Andere Anlässe, andere Unterschriften
Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Seminars “Handschrift: Aktivismus für Introvertierte” an der UdK Berlin.
In letzter Zeit habe ich vor allem im Alltag unterschrieben – das letzte Mal war heute, als ich bei einem Geschäft eine Bestellung abgeholt habe. Dafür musste ich mit einem Kugelschreiber auf dem Kassenzettel unterschreiben, um zu bestätigen, dass ich die Bestellung erhalten habe. Es war eine reine Formalität, nichts Feierliches, und ich habe dabei ehrlich gesagt kaum über die Geste selbst nachgedacht. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass diese Unterschrift notwendig ist, um die Transaktion „gültig“ zu machen – fast so, als würde sie die Handlung erst real abschließen.
Eine andere Art von Unterschrift war eher persönlicher: in Weihnachts- und Geburtstagskarten. Hier unterschreibe ich mit meinem Vornamen und es geht weniger um eine rechtliche Gültigkeit als vielmehr um Beziehung, Nähe und ein kleines Zeichen von mir selbst. In diesem Kontext ist die Unterschrift Ausdruck von Zuwendung, vielleicht sogar ein kleiner performativer Akt.
Spannend finde ich, wie unterschiedlich meine Unterschrift ausfällt, je nachdem in welchem Kontext ich sie leiste: Bei der Bestellung formell, leserlich und bei Karten eher kreativ oder verspielt.