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frühlingshaft
Ulm, Germany, 10 April 2026
Tulpen van Nederland 🌷
Tulpen-Sammung
Tulip collection
Die Tulpe: Königin unter den Frühlingsblumen
Man sieht es der Tulpe nicht an und traut es einer Blume eigentlich auch nicht zu, dass sie im 17. Jahrhundert ein ganzes Land in Aufruhr versetzt hat.
Ursprünglich wuchsen die meist roten Wildtulpen in den Steppen und Hochtälern Zentralasiens. Im 11. Jahrhundert kannte man sie bereits in Persien.
Als die Osmanen im Jahr 1453 Konstantinopel, die Metropole des Byzantinischen Reichs, eroberten und zu ihrer Hauptstadt machten, ließ Sultan Mehmed II. dort unzählige Gärten mit verschwenderischer Blütenpracht anlegen.
Als die Tulpe im 17. Jahrhundert in den Niederlanden bekannt wurde, war sie noch eine Seltenheit.
Diese Blume, die heute so untrennbar mit den Niederlanden verbunden ist und dort auch auf großen Tulpenfeldern wächst und gezüchtet wird, war einst eine exotische Rarität.
Die Tulpenzwiebeln wurden damals mit dem Vielfachen ihres Gewichts in Gold aufgewogen.
Die ersten Tulpenzwiebeln brachte im Jahre 1554 der flämische Diplomat Ogier de Busbecq aus der Türkei mit nach Europa.
De Busbecq übergab die Zwiebeln einem Botaniker namens Professor Charles de l’Écluse ( lat. Carolus Clusius), der sie daraufhin im Botanischen Garten der Universität zu Leiden anpflanzte.
Damit leitete er unbewusst einen Zeitabschnitt ein, die heute als „Tulpomanie" bekannt ist.
Wie im Sturm eroberte die damals exotische Blume die Gärten von Botanikern und Blumenliebhabern.
Die allgemeine Begeisterung für diese noch neue und damals unbekannte Blume war so groß, dass mit den Zwiebeln sogar spekuliert wurde, und einzelne Tulpenzwiebeln für ungeheure Geldsummen an den Tulpenbörsen ihre Besitzer wechselten.
Mit dieser neuen und so kostbaren Blume wollten viele Leute schnell das große Geld machen, und es kam zu einem regelrechten Tulpenrausch.
Große Tulpenbörsen entstanden, an denen Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung Tulpenzwiebeln kauften und verkauften, und das häufig sogar, ohne sie vorher überhaupt gesehen zu haben.
Denn die Zwiebeln lagen ja von September bis Juni in der Erde.
Im Winter 1636/37 klettern die Preise für manche Sorten in schwindelnde Höhen, verdoppeln, verdreifachen, verzwölffachen sich.
Der Wert einer „Generalissimo“, die einmal für 95 Gulden gehandelt wurde, steigt auf 900 Gulden.
Für eine „Gheel en Root van Leyde“ müssen Liebhaber statt 45 Gulden nun 550 Gulden bezahlen.
Und eine begehrte „Gouda“, deren weiße Blüten von roten Flammen überzogen sind und für die zu Beginn des Booms bereits 100 Gulden zu zahlen waren, kostet nun 750 Gulden.
Ein Pfund Zwiebeln der beliebten Sorte „Switser“ erzielte Ende Dezember 1636 rund 125 Gulden.
Nur wenige Wochen später, am 3. Februar, zwei Tage vor der Versteigerung, hat sich der Preis verzwölffacht – auf 1500 Gulden.
1500 Gulden – dafür arbeitet ein Handwerksmeister in Alkmaar viereinhalb Jahre lang. Für die Summe kann man zu dieser Zeit fast 170 Fässer Bordeaux-Wein erwerben.
Oder gut 8400 Pfund Fleisch. Oder ein Haus in Haarlem, der drittgrößten Stadt Hollands.
Als die Auktion am 5. Februar 1637 in Alkmaar eröffnet wird, folgt Gebot auf Gebot.
Und einige Tulpen erzielen nie gekannte Höchstpreise. Eine violett geflammte „Viceroy“ erhält den Zuschlag für 4203 Gulden, eine „Admirael van Enchuysen“ mit einer Brutzwiebel für 5200 Gulden.
So ging die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts als Tulpomanie in die Geschichte ein, und mit den Zwiebeln machten viele Leute große Spekulationsgewinne.
Holland entwickelte sich zum Zentrum von Tulpenzucht und Tulpenhandel, der von hier aus weltweit betrieben wurde.
Und nichts spricht dagegen, dass die Preise für Tulpen noch weiter steigen werden. Dass die sonst als so fromm, achtbar und sparsam geltenden Niederländer weiterhin Höchstpreise bezahlen, aus Leidenschaft für eine Blume.
Am 7. Februar 1637 scheint der Markt in Amsterdam einzubrechen. Bis heute ist der Grund dafür rätselhaft.
Auf jeden Fall misstrauen die Käufer den hohen Preisen inzwischen, und als sich nun noch die Nachricht verbreitet, dass wenige Tage zuvor bei einer Auktion in Haarlem eine Zwiebel keinen Käufer gefunden hat, wird aus Zweifel – Panik.
Es gab Menschen, die daraufhin ihr gesamtes Vermögen verloren hatten, weil sie in Tulpenzwiebeln investiert hatten, deren Wert von einem Tag auf den anderen ins Bodenlose gestürzt war.
Der Beliebtheit der Tulpe haben diese Ereignisse aber keinen Abbruch getan.
Die Tulpenzucht hat Holland berühmt gemacht und daher galt ab dem 19. Jahrhundert die Tulpe gleichsam als ein Symbol der Niederlande.
Heutzutage sind die Zwiebeln glücklicherweise erschwinglich und ein Frühlingsgarten ohne Tulpen ist kaum noch denkbar, denn die Tulpen sind heute die wichtigsten Frühlingsblumen.
Morning light has its own language. It shapes forms, deepens colors, and can turn an ordinary subject into something painterly.
A single tulip — almost like a painting.
Morgenlicht hat seine eigene Sprache. Es modelliert Formen, vertieft Farben und macht aus einem alltäglichen Motiv etwas Besonderes.
Eine einzelne Tulpe — und doch fast wie ein Gemälde.
☀️