Mein Mount Everest
Tag 12: Nichts ist erschreckender als keine Zukunft zu sehen. Wie oft ich schon vor diesem Berg „Zukunft“ stand und unten einfach mein Zelt aufgeschlagen habe. Lege mich hin und schaue nach oben. Diese weite Ferne sieht eigentlich gar nicht so erschreckend aus, wie es sich anfühlt, bevor man den ersten Schritt nach oben macht. Klar, mich erwartet Arbeit und all diese nervigen Dinge, an denen ich eh nicht dran vorbei komme. Doch warum macht es denn so Angst, sich festzulegen? Sich zu entscheiden? Sich vielleicht einfach nur treiben zu lassen, ist genauso beunruhigend wie die Dinge, alle auf einmal in Angriff zu nehmen, weil man ja doch irgendwie ständig in der Erwartung ist, jetzt kommt die Zukunft einen zu. „Man wird ja nicht jünger“ - na und das impliziert doch nur das die Gesellschaft Alt werden als etwas Negatives ansieht. Alt zu werden bedeutete doch einfach nur mehr Weitsicht und mehr Erlebtes hinter sich zu haben und vielleicht auch gerade wegen ganz vieler Scheißtage ein ganzes Stück Gelassener geworden zu sein. Und genau das ermutigt mich weiter zu machen und etappenweise meinen Zukunftsberg zu beschreiten. Komme was komme, ich will nicht länger am Fuße des Berges rasten und mich fragen, was wohl hinter diesem Berg liegen mag.










