Trajekte und Flugmaschinen von Karl Hans Janke in der Fotothek

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Trajekte und Flugmaschinen von Karl Hans Janke in der Fotothek
"Es war der Nachlass eines Patienten: Karl Hans Janke, gestorben 1988, gilt mittlerweile als äußerst produktiver Erfinder und Visionär. Er beschäftigte sich mit Luft- und Raumfahrt sowie alternativer Energiegewinnung, ebenso mit Alltagsproblemen. In der Forschung ist er weitgehend unbekannt – denn Janke saß fast 40 Jahre in der DDR-Psychiatrie. Weiter entfernt vom gesellschaftlichen Diskurs konnte man kaum sein." Solveig Grothe, spiegel, 24.3.22
Züge wagen/ Distanzschiffen
Züge wagen, das heißt: schiffen. Die Japaner machen in Osaka aus dem Distanzschaffen ein Distanzschiffen.
Sonst ändert sich nix. Das heißt: dieses Festival ist ein Trajekt, für das Warburg den Begriff Distanzschaffen entwickelt hat. Regung trainieren oder anders gesagt Recht instituieren: Weil sich Warburg für genau das interessiert, interessiert er sich auch für die mancipatio/ venditio, für römische Kalender, Richt- und Botenstäbe oder die Lateranverträge. Römisch-westliche Institutionen und japanisch-östliche Institutionen kann Warburg gut unterscheiden, nur lässt er das Maß der Unterscheidung nicht einrasten, lässt die Größe nicht immer groß und nicht immer klein sein, er lässt das Maß pendeln.
In der Übersetzung heißt es, die Wagen seien Schreine, also Schirme oder Akten. Glaube ich sofort.
Trajekte
Die Tafel ist ein Trajekt, das velum ist ein Trajekt. Beide sind als Instrumente und Medien gründlicher Linien nutzbar. Ein Film zur Bild- und Rechtsgeschichte der Trajekte (der Tafel und des velums) ist Peter Greenways Film über den Vertrag des Zeichners, the draughtman's contract.
Das ist ausserdem derjenige Film von Peter Greenway, der erträglich (sic) ist, was ich von den anderen Filmen nicht sagen kann, weil ich sie teilweise nicht gesehen und teilweise gesehen habe. Dieser Film ist gelehrt, dicht, arty (hochgradig und raffiniert artifiziell), durchdacht und trotzdem noch luftig und leicht. Das ist einer der Filme, der anschaulich macht, inwiefern bei Autoren Alberti das velum und das pomerium assoziiert sind: Eine große Linie ist als Grund effektiv, soweit kleine Linien ihr folgen. Die Aussage mag brachial und elliptisch, also verkürzt/ abgekürzt oder überstürzt (mit Hemmung und Schub, Sturz- und Fliehkräften) erscheinen. Das wäre hoffentlich ihr Witz.
In diesem Film wird der Zeichner zum Zeugen und Zeuger. Durch die Erfüllung seiner Vertragspflichten wird er zum Zeugen eines Verbrechens, das er befördert, und er ins Verbrechen gezogen, bis er schließlich selbst zum Opfer wird.
Trajekt
Ein Trajekt ist ein Objekt, das trägt, trachtet, trahiert und traktiert - und alles das auch machen lässt. (Nieder-)Trächtig sind Trajekte. Verträglich und betrachtbar sind Trajekte. Das Trajekt ist Quasi-Objekt (wie das Serres/Luhmann von Königen und Fußbällen sagen), wenn an ihm Aktion und Passion wahrnehmbar sind, es also auch als Akt/ Akte/ Aktant und als Pathosform(el) wahrnehmbar ist.
Kippt das Trajekt zwischen Aktivität und Passivität, wendet es sich insoweit oder kehrt es um, dann ist das Trajekt auch ein Polobjekt. Kommt etwas am Trajekt an eine Grenze, dann ist das Trajekt auch boundary-object oder Grenzobjekt.
Das Trajekt ist das Objekt mit zügiger Form schlechthin. Die Form ist zügig, also erstreckt sich die Form räumlich und zeitlich, ist also durchgehend, also vorübergehend. Ein Vertrag ist in dem Sinne ein Trajekt. Eine Tracht ist ein Trajekt. Eine Fähre und ein Zug sind Trajekte.