Latzes Whisky: Open Tasting - mal was anderes
Mal über den Tellerrand gucken – damit ist jeder gut beraten, von Zeit zu Zeit. Diesmal war es eher der Glasrand, beim Open Tasting in der Weinkellerei und Spirituosen-Manufaktur Heinr. von Have in Hamburg-Bergedorf.
Open Tasting? Das Prinzip ist schnell erklärt. Beim klassischen Tasting sitzen alle brav an ihrem Platz, probieren sich durch die Spirituosenfolge des Abends, lauschen den Worten des Moderators und fachsimpeln mit den Tischnachbarn. Das Open Tasting ist dagegen eine lockere Stehparty in von Haves Ladengeschäft. Für den Eintrittspreis von 20 Euro bekommt jeder Gast ein Verkostungsglas und die Möglichkeit, verschiedene feine Tropfen zu verkosten.
An diesem Abend mit dem Motto „A Men’s best friend“ standen je fünf verschiedene Whiskys, Rums, Cognacs und Tequilas zur Auswahl. Je eine Kostprobe aus den vier Kategorien war im Eintrittspreis enthalten, für den Rest wurde je Glas ein Aufpreis zwischen drei und fünf Euro fällig. Dazu gab es ein kleines Buffet mit herzhaften Häppchen – für die Grundlage und als zusätzlicher Gaumenkitzler. Ein rundes Angebot, das den Rahmen für einen interessanten Abend bot.
Durch das Umhertingeln der Gäste zwischen ihren Stehplätzen, dem Ausschank, dem Buffet und den Auslagen des Ladens ergaben sich genug Anknüpfungspunkte zu Gesprächen und zum Austausch mit den Mitverkostern. Untermalt von stimmungsvollen Live-Gitarrenklängen ergab sich so ein lebendiger Abend.
Wichtigster Pluspunkt des Abends war der Blick über den Tellerrand. Neue Erkenntnisse über Whisky und Rum gab es nur wenige. Immerhin weiß ich nun, dass Whiskyhersteller Douglas Laing meinen Geschmack offenbar nicht zu treffen vermag. Mochte ich schon seinen Speyside-Blend Scallywag nicht besonders, konnte ich nun auch seiner Lowlands-Zusammenstellung Epicurean wenig abgewinnen. Deutlich angenehmer war da schon der Highland Park Harald, doch auch dieser wird den Sprung in die vorderen Ränge meiner Whisky-Favoriten wohl nicht schaffen.
Was aber ist mit Cognac? Noch nie habe ich zuvor Cognac probiert, und meine erste Begegnung war nun, zumindest interessant. Eine fruchtige Spirituose mit reichem, rundem Geschmack – und auch geschmacklich von in Weinfässern gereiften Whiskys nicht allzu weit entfernt. Ist etwas – zum Beispiel der probierte Prince Hubert de Polignac V.S.O.P. – , was man durchaus mal im Haus haben kann.
Und dann noch Tequila. Kannte ich bisher nur mit rotem Hut auf der Flasche, als Prtygetränk mit Salz und Zitrone – wahrscheinlich hauptsächlich deshalb, weil er sonst nicht zu genießen ist. Aber das mexikanische Agaven-Destillat kann mehr, wie ich nun feststellte. Hochwertige Tequilas wie der probierte Corralejo Añejo Tequila sind durchaus wohlschmeckend und vor allem als Abwechslung bei sommerlichen Temperaturen denkbar, wenn Whisky und Rum nicht ganz so gut schmecken.
Fazit: Ein gelungener Abend mit viel Austausch unter lauter Genießern, die mit ihren verschiedenen Erfahrungen und Geschmäckern ihren Teil zu interessanten und launigen Gespächen beisteuerten. Ergänzt wurde das Ganze durch die fachkundigen Erläuterungen von Gastgeber Christoph von Have und seinen Mitarbeiterinnen. Empfehlenswert!










