins Land der Träume abgedriftet zu sein und Schalkes Kapitän konnte sich ein leises Glucksen nicht verkneifen. "Bist gar nicht müde?", fragte er ebenso gedämpft, hatten sie doch alle ordentlich an Weg zurücklegen müssen – er von Gelsenkirchen, Arne von München aus –, um sich im Anschluss an Pers Asienreise hier in Berlin treffen zu können. Arsenals Nummer vier schüttelte jedoch nur den Kopf. "Nicht wirklich, kommt wahrscheinlich noch und dann so richtig", sagte Per, konnte sich gar nicht sattsehen an diesem liebenswürdigen Bild und rückte daher so nah wie möglich an die beiden heran; Arne, seelenruhig schlafend und Benni, wie er ihm gedankenverloren durchs Haar strich. Wie könnte er sich da einem Jetlag ergeben und alles verpassen? So schön die Asien-Tour auch gewesen war, hätte er seine beiden Liebhaber ebenso gerne bei sich gehabt und obwohl er nur knapp drei Wochen weggewesen war, hatte er das Gefühl, jetzt einiges nachholen zu müssen. "Ich hab' ja auch eigentlich noch auf eine kleine Modenschau gehofft", säuselte er und deutete mit wackelnden Augenbrauen auf die beiden Kartons hinter ihm, "aber das hat auch bis morgen Zeit. Ältere Menschen brauchen schließlich ihren Schlaf." Benni schnaubte leise. "Sagt ja der Richtige." Ob er absichtlich nicht auf den Modenschau-Kommentar ansprang, wusste Per nicht zu sagen, aber der Schalk in seinen Augen war nicht zu übersehen. "Hey, ich kratz' erst nächstes Jahr an der Dreißig!", empörte Per sich gespielt pikiert, schnipste dabei leicht gegen Bennis Oberarm, "Also immer langsam mit den jungen Vespas." Da war er, der zweite Grund, warum Arne und Benni so viel erschöpfter zu sein schienen als er selbst. Beinahe ein wenig verlegen kratzte sich der Jüngste im Nacken; "Sorry, dass wir so rumgeschwärmt haben, das hast du dir hier ja sicher auch anders vorgestellt." Per schmunzelte. Tatsächlich hatte er nicht damit gerechnet, dass die beiden ihre neuen Spielzeuge gleich an Ort und Stelle würden ausprobieren wollen; augenscheinlich hatten Arne und Benni sich vor Tagen bereits per Telefon – und Twitter – über ihre Errungenschaften ausgetauscht, nachdem sie zuvor mehrfach den Wunsch geäußert hatten, sich Vespas anzuschaffen. Dass sie ihr Vorhaben jetzt fast zeitgleich – und größtenteils unabhängig voneinander – in die Tat umgesetzt hatten, schabte irgendwie an der Grenze zum Schicksalhaften, wie Per fand, zumal Arne seine neugewonnene Freiheit ohnehin in vollen Zügen zu genießen schien. Kein Wunder also, dass Benni gar nicht anders gekonnt hatte, als mitsamt Vespa nach Berlin zu kommen und gemeinsam mit Arne am späten Abend ein paar sommerliche Runden zu drehen; zu ansteckend war dessen Enthusiasmus gewesen. Per selbst war dabei nichts anderes als stummer – und genießender – Zuschauer. Wenn's um Autos und andere Gefährte ging, war er stets am Start, da konnte er mitreden. Vespas allerdings – und da hatte er sich schon damals mit Torsten des Öfteren angelegt – gehörten nicht unbedingt zu seiner persönlichen 'Größenordnung'. Nicht zuletzt, da er auf den Dingern hochgradig lächerlich aussah. Nein, das hier war etwas, das seinen beiden Freunden ganz allein gehörte. Das war ihr Ding und da würde er sich nicht einmischen. Warum auch? Zu schön war es, zu sehen, wie sehr sie sich dafür begeistern und hineinsteigern konnten. Auch in Dreiecksbeziehungen brauchte es eben gewisse Freiräume und Per war mehr als bereit, ihnen diese zu lassen. "Iwo. Ich find's süß, ehrlich gesagt." Liebevoll wanderte sein Blick von Benni zurück zu Arne. "Meine beiden Blaublüter." "Was?", lachte Benni erneut, musste sich offenbar beherrschen, nicht zu laut zu werden, während Per wölfisch grinste. "Na ja, 's wird ja kein Zufall gewesen sein, dass beide Maschinen blau