Mai 2019
Ich nehme mir selbst den Platz weg, aber nur bis Bielefeld
Bei mir ist Folgendes der Fall: Ich möchte von Düsseldorf nach Berlin fahren. Eine günstige Verbindung, die über Hamm(Westf) geht, wird dadurch noch günstiger, dass der erste Teil der Reise einen Nahverkehrszug enthält, mit dem ich dank meinem Semesterticket umsonst fahren kann. Ich buche also den ICE von Hamm(Westf) nach Berlin.
Da Zugreisen nach Berlin für mich noch nie einwandfrei funktioniert haben, buche ich sicherheitshalber eine Sitzplatzreservierung, ohne zu bedenken, dass dadurch jetzt noch mehr schiefgehen kann. Am Abreisetag werde ich von der DB Navigator-App informiert, dass der gebuchte Zug ausfällt.
Ich buche also meine Reservierung um, denn in einem Zug, den es nicht gibt, ist nicht gut Sitzplätzebesetzen. "Die Zugbindung ist bestimmt aufgehoben", denke ich mir. "Dann kann ich ja meine neue Reservierung direkt von Düsseldorf aus buchen." So erhalte ich für 0 Euro einen Sitzplatz in einem ICE von Düsseldorf nach Berlin, für den ich kein Ticket habe.
Dann schaue ich in der DB-App nach dem Status der Verbindung. Auf der ursprünglichen Verbindung wird ein Ersatzzug eingesetzt, der kleiner ist, keine Sitzplätze garantieren kann und in dem alle Klos kaputt sind (vermute ich). Habe ich jetzt also doch eine Zugbindung, für einen Zug, den ich nie nehmen wollte?
Die Geschichte geht dann so aus, dass ich meine ICE-Reservierung ab Düsseldorf wahrnehme und dafür ein zusätzliches ICE-Ticket von Düsseldorf nach Bielefeld kaufen muss, bis ich also den Streckenteil erreiche, der für mein zuggebundenes Ticket, dessen Zugbindung dann doch aufgehoben wurde, vorgesehen war.
Der Komfort-Check-In, als ich auf meinem reservierten Platz sitze, schlägt fehl. Ich sitze verbotenerweise auf einem Platz, den vorher jemand reserviert hat (nämlich ich selbst, aber das weiß die App anscheinend nicht).
(Esther Seyffarth)












