Lernmarkt: Videoplattformen
Am Beispiel YouTube
Dieser Blog stellt Euch YouTube vor. Mit allen Vor- und Nachteilen und den Einsatzmöglichkeiten, die man als LehrerIn in der Schule hat. Außerdem haben wir eine kleine Linksammlung angefügt, die zum Anschauen, Stöbern und Weiterdenken anregen soll. Gearbeitet wurde zu siebt an dem Projekt, mit kleinen "Kompetenzteams", die verschiedene Aspekte von YouTube beleuchtet haben. Bei einem Lernmarkt haben wir unser Thema mit Sketchnotes und Beispielen vorgestellt, davon gibt es auch Bilder. Über einen Fake-Account haben wir uns in YouTube eingeschleust und mal in der Praxis geschaut, wie man Videos hochladen, seine Favoritenliste bearbeiten und sich mit der Welt austauschen kann. Es ist wirklich ganz einfach! Unsere Zeichenexperten haben Sketchnotes und Plakate angefertigt, auf denen alles noch mal in Kurzform zusammengetragen wurde (die DAU's im Zeichnen müssen nun tippen...).
Wie funktioniert das Tool?
YouTube ist theoretisch recht simpel. Doch auch hier gibt es Stolpersteine und wichtige Dinge zu beachten.
→ Videos posten
Videos posten kann eigentlich jeder. Pflicht ist lediglich eine Registrierung über einen Google-Account. Auf der persönlichen Nutzerseite (dem YouTube-Kanal) kann man dann ein eigenes Profilbild hochladen, persönliche Angaben zu Name und Alter machen sowie Playlists mit allen heißgeliebten Videos anlegen. Die Favoritenliste kann verborgen werden, wenn man nicht will, dass jeder sieht, was die persönlichen Lieblingsvideos sind. Außerdem sollte man auch hier, wie überall im Netz, darauf achten, welche persönlichen Angaben man macht und was für ein Profilbild man hoch lädt. Ähnlich wie bei Facebook sollte man daran denken, dass es letztendlich für immer irgendwo im Netz sein wird und wenn man später mal die Weltherrschaft übernehmen möchte, ist es doch schwierig wenn dann komische Bilder auftauchen...
Die Videos, die man dann unter einem seriösen Foto postet, dürfen maximal 15 Minuten lang sein. Es sei denn, ihr gehört zu jenem Kreis ausgewählter Personen, die noch nie gegen irgendwelche Nutzungsbedingungen verstoßen haben (nicht die GEMA ärgern, keine Videos mit anstößigem, rassistischem, und sonst wie bösem Inhalt posten) und denen YouTube es erlaubt, unbegrenzt lange Videos zu posten. Seit ein paar Jahren gibt es auch Videos in HD-Auflösung, die zu entspanntem Video-Betrachten auf Großbildschirm einladen. In der Türkei, China und in Pakistan gibt es allerdings auch noch eine starke Zensur, die noch mehr einschränkt, was hochgeladen werden darf. Zusätzlich bleibt auch YouTube nicht vor Saboteuren und Hackern verschont, die Accounts knacken und in fremdem Namen Videos posten, so dass der friedvolle Nutzer auch ganz schnell Geschädigter werden kann.
Schließlich sollte man immer daran denken, dass man gerade alles einer fremden Firma in die Hände schmeißt, also alle Daten, Videos, besuchte Videos, Suchanfragen usw. landen am Ende bei Google... und wer weiß wo noch.
Gepostet werden kann wie gesagt alles. Von Babys ersten Schritten, der eigenen Hochzeit, eigene Sanges- und Tanzkünste, Experimente, Erklärungen, Liebesbotschaften - you name it. Die Bandbreite bei Google ist riesig und täglich kommen ca. 65.000 neue Videos hinzu. Aber auch hier bitte darauf achten: es landet ALLES im Netz und es kann JEDER anschauen... Will ich das denn auch??? Schließlich bekommt man über Bewertungen und Kommentare (dazu kommen wir gleich noch) ein Feedback, dass man unter Umständen so eigentlich nicht haben wollte.