sind, oder? Königsblau, Hertha-Blau..." Zumal das 'Prinz Arne'-Wortspiel jahrelang natiointern die Runde gemacht und Per sich stets einen Spaß daraus gemacht hatte, seinen Freund insgeheim so zu betiteln. "Steh' ich scheinbar drauf." Des Schalkers Schalk war noch immer nicht ganz verschwunden, als Benni wie beiläufig ein "Aha" fallen und Per damit langgezogen aufstöhnen ließ. "Ugh, Benniiiiiii!" Damit war klar, dass der Jüngere auch anderer Leute Twitter-Accounts regelmäßig gecheckt haben musste – und alles andere als zum Schlafen aufgelegt war; "Kriegen wir jetzt lebenslanges Aussprechverbot dafür?" "Zumindest mal für die nächsten paar Wochen, ich wär' wirklich fast durchgedreht", murmelte Per theatralisch, wohlwissend, dass Benni ihm anmerken würde, dass das Klagelied nicht hundertprozentig ernst gemeint war. Dazu hatte das vergangene Jahr bei Arsenal ihn und Lukas viel zu eng zusammengeschweißt, als dass er sich von dessen Marotten ernsthaft genervt fühlen könnte. Andersherum wurde Poldi auch nie müde, ihn wegen seiner eigenen Ticks aufzuziehen; das Ganze war ein Geben und Nehmen und alles in allem eine Freundschaft, die Per nicht mehr missen wollte. "Die anderen meinten schon, Poldi und ich wären wie ein altes Ehepaar. Und mir kam's auch beinahe so vor. Scheinbar hab' ich's auch mit Prinzen, was?" "Mhhh, besteht da etwa Anlass zur Eifersucht?" "Wer weiß, wer weiß...?", sprach's und lehnte sich, so behutsam wie möglich, herunter, um Benni einen Kuss auf die Lippen zu hauchen – und im nächsten Moment dessen Hand im Nacken zu spüren, die ihn näher zog, die Vereinigung so ein wenig intensivierte; zärtlich und inbrünstig zugleich. Da war mehr Sehnsucht im Spiel, als Per letztendlich erwartet hätte – allerdings hatte er auch nichts gegen die forsche Zunge des Anderen einzuwenden, die ihn jetzt neckte, herausforderte... Und sich schließlich zurückzog und Benni nach Luft schnappen ließ. Selbst bei geöffnetem Fenster war die warme Juliluft – im Zusammenspiel mit dieser Aktion – einfach zu betörend... "Okay, das lass' ich jetzt einfach mal so gelten..." Ein leicht benebeltes Schmunzeln, das Per nur zu gern erwiderte, bevor er schließlich neben Benni auf die Matratze sank, sodass Arne zwischen ihnen lag. Für gefühlte Minuten herrschte Stille, genossen sie einfach nur den gemeinsamen Moment, bevor Per das Wort erneut ergriff; "Er sieht so entspannt aus." Sanft strich er über Arnes rechte Schläfe. "Chicago war das Beste, was ihm passieren konnte, wenn du mich fragst." "Seh' ich genauso, manchmal hat er sogar 'n bisschen was von Buddha, find' ich", lächelte Benni. "Trotzdem eigenartig der Gedanke, dass er nicht mehr spielt. Und bei uns geht's einfach weiter wie bisher." "Mhmh." "Was aber nicht unbedingt das Schlechteste ist, oder?" "Nicht unbedingt, nein." Sie tauschten einen vielsagenden Blick. Wenn man ihre momentane Ausgangslage bedachte, war Arnes Dasein als 'Fußballrentner' tatsächlich mehr Chance als Verlust; Per würde spätestens übermorgen nach London fliegen, Benni in den Schalker Trainingsalltag zurückkehren müssen und gerade zu Saisonbeginn würde es nur wenige Gelegenheiten geben, sich überhaupt zu sehen. Die Champions League-Qualifikation stand für sie beide vor der Tür, dazu wollten sie sich in diesem Jahr bestmöglich präsentieren, um – im Gegensatz zum Bankdasein während der letzten EM – bei der Weltmeisterschaft in Brasilien tragende Rollen spielen zu können. Und Arne so glücklich zu sehen, obwohl er seinen geliebten Sport hatte aufgeben müssen, würde vielleicht eine der wichtigsten Stützen auf diesem Weg sein. Er würde die Zeit haben, sich persönlich weiterzuentwickeln, würde sich schonen, reisen, Sprachen lernen, ganz normal, fern ab des prominenten Fußballerstatus – und er würde für sie da