Das schlimme daran, gleichzeitig Tutor und Student zu sein?
- Es ist 23:30 Uhr. Seit einer Stunde sitzt du vorm Bildschirm und starrst auf dein leeres Email Postfach. “Noch 30min bis zur Deadline, Lisa, du kleine Enttäuschung”, murmelst du, während du gebannt darauf wartest, dass die letzte deiner Tutanden endlich ihre Hausaufgaben abgibt. Es ist 23:54 Uhr, als die Email endlich ankommt. “6 Minuten, Lisa, Mann Mann Mann”, sagst du kopfschüttelnd. Um 23:59 Uhr bequemst du dich dazu, jetzt mal deine eigenen Hausaufgaben einzureichen.
- “DIESE KLEINEN PENNER LESEN SICH NIE MEINE FOLIEN DURCH”, schreibst du wutentbrannt einer Freundin mitten in der Nacht, weil deine Tutanden nach zehn Wochen immer noch nicht gerafft haben, worum es in diesem Kurs eigentlich geht. Am nächsten Morgen kramst du dann in deinem Collegeblock, der eigentlich nichts als eine wilde Blättersammlung aus vier Semestern ist, und versuchst, irgendwo einen Hinweis darauf zu finden, was du in diesem einen Seminar machen musst, in dem du seit fünf Wochen nicht mehr warst.
- “Die Poster aus den anderen Tutorien sehen echt viel hässlicher aus als unseres”, sagt deine Tutandin stolz zu dir. Du lächelst gekünstelt und denkst dir, dass ihr Poster mindestens genauso scheiße aussieht wie das der anderen und du verdammt froh bist, dass dein Name nicht mit darauf steht. Zu Hause setzt du dich dann daran, selber ein wissenschaftliches Poster über eins deiner Experimente zu erstellen, und stehst kurz vorm Heulkrampf, weil du so gar keinen Bock darauf hast, und klatschst einfach irgendwas drauf und hoffst, es guckt keiner so genau hin.












