Not Changing Pops Seeking
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Not Changing Pops Seeking
Mein Mount Everest
Tag 12: Nichts ist erschreckender als keine Zukunft zu sehen. Wie oft ich schon vor diesem Berg âZukunftâ stand und unten einfach mein Zelt aufgeschlagen habe. Lege mich hin und schaue nach oben. Diese weite Ferne sieht eigentlich gar nicht so erschreckend aus, wie es sich anfĂŒhlt, bevor man den ersten Schritt nach oben macht. Klar, mich erwartet Arbeit und all diese nervigen Dinge, an denen ich eh nicht dran vorbei komme. Doch warum macht es denn so Angst, sich festzulegen? Sich zu entscheiden? Sich vielleicht einfach nur treiben zu lassen, ist genauso beunruhigend wie die Dinge, alle auf einmal in Angriff zu nehmen, weil man ja doch irgendwie stĂ€ndig in der Erwartung ist, jetzt kommt die Zukunft einen zu. âMan wird ja nicht jĂŒngerâ - na und das impliziert doch nur das die Gesellschaft Alt werden als etwas Negatives ansieht. Alt zu werden bedeutete doch einfach nur mehr Weitsicht und mehr Erlebtes hinter sich zu haben und vielleicht auch gerade wegen ganz vieler ScheiĂtage ein ganzes StĂŒck Gelassener geworden zu sein. Und genau das ermutigt mich weiter zu machen und etappenweise meinen Zukunftsberg zu beschreiten. Komme was komme, ich will nicht lĂ€nger am FuĂe des Berges rasten und mich fragen, was wohl hinter diesem Berg liegen mag.
Mein Soundtrack
Tag 11: Manchmal sitze ich zu Hause im schummrigen Licht und einem Glas Wein in der Hand. Die Musik durchdringt meinen Brustkorb. Ich spĂŒre, wie die Beats mein Blut zum Schwingen bringen und die Bassline sich in meinem Herzen widerspiegelt.
Es sind alte Lieder aus vergangen Tagen. Tagen, an denen ich in lauen NĂ€chten ĂŒber das Stadtfest ging und die Livebands jeder einzelnen BĂŒhne betrachte, wĂ€hrend ich mich durch die Menge drĂ€nge und der duftende Geruch von Essen in der Nase liegt.Irgendwann, nach vielen Drinks, stehe ich vor einer dieser BĂŒhnen, auf welcher ein Lieblingssong gespielt wird.Ich spĂŒre, wie sie mich und die Umgebung einnimmt. Wie die Aufmerksamkeit sich auf die BĂŒhne zu richten scheint. Und genau dann kommt dieser eine Moment, an dem alles um mich herum zu verschwinden scheint. Dieser Moment, an dem nur die Musik und ich zu existieren scheinen. Es fĂŒhlt sich an wie die ersten warmen Sonnenstrahlen im Gesicht oder wie man tief in Gedanken mit Freunden den stillen Moment an einem Lagerfeuer genieĂt. Â
Es ist, als wĂ€re ich eins mit mir, der Musik, meinen Gedanken und dem Rhythmus. Sekunden wandeln sich in Minuten. Minuten fĂŒhlen sich an wie Stunden. Der aufregende Tag neigt sich dem Ende zu. Alle EindrĂŒcke prasseln auf mich hinein, all die alten und neuen Gesichter, die lustigen, aufregenden und intensiven Momente an diesem Wochenende. In mir brennt es auf wie Benzin im Feuer, der Funke schlĂ€gt ĂŒber. Ich möchte BĂ€ume ausreiĂen, diesen und alle anderen Momente nie wieder vergessen, sie einfangen.
Also sitze ich zu Hause im Wohnzimmer, mit dem Glas Wein in der Hand. Höre Musik aus vergangen Tagen, lehne mich zurĂŒck. Sobald der erste Ton anfĂ€ngt, kommen die Erinnerungen, die Bilder in all den Formen und Farben und jede einzelne meiner Emotionen dieser Tage zurĂŒck. SpĂŒre wie das Feuer erneut entfacht. Lasse die Songtexte in meinem Kopf vibrieren, den Bass mein Herz ĂŒbernehmen, die Musik meine Seele berĂŒhren.