→ Videos anschauen
Auch für Videos anschauen gilt: Das kann jeder. Und diesmal braucht man nicht einmal einen Google-Account. Einfach auf www.youtube.de gehen, im Suchfeld nach dem gewünschten Video suchen oder ein vorgeschlagenes Video anklicken und los geht's. Aber Achtung: Die Möglichkeit sich in YouTube zu verlieren und durch vorgeschlagene Videos irgendwann bei ganz merkwürdigen Videos zu landen ist SEHR, SEHR hoch! Wer bei YouTube angemeldet ist, hat zusätzlich die Möglichkeit, einzelne Videos mit einem Daumen hoch oder Daumen runter zu bewerten. Gut bewertete Videos tauchen bei Suchanfragen weiter oben auf, ausschlaggebend ist zudem die Anzahl der "Klicks", also wie oft das Video angeschaut wurde. Außerdem können Nachrichten über Google+ versandt werden. Schließlich gibt es außerdem die Möglichkeit, ein Kommentar zu einem Video zu hinterlassen. Auch hier ist YouTube wieder "risikobehaftet": Die Diskussionen, die bei einigen Videos entstehen, gleiten öfter mal in heftige Auseinandersetzungen über Religion, Rasse oder sonstiges ab. Hier ist starke Kontrolle der Kommentare gefordert.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Da in YouTube jeder posten, gucken, kommentieren und bewerten darf, ist beim Einsatz im Unterricht eine enge Betreuung und Aufklärung durch die Lehrkraft wichtig. Die Lehrkraft ist dafür verantwortlich, sich mit den AGB's und Richtlinien vertraut zu machen. Ebenso müssen die SchülerInnen aufgeklärt werden, ggf. müssen Elterngespräche gesucht werden. Prinzipiell gilt aber auch für die Schule: alles darf angeschaut werden. Achtung: Wenn es sich um offensichtlich rechtswidriges Material handelt, darf natürlich nichts gezeigt werden!
Für das Hochladen der Videos gilt wieder: Aufklärung ist alles! Den SchülerInnen muss bewusst sein, dass sie ihre Videos und Daten gerade mit aller Welt teilen. Sollten sie selbst oder jemand anderes auf dem Video zu sehen sein, muss das Einverständnis der betreffenden Person vorliegen. Auch hier ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern immer sinnvoll. Die SchülerInnen können sich entweder selbst anmelden oder aber es gibt einen "Gemeinschafts-Account", der über die Lehrkraft läuft. Je älter die SchülerInnen sind, desto mehr Verantwortung kann ihnen übertragen werden. Wichtig ist immer, dass sich an die Richtlinien von YouTube gehalten wird!
Einsatzmöglichkeiten
YouTube-Videos bieten große Chancen für den Unterricht. Man kann Videos zu bestimmten Themen anschauen, in die Thematik tiefer eintauchen und sich durch verschiedene Videos durchklicken. Die Lehrkraft sollte nur immer darauf achten, dass sich die SchülerInnen nicht in YouTube verlieren, nur sinnvolle Videos anschauen und keinen Blödsinn anfangen (so denn die SchülerInnen am eigenen PC arbeiten). Als Lehrkraft wäre es sinnvoll, vorher schon mal geeignete Videos gesichtet zu haben. YouTube bietet beispielsweise Videos von Experimenten, die man sonst so im Unterricht nicht zeigen könnte, da sie beispielsweise zu gefährlich sind. Oder sie ermöglichen Zeitraffer/Slow-Motion, kurzum, Details, die man sonst nicht zeigen könnte im Unterricht. Zudem ist es moderner (und interessiert die SchülerInnen daher mehr), schneller und großteils in besserer Qualität als die alten verstaubten Filmbänder. Schwierige theoretische Sachverhalte können auch durch kurze Videos vermittelt werden, sie können Emotionen wecken und so bei den SchülerInnen Gesprächsbereitschaft fördern. Schließlich wird im Idealfall auch die Neugierde der SchülerInnen geweckt. Sie sehen ein Video zu einem bestimmten Thema, spulen evtl. im Video hin und her, wollen mehr darüber wissen und schauen sich noch ein Video an, usw. Alle SchülerInnen können individuell lernen und nach Interessenslage weitersuchen.