sein können. Es war ein erster Schritt in Richtung Normalität, die zwar in vollständiger Form noch etwas auf sich warten lassen musste, jetzt aber schon mal in Reichweite gerückt war – und Vieles leichter machen würde, wenn es darum ging, sich beim nächsten Mal auf einen Zeit- und Treffpunkt zu einigen. "Sag' mal... Wie war das vorhin noch mit der 'Modenschau'...?", begann Benni nach einer Weile des Schweigens erneut, lenkte das Gespräch endlich auf das von Per erhoffte Thema. "Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? Ich hab' die Bilder auf Facebook gesehen..." Per wusste genau, was der Jüngere meinte – und obwohl er keine japanische Samurai-Tracht im Gepäck hatte, war seine Idee dennoch in eine ähnliche Richtung gegangen. "Nah, ich kann dich beruhigen, ich hab' keinen Anschlag geplant...", griente Per geheimnisvoll. "Und ich bin sicher, dass es euch gefallen wird." In diesem Augenblick – so unerwartet, dass Per gar nicht richtig reagieren konnte – bewegte sich der Körper in ihrer Mitte und zog ihn abrupt am Nacken zu einem Halskuss zu sich. "... Solang's Sommer-Yukatas sind, gibt's von mir ein klares: Ja." Weniger perplex als überrumpelt blinzelte Per in Arnes grinsendes Gesicht und zog einen kleinen Schmollmund. "Du warst also wach, dacht' ich's mir doch. Und du hast auch mitgespielt, oder?" Prompt hob er den Kopf und begegnete sogleich Bennis nicht minder spitzbübischem Grinsen. Wie selbstverständlich zog der Jüngste die Schultern nach oben und schlang anschließend beide Arme locker um Arnes Hals. "Ich wollt' die Bauchpinselei nicht unterbrechen, 's war halt grad' so schön." "Mann, ihr macht mich fertig..." Tatsächlich spürte Per nun, da er lag, doch einen Hauch von Müdigkeit über sich hereinbrechen. "Arne, woher wusstest du, dass ich Yukatas mitgebracht hab'?" Angesprochener, augenscheinlich nicht weniger nach lang vermisster Berührung verlangend als Benni zuvor, schmiegte seinen Kopf weiter in Pers Halsbeuge, sorgte dafür, dass auch Benni noch näher rutschte; "Reine Intuition. Außerdem weiß ich ganz zufällig von Poldi, dass ihr im Hotel auch ständig solche getragen habt. Ich kenn' dich eben, je bequemer, desto besser..." "Genau wie bei dir", nuschelte Per rau – selber überrascht über diesen müden Klang – und wurde sich just im Klaren darüber, dass er sich das alles hätte denken können. Als ob er hier vor irgendwem noch irgendwas verbergen könnte... "Wir hatten ja vorhin auf der Straße auch genug Zeit zum Spekulieren", ergänzte Benni. "Und meiner Meinung nach war das 'ne gute Idee, Per. Man schwitzt nicht so schnell, sind leicht anzulegen... Und genauso leicht wieder auszuziehen." "Pff, was du gleich wieder denkst!" Per versuchte sich ein weiteres Mal an einer Art unschuldigem Schmollmund, bekam aber nicht die Möglichkeit, sich weiter zu verteidigen, da Arne beschlossen hatte, seine Lippen in Beschlag zu nehmen; ein kurzer, verheißungsvoller Kuss als kleine Anzahlung für die lange Wartezeit, die nun schon bald wieder anstehen würde. "Selber, Per", säuselte Arne fast schon lasziv. "Das mit dem 'ältere Menschen' kriegst du wieder, mein Lieber... Und ich glaub' schon, dass unser Benni hier nicht sooo danebengelegen hat mit seiner Vermutung." Mit einer dezenten Gänsehaut auf den Armen schob Per den Anderen ein Stück von sich. "Ey, erst mal will ich euch darin sehen, bevor hier irgendwelche Verschwörungstheorien aufgestellt werden!" Den Zug weiter vorantreibend, sprang Benni sogleich auf die Schiene mit auf; "Oh, da hat's aber jemand nötig, was?" "Das", spielte Per das Spiel mit, die leise Vorahnung im Hinterkopf, dass sein Jetlag heute keine Chance mehr bekommen würde, "kann ich dir erst beantworten, nachdem ich euch im königs- und Hertha-blauen Yukata gesehen hab'...!
