Seit diesem Wintersemester studiere ich Soziologie. Als ich im Sommer die Zulassungsbestätigung erhalten hatte, war ich so glücklich und total euphorisch. Also, 19. Oktober- ich mache mich auf den Weg zur Uni zur Einführungsveranstaltung. Ich lerne auch schon eine Kommilitonin kennen und alles ist supermegacool - immerhin bin ich jetzt Studentin. Und dann komme ich in die erste Sitzung zur “Einführung in das Studium der Soziologie”. Die Dozentin kommt in den Hörsaal, bereitet alles für die nächsten 90 Minuten vor, wartet, dass wir ruhig werden, damit sie beginnen kann. Es wird ruhig. Die Dozentin beginnt, steigt direkt ein, kein kurzes Begrüßen und Vorstellen. Hm, naja, gut, ist halt so, ich nehme es erst einmal hin. Und dann kommt das: “Wir sind hier nicht beim Sozialamt und auch nicht bei der säkularen Seelsorge.” Das war ihre Aussage, ganz trocken und völlig salopp. Danke, liebe Dozentin, danke für diese ernüchternde Aussage. Das heißt also, wir sehen die beschissenen Zustände, analysieren sie und es passiert...NICHTS? Wow. Ich war nach dieser Vorlesung ziemlich enttäuscht und auch die mir inzwischen bekannten Kommilitoninnen, mit denen ich mich unterhielt, konnten es noch nicht recht fassen. Naja, in der Übung zur Vorlesung konnte unsere Tutorin uns dann erstmal etwas beruhigen und klärte uns auf, dass es eben nicht ganz so ist, wie es uns zuvor erzählt wurde.