In den 1630er Jahren gab es in den Niederlanden eine #Tulpenmanie 🌷🤪. Tulpenzwiebeln wurden zum begehrten Spekulationsobjekt mit abenteuerlichen Preisen 💰. Einige Jahre später platzte die welterste #Spekulationsblase.
Bei der Schönheit der #Tulpen, welche gerade im #Garten blühen, kann ich diese Tulpenmanie schon nachvollziehen.
"Weil man den Irrsinn nicht logisch begründen kann, braucht man zu seiner Verteidigung eine gute Statistik..."
Der Tulpen bitterer Duft
von Zbigniew Herbert
». . . a gallant tulip will hang down his head like to a virgin newly ravished. . .«
Robert Herrick (1591-1674)
"Dies ist die Geschichte einer der menschlichen Irrsinnigkeiten. Es gibt darin keine Feuersbrunst, die eine große Stadt am Fluß verzehrt, keinen Massenmord an Wehrlosen und keine von Morgenlicht übergossene weite Ebene, wo bewaffnete Reiter auf andere Reiter treffen, damit sich am Ende des Tages, nach einer mörderischen Schlacht herausstellt, welcher der beiden Anführer einen bescheidenen Platz in der Geschichte, ein Denkmal aus Bronze oder – bei minderem Glück – einen Straßennamen im Armenviertel verdient hat.
Unser Drama ist bescheiden, wenig pathetisch und weit entfernt von den berühmten Blutbädern der Geschichte. Denn alles begann ganz unschuldig mit einer Pflanze, einer Blume, mit der Tulpe, die – man kann sich das nur schwer vorstellen – eine kollektive und ungezügelte Leidenschaft entfesselte. Mehr noch, für alle, die sich mit jenem Phänomen beschäftigten, war das Erstaunlichste die Tatsache, daß dieser Irrsinn ein sparsames, nüchternes und arbeitsames Volk befiel. Die Frage drängt sich auf, wie es dazu kam, daß die »tulpenwoede«, die Tulpenmanie gerade im aufgeklärten Holland und nicht anderswo so beängstigende Ausmaße annahm, die Grundlagen einer soliden Volkswirtschaft erschütterte und Vertreter aller Gesellschaftsschichten in ein gigantisches Glücksspiel riß. Manche erklären das mit der sprichwörtlichen Blumenliebe der Niederländer."
Angesichts der heutigen Börsenspekulationen und den exorbitanten Verlusten, die im Gegensatz zu den Gewinnen gesellschaftlich sozialisiert werden, erscheint der damalige Wahn in einem fast milden Licht.
"Es kam vor, daß die Transaktionen in natura abgeschlossen wurden, was einen noch besseren Einblick in die Ausmaße des Irrsinns erlaubt. So wurde für eine Zwiebel der Tulpe Vizekönig – sie war halb so viel wert wie Semper Augustus – in Naturalien folgendes bezahlt:
2 Fuder Weizen
4 Fuder Roggen
4 fette Ochsen
8 fette Schweine
12 fette Schafe
2 Fäßchen Wein
4 Tonnen erstklassiges Bier
1000 Pfund Käse"
Zeitgenössisches Aquarell (17. Jahrhundert) einer Tulpe der Sorte Semper Augustus
Ein Historiendrama mit sehr bekanntem Cast, dass auf den gleichnamigen Roman von Deborah Moggach basiert und sich mit der ersten Wirtschaftskrise im 17. Jahrhundert beschäftigt. Dazu präsentiert Regisseur Justin Chadwick eine Liebesgeschichte rund um einen wohlhabenden Kaufmann. Ob diese beiden Themen miteinander harmonieren erfährt ihr in dieser Kritik zu Tulpenfieber. Originaltitel: Tulip…