German Fic: Gruppentherapie (Defense-OT3)
10. Breathe Again – Wieder atmen
Mit Augenlidern schwer wie Blei brauchte Benni ein stolzes Weilchen, um auch nur halbwegs in die Realität herüberzudriften. Nur vage begann sein Hirn zu realisieren, dass er nicht allein in seinem Bett lag, er sich – im Gegenteil – sogar in einer recht engen Umarmung befand.
Wobei die Bezeichnung "eine Umarmung" nicht so ganz zutraf…
Zwei paar Arme hatten sich jeweils von vorne und hinten um seine Taille geschlungen – und während Benni sich darauf zu konzentrieren versuchte, wo welcher Arm begann und aufhörte, merkte er, dass er sich noch immer in voller Montur befand.
Warum zum Teufel konnte er sich nicht mehr daran erinnern, wie es hierzu gekommen war?
Ein Auge ein Stückchen weiter öffnend, erspähte er direkt vor sich Arnes schlafendes Gesicht; ein leichtes Kopfheben hätte genügt und Benni hätte mit seiner Nase die stoppelige Wange des Älteren streifen können. Stattdessen drehte er besagten Kopf und schielte abwärts, Arnes Arm entlang; genau an seiner Hüfte hatten sich die Finger des Ex-Herthaners mit denen einer anderen Hand verschränkt – und dem sehr vertrauten Gefühl von Atem in seinem Nacken zufolge, konnte Benni mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass diese Hand Per gehörte.
Langsam aber sicher begannen sich einzelne Puzzlestücke zusammenzufügen; nachdem er das Lager der Nationalmannschaft zwischen den beiden Länderspielen gegen Kasachstan wegen einer Muskelverhärtung hatte verlassen müssen, hatte Arne in Haltern bereits auf ihn gewartet – ein Besuch, mit dem Schalkes Kapitän so plötzlich gar nicht gerechnet hatte. Per – der sich, wie Benni auch hier sehr sicher war, mit Arne abgesprochen haben musste – war nach dem zweiten Spiel ebenfalls angereist.
Und jetzt lagen sie hier, nach einer allem Anschein nach überaus kuschelfreudigen Nacht – denn da seine beiden Bettgenossen, wie er zu spüren glaubte, ebenfalls noch komplett angezogen waren, konnte nicht viel passiert sein.
"Mhrrrhh...", konnte Benni ein leises, benommenes Stöhnen nicht unterdrücken, woraufhin Arne sich langsam zu regen begann.
"Morgen", brummte dieser einen Augenblick später, ein kleines, müdes Lächeln auf den Lippen, mit denen er auch sogleich einen Kuss auf Bennis Stirn setzte.
"Morgen..." Ohne genau zu wissen, wie spät es war – im Grunde war ihm dies auch völlig gleichgültig –, widerstand der Jüngere dem Drang, näher an den Anderen heranzurutschen. Diese kleine Liebkosung von eben schrie förmlich nach mehr, ungeachtet seiner Müdigkeit...
"Schon länger wach...?"
"Mhmh, nein...", gestand Benni wahrheitsgemäß, zögerte einen Moment, ehe er den Versuch wagte, sein momentanes Innenleben in Worte zu fassen. "Ist irgendwie komisch..."
Arne runzelte die Stirn, zog seinen Kopf ein Stück nach hinten, um den Jüngeren genau ansehen zu können.
"Nicht schön...?"
Kaum merklich schüttelte Benni den Kopf, murmelte ein "... 'M'geg'nteil...", das Arne dazu veranlasste, die Stirn noch krauser zu ziehen.
"Aber...?"
Dies war ein Punkt, der seither nicht müde zu werden schien, Benni zu beeindrucken; war er im Kreise seiner Freunde oder gar seiner Mannschaft doch der immer souveräne, selbstbewusste Benedikt, der Kapitän, der anderen Mut machte, Zuversicht und Stärke ausstrahlte, war es ihm Arne gegenüber unmöglich, auch nur einen Funken Unbehagen zu übertünchen. Der Mann schien sofort instinktiv zu wissen, wann immer etwas nicht in Ordnung war, was ihm einerseits tröstend, andererseits aber auch beängstigend vorkam. Man hätte es auf den Altersunterschied schieben können, ebenso auf die Erfahrung, die Arne Friedrich in Sachen "Beziehungen" mit sich brachte...