Hier zum Beispiel gib es ein wunderschönes Zeitraffer-Video der Erde der NASA: Die bislang spektakulärsten Zeitraffer der Erde
Unser Beispiel vom Lernmarkt im Seminar: SchülerInnen können sich durch das Video eine Vorstellung davon machen, wie es unter Umständen beim Bewerbungsgespräch ablaufen kann: http://www.youtube.com/watch?v=c_WGcBJh0Pc
Wichtig ist dabei aber zu beachten, dass ein Video noch lange keine praktische Übung ersetzt. Durch bloßes Anschauen erfolgt noch lange kein Lernen! Das Englisch meiner SchülerInnen wird nicht zwangsläufig besser, nur weil ich viele englische Filme schaue, sprechen müssen sie selbst! Dies gilt erst recht für den Sportunterricht! Ein Video über das Klettern ersetzt noch lange kein Klettertraining! http://www.youtube.com/watch?v=lIGHfCNQJhY
Eine weitere schöne Einsatzmöglichkeit ist das selbständige Drehen eines YouTube-Videos. Die SchülerInnen können sich eigenständig mit einem Unterrichtsthema auseinandersetzen und kurze Filme drehen. Die Videos werden anschließend dann bei YouTube hochgeladen (entweder haben die SchülerInnen einen eigenen Account oder über den Account der Lehrkraft - näheres siehe oben). Damit ist auch gewährleistet, dass die SchülerInnen sich ansatzweise Mühe geben, schließlich präsentieren sie ihr Werk nicht nur vor der Klasse, sondern im wahrsten Sinne der Welt und müssen sich zudem noch mit Feedback von völlig Fremden arrangieren.
Hier hat sich eine Klasse im Deutschunterricht mit Lessing's "Nathan der Weise" beschäftigt, dabei herausgekommen ist dieses Lego-Video über den 1. Aufzug: Nathan der Weise 1. Aufzug - Lego Film
Neu ist jetzt auch YouTube fürs Klassenzimmer. YouTube hat den neuen Kanal YouTube EDU gestartet. Dort erhalten Schulen nach der Anmeldung einen besonderen Zugang, speziell für ihre Schule. Dort sind dann automatisch alle Videos geblockt, die nicht ins pädagogische Angebot passen. Damit kann man im Unterricht auf Videos zugreifen, die von anderen LehrerInnen und Schulen sowie von offiziellen YouTube-Partnern (Technology, Entertainment, Design: TED oder dem Smithsonian Insitute) eingestellt wurden. Hier gibt's mehr darüber: http://www.youtube.com/schools?feature=inp-bl-paq.
Linksammlung zum Weiterlesen
Erster Einstieg: http://de.wikipedia.org/wiki/Youtube
YouTube-Video über YouTube - sehr anschaulich, mit Erläuterungen zu YouTube, Web 2.0 und Hatern: Wie Funktioniert YouTube? Was ist Web 2.0? Wer sind Hater?
Nutzungsbedingungen von YouTube - sehr wichtig für Lehrkräfte: http://www.youtube.com/static?gl=DE&hl=de&template=terms
YouTube Community Richtlinien - wenn man sich selbst anmelden möchte: http://www.youtube.com/t/community_guidelines?hl=de&gl=DE
Rechtliches aus Baden-Württemberg: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/urh/film/net/
Dokumentation des Lernmarktes Hier ein paar Bilder von unserem Lernmarkt. Wir hatten Sketchnotes, Laptop und Tablet dabei, damit wir auch vor Ort Videos zeigen konnten, bzw. das Anmelden und kommentieren bei YouTube zeigen konnten.
Lernmarkt-Team "Videoplattformen - YouTube": Juliane Sack