Ausgerechnet jetzt in dieser Sekunde machte sich ein dumpfes Pochen in Bennis Brustbereich bemerkbar, von dem er gehofft hätte, es nie spüren zu müssen.
"... Ihr seid", fing er an, beabsichtigte weiterhin ehrlich zu bleiben, und zeitgleich den Kloß in seiner Kehle herunterzuschlucken, "nicht aus Mitleid hergekommen, oder...?"
Zunächst sagte Arne nichts dazu, schien nicht einmal besonders überrascht über diese Worte zu sein und ehe er überhaupt den Mund aufmachen konnte, spürte Benni, wie sich der Körper hinter ihm enger an ihn schmiegte;
"Wär'n büsschen dreist gewesen, meinste nich'?", gähnte Per heiser, seinerseits einen sanften Guten-Morgen-Kuss in Bennis Nacken hauchend, der daraufhin eine seichte Gänsehaut an eben dieser Stelle verspürte.
"Sorry, haben wir dich geweckt?", fragte Arne, einen Hauch Belustigung in der Stimme und prompt wurde der Druck beider Hände an Bennis Hüfte stärker; wenn sie schon nicht in der Lage waren, sich großartige Liebesbekundungen entgegenkommen zu lassen, mussten kleine 'Handgesten' wie diese eben vorübergehend reichen...
Per für seinen Teil schien jedoch nicht lange zu brauchen, um seine Lebensgeister wiederzuerlangen – und war dabei deutlich forscher als Arne zuvor. Während er Arnes Hand weiterhin in Beschlag nahm, biss er neckisch in Bennis Hals. Eine Geste, die eher kitzelte als dass sie schmerzte, sodass der Jüngere schaudernd die Schultern nach oben zog.
"Per, hey...!" Ein empörtes Lachen entwich Bennis Kehle und für den Bruchteil einer Sekunde schlich sich dieses nervig ambivalente Gefühl wieder in sein Herz; hin- und hergerissen zwischen Dankbarkeit und Unwohlsein bezüglich dieses Aufmunterungs-Schrägstrich-Ablenkungsmanövers.
Arsenals Nummer vier jedenfalls schien zufrieden zu sein, seufzte einmal genießerisch und ließ den Kopf dann wieder in die Kissen sinken.
"Schlafen kann ich auch, wenn ich wieder allein in London hocke."
"Dito", erwiderte Arne. "Nur dann in Chicago."
"Sagt das mal meinem armen Bett...!" Letztendlich gab es auch einen praktischen Grund, warum sie alle so eng zusammengerückt waren... Dennoch, aller Unklarheit seiner Lage zum Trotz, konnte Benni den beiden im Prinzip nur beipflichten; viel zu selten kam es vor, dass sie so zusammen sein konnten. Eigentlich hätten sie allen Grund gehabt, das hier nach allen Regeln der Kunst zu genießen.
Wäre da nicht...
"Ach, wir kaufen dir 'n Neues, wenn's kracht...", kam es glucksend von Per, ehe er sich räusperte, der Ernst in seinen Ton zurückkehrte. "Viel wichtiger ist doch die Frage, warum du glaubst, wir wären nur aus Mitleid hier aufgekreuzt..."
Kurz suchte Benni Arnes Blick; in dessen Augen lag die gleiche Frage, umrahmt von einer Sanftheit, die ihm prompt die Kehle zuschnürte...
Es half nichts, er musste Per ebenfalls, musste sie beide ansehen und so löste er sanft aber bestimmt die Umarmung, rutschte unter den Armen der Älteren hindurch und setzte sich auf. Die Haare komplett verstrubbelt, das Hemd zerknittert, holte er einmal tief Luft;
"Ich hab' halt das Gefühl, dass mich hier jeder in Watte packen will. Das mit der Verletzung, grade jetzt, ist verflucht ärgerlich, ja, aber auch wenn's dieser Tage nicht optimal läuft, braucht ihr euch wirklich keine Sorgen zu machen."
Stimmte zwar nur halb – immerhin freute er sich ja darüber, die zwei jetzt bei sich zu haben –, fasste jedoch im Kern all das zusammen, was ihm im Laufe der letzten Wochen immer mal wieder bitter aufgestoßen war. Die viele Anteilnahme von Freunden und Bekannten mochte stets gut gemeint sein, war derzeit allerdings alles andere als hilfreich. Schalke würde seinen Karren nur aus eigener Kraft aus dem Dreck ziehen können, da waren jegliche Ratschläge von außen – leider Gottes – nur Peanuts.
Was seine beiden 'Liebhaber' anging, empfand er sein momentanes Gefühlswirrwarr als besonders irritierend; so sehr er die beiden auch liebte, jeden auf seine eigene Art und Weise zu lieben gelernt hatte, war das unsichere Gefühl, 'nur der letzte Dritte' zu sein, manchmal einfach noch zu penetrant. Arne und Per waren schon zusammen gewesen, bevor er 'dazugestoßen' war – und er hatte es gewusst, hatte sie unterstützt, durch seine Freundschaft mit Per viel Zeit mit ihnen verbracht, wann immer ihre Zeitpläne es zugelassen hatten. Schlussendlich, still und leise, ohne dass er es bewusst wahrgenommen oder gar gewollt hätte, hatte sein Kopfkino angefangen, verrückt zu spielen, war die zuvor bereits innige Bindung zu Per in etwas Tieferes, Liebevolleres übergegangen, die Bewunderung für Arne starker Zuneigung gewichen. Zuneigung, die nach einigem Hin und Her – und für ihn vollkommen unerwartet – auf beidseitige Erwiderung gestoßen war...
Benedikt Höwedes war kein Kind von Traurigkeit oder Unsicherheit – dennoch gab es Momente, die diese doch recht ungewöhnliche Liaison wie einen Traum erscheinen und ihn ein wenig zweifeln ließen...
Arne und Per, weiterhin in liegender Position verharrend, sahen einander kurz an, ehe Arne für sie beide das Wort ergriff: "... Ob du's glaubst, oder nicht, ich würd's gern tun."
"Was?" Angesichts Bennis weit gen Norden gewanderter Augenbrauen, richtete Arne sich nun seinerseits auf.
"Dich in Watte packen. Aber nicht aus Mitleid. Sondern, weil's sich manchmal einfach gut anfühlt, besser als man vielleicht vermuten würde." Erneut wanderte sein Blick, begleitet von einem wissenden Lächeln, zu Per herüber, der sich ebenfalls ruckartig in eine sitzende Position manövrierte. "Da können Per und ich auch ein Lied von singen."
"Sogar mehrere..."
"Und wir wissen beide, was für ein Kämpfer du bist, Benni. Darum geht's auch gar nicht."
"Es geht darum, dass...", versuchte Per Arnes Gedankengang weiterzuführen – ab und an war deren mentale Wellenlänge nahezu unwirklich identisch –, schien nun jedoch nach passenden Worten suchen zu müssen und raufte sich zaudernd die Haare. "Na ja, eine Fernbeziehung ist halt schon nervenzerrend, aber zwei...?"
Da war er also, des Pudels Kern – oder zumindest ein Teil davon – und wieder kam Benni nicht umhin, verdutzt wie geschmeichelt die Augenbrauen hochzuziehen. Zu frisch, zu ungewohnt, zu delikat war das Band, das die drei miteinander verband...
"Mann, ihr seid doch bekloppt, alle beide..." Was sonst hätte er darauf erwidern sollen? Arne schien seine Auffassung in etwa zu teilen, grinste verschmitzt und lehnte sich dann hinüber, um den vom verrutschten T-Shirt-Stoff freigelegten Oberarm Pers – bekräftigend? – küssen zu können.
"Nee, nur'n bisschen krank vor Sehnsucht. Ist doch so, oder nicht?"
"So ziemlich", bestätigte Arne ohne zu zögern. "Und wenn man so will, machen wir ja alle drei grad' eine Art Achterbahnjahr durch..."
"Jahre", berichtigte der Wahl-Londoner, die Lippen theatralisch geschürzt, sodass Benni auflachen musste.
"Oder so."
"Soso..." Sich nun tatsächlich ein wenig bestärkter – und lockerer – fühlend, rückte Benni erneut näher an die beiden Älteren heran. "Dann ist das hier also eine kleine Gruppentherapie, mh?"
"Fühlt sich auf jeden Fall seeehr gut an." Die Gunst der neugewonnenen Nähe nutzend, schlang Per prompt je einen Arm um Bennis und Arnes Hals, zog sie somit enger an sich. Stupste spielerisch mit seiner gegen Arnes Stirn. "Wir sollten solche Abstecher öfter mal ganz spontan einplanen, oder?"
"Absolut! Ich hab' letzte Nacht auch seit langer Zeit endlich mal wieder geschlafen wie ein Stein", nuschelte der Älteste eher schlecht als recht – aber durchaus wohlwollend – in Pers Halsbeuge und Benni hätte, wenn gefragt, nicht leugnen können, wie wohltuend diese innige Umarmung zu dritt war. Wie viel Wärme sie ihm gab.
"Ging mir genauso", sagte er daher, erwiderte die Geste des Ex-Bremers, indem er eine Hand in dessen Shirt krallte. "... Inklusive Filmriss, ehrlich gesagt."
"Echt?" Überdeutlicher Unglaube schwang in Pers Stimme mit; Arnes – leicht neckische – Tonlage ging in eine ähnliche Richtung; "Dabei war gar kein Alkohol im Spiel..."
"Dacht' ich mir", schnaubte Benni. "Trotzdem war ich nach dem Aufwachen leiiicht verwirrt..." Mittlerweile waren noch einige weitere Puzzlestücke in sein Gedächtnis zurückgekehrt, Erinnerungen an sanfte, liebenswürdige Küsse, zarte Streicheleinheiten, keusch und voller Sehnsucht verdrängten langsam aber sicher alle überflüssigen Zweifel. Fast hätte er schwören wollen, es sei irgendeine Last von seinem Herzen, seiner Seele, ja sogar seiner Lunge genommen worden war; als sei er nun endlich wieder imstande, frei zu atmen. "Nja... Vielleicht brauchte ich das ja wirklich ein bisschen."
"Was jetzt?", fragte Per und bekam dafür postwendend einen Kuss auf die Lippen gehaucht.
"Einen 'Cuddle flash'. Oder so ähnlich", grinste Benni spitzbübisch. "Ihr seid hier die Englischexperten."
"Ha, just the basics, just the basics!", wieherte Per bloß, wohlwissend, dass Benni ihn und Arne erst letztens bei einem ihrer längeren Treffen beim gemeinsamen Vokabelpauken erwischt – sich einfach dazu gesellt und sich Stunde um Stunde ob ihrer dreifach unbeholfenen Phrasen amüsiert – hatte.
Zu schön wäre es gewesen, solche eigentlich banalen Dinge immerzu gemeinsam erleben zu können; sei es das morgendliche Frühstück, das Teilen der Tageszeitung... Kleinigkeiten, die, wenn alles gut lief, noch einige Jahre auf sich warten lassen mussten. Doch all die Geduld und das fortwährende Versteckspiel würden sich auszahlen, dessen war Benni sich sicher.
"Jedenfalls... Danke. Für alles."
Als hätten sie dies abgesprochen, beugten die beiden Älteren sich unisono vor, sodass Per Bennis linke Wange, Arne dagegen sein rechtes Ohr küssen und zudem inbrünstig hineinflüstern konnte: "Bitte, gerngeschehen."
"Jederzeit", ergänzte Per. "Also, na ja, zu jeder Zeit, wenn's möglich ist."
"Du warst übrigens trotzdem ziemlich stürmisch gestern Nacht", kam es neckend von Arne und Bennis Gesichtszüge entgleisten sofort ein wenig, "auch wenn du dich vielleicht nicht mehr dran erinnerst..."
"Ähm, stürmisch? In welchem Sinne...?"
Ein weiteres Mal blickte Arne zu Per, tauschte einen geheimnisvollen – und dezent dreckigen – Blick mit ihm aus, der dem Jüngsten der drei einen Schauer über den Rücken jagte.
"Keine Angst, so schlimm war's nicht", versuchte Arne, wenngleich nicht ganz ernst gemeint, zu beschwichtigen, während Per gluckste: "Ganz und gar nicht."
"Okay, das macht mir jetzt Angst." Machte es tatsächlich, doch jetzt hieß es erst einmal, mitzuspielen. "Ich hab' aber nicht die Peitsche rausgekramt, oder?"
"Du hast 'ne Peitsche?!" Pers Stimme war noch eine Oktave höher geklettert als zuvor und sowohl Benni als auch Arne, der ein leises "Interessant" vor sich hingrinsend murmelte, prusteten ungehalten drauflos.
"Nee, aber ich könnt' eine besorgen...!"
"Alter, was für Kontakte habt ihr auf Schalke?!" Gespielt entsetzt drückte Per Benni ein Stückchen von sich, schien in Gedanken auch bei ihrem gemeinsamen Schützling – namentlich Julian Draxler – zu sein und sich, sogar halbwegs ernsthaft, zu fragen, was inzwischen in Deutschlands Fußballclubs vor sich ging...
"Betriebsgeheimnis, meine Lippen sind versiegelt", flötete Benni und ehe er sich's versah, befand sich sein Kinn in Arnes Fingern, die den Jüngeren sanft in dessen Richtung lenkten;
"Wirklich...?" Nur ein leises Hauchen und Benni hätte kein weiteres Wort gebraucht, überbrückte stattdessen die letzten paar Millimeter, küsste den Älteren behutsam. Wenige Sekunden später spürte er nicht nur Arnes Zunge gegen seine Lippen stupsen, sondern auch eine große, warme Handfläche an seiner Wange, sodass er die Lippenvereinigung löste; Per beugte sich in einer fließenden Bewegung zu ihnen hinunter, legte seinen Mund zuerst zart auf Arnes, dann auf Bennis Lippen, wobei er zwischen mehreren Küssen flüsterte:
"Bitte... Red' dir nie wieder ein... Dass wir... Auf dich herabsehen... Niemals... Okay?"
"Wie könnte ich...? Bei solch überzeugenden Argumenten...?", lachte Benni befreit auf, setzte dabei einen kleinen Kuss auf Pers Nase. "Nein, ernsthaft... Ich werd'... Einfach noch ein bisschen Zeit brauchen, um mich an alles zu gewöhnen..."
"Verständlich...", raunte Arne von der anderen Seite, strich, offenbar angesteckt von der leicht angetörnten Atmosphäre zwischen ihnen, lasziv mit einer Hand über Pers Leiste, mit der anderen Bennis Rücken entlang. "Es ist manchmal ziemlich hart und schmerzhaft, nur aus der Ferne mitzuerleben, was hier bei dir... Bei euch passiert... Ist doch klar, dass man füreinander da sein will."
"Und wenn's nur darum geht, mal eine Schulter zum Anlehnen zu haben." Per stimmte – nicht weniger enthusiastisch – in die kleine Rede mit ein, quittierte Bennis Lippen an seinem Hals zwischenzeitlich mit einem genussvollen Seufzen. "Bei der Natio hab' ich ja kaum zwei Minuten mit dir allein gehabt. Und... Zu wissen, dass, wenn ich herkomme, du und Arne hier sein würdet... Pah, ich wär' fast geplatzt vor lauter Vorfreude..."
"Und ich erst..."
"Pfff", gespielt entnervt – und insgeheim glücklicher denn je –, packte Benni seine beiden persönlichen Schmeichler jeweils am Shirt-, beziehungsweise Hemdkragen und zog sie mit sich zurück in eine liegende Position. "Ich sag' doch, ihr seid bekloppt..."
Schließlich galt es noch ein paar Erinnerungen aufzufrischen. Und weitere Zweifel – vielleicht sogar endgültig – zu beseitigen.
footballgirl-in-a-fantasyland replied to your post: stayklose replied to your photo: Die Mannschaft...
Yap, they are an amazing OT3 and I definitely don’t mind a Per/Manu-Set. ;) It’s another 3some I really like. I’ve just read an amazing one a few days ago btw. Such things are rare but this one was really great! How is my Ger/Esp-Onnie doing btw?
Who would mind it? ;) I literally can't wait for tomorrow; having Manu, Per and Benni defending our goal sounds almost too good to be true. :D Also: New pictures to collect, yay! <3
Oh, really? That's amazing, they're such a rarepair! I honestly know only one fic about them, which was kinda angsty but well written nevertheless! ... I should consider writing about them. At least a drabble. It'd be worth it. I mean... Seriously. I'm still not over this picture:
I think I'm gonna have a huuuge writing session this weekend. :) There are so many things I'd fancy to write (there's another Mertedes-Onnie waiting to get finished) and I honestly want to go on with our German/Spanish-Threesome. :3