Situationen, die ich zu vergessen schien, tauchen in voller Pracht aus den tiefen meiner Gedanken auf. Es ĂŒberwiegen die schönen Momente. Einzigartig; in der Situation unterschiedlicher als jede andere. Manchmal auch nur kleine Augenblicke; fĂŒr mich besondere Sekunden innerhalb des erlebten. Meist mit Menschen, die mir wichtiger nicht sein können. Tage, an denen wir uns tanzend in den Armen lagen und laut zu unseren Songs mitsangen. Manchmal sind es auch die Unscheinbaren, die plötzlich wieder da sind um mich zu Ăberraschen.
Ich lĂ€chle, drehe die Musik noch ein StĂŒck lauter, schlieĂe die Augen und bin wieder da, wo ich sein will. SpĂŒre wieder das, was ich hoffte einzufangen.
Das bin ich, denn all das habe ich erlebt.
Kanns kaum erwarten, neue, unvergessliche Erinnerungen zu schaffen, neue Lieder zu entdecken und wieder einmal mitten in der Woche fĂŒr einen kurzen Moment ganz woanders zu sein. Â
Sommernacht mit Freunden
Tag 10:
Kennt ihr das noch?Â
Mit Vorfreude und Lieblingsplaylist zurecht machen
Ins Auto steigen, mit schallender Musik und warmen Sonnenstrahlen im Gesicht zu Freunden fahrenÂ
aussteigen, es riecht nach Grill, gemurmel hinter dem Haus, die KlĂ€nge melodischer Songs werden lauter mit jedem Schritt aufâs Haus zuÂ
um die Ecke siehst du deine Freunde, strahlend, zelebrierend, mit fancy Drinks oder Bier in der HandÂ
du nÀherst dich
sofort erkannt und direkt umarmt, fĂŒhlst du dich direkt ZuhauseÂ
es ist am spĂ€ten Nachmittag noch immer T-Shirt warm, die Sonne scheint tief direkt auf die TerrasseÂ
die ersten stehen auf um zu umarmenÂ
KĂŒsse auf die Wangen zur BegrĂŒĂung - spĂŒrst Liebe
Setzt dich ins getummel, bekommst einen Drink der Wahl sofort in die Hand gedrĂŒckt, natĂŒrlich nicht ohne anzustoĂenÂ
Du spĂŒrst wie die Sonne ins Gesicht strahlt, setzt die Sonnenbrille wieder auf
Erstmal sagen was so in letzter Zeit so gingÂ
gemeinsam Essen vorbereitenÂ
stehen mit GetrÀnk in der Hand vorm Grill, hungrig, geduldig
Teller wird randvoll mit leckerem Essen beladen, alle freuen sich
einen Absacker oder eine Zigarette danachÂ
wenn du dich nach hinten lehnst und alles etwas aus der Ferne betrachtest, spĂŒrst du pures GlĂŒck
lauscht vielleicht den GesprĂ€chen, quatscht unendlich viel, lachst, spielst spiele, erkundest die Musiksammlung nach einer passenden Platte oder findest das Aux-Kabel um ĂŒber Spotify neue Tracks abzuspielen
Angeheitert hast du vielleicht schon TrÀnen gelacht
der Abend nimmt weiter seinen Lauf
vielleicht geht es noch irgendwo hin, aber gerade ist der Abend eigentlich viel zu schön und so wird die Musik einfach Zuhause aufgedreht
Und dann tanzen wir zu unseren Lieblingsliedern im WohnzimmerÂ
Werfen uns in die Arme und schunkeln weiter
Singen alte, bekannte Lieder schief mit
und freuen uns ĂŒber den Augenblick
und dann merkt man
und dann merkt man dass man viel zu lange nicht mehr ĂŒber das universum nachgedacht hat oder ĂŒber das meerwasser, das gelb, rosa und hellblau glitzern kann wenn nur die sonne hineinscheint und dass man vergessen hat dass man doch immer nur auf der suche ist nach all dem wunderbaren was da so unbesehen auf dem eigenen weg herum liegt
© 2021 â Freitag ist Rosa  Â
via wehearit
Merging with the treeÂ
Berlin, 2020Â
âIch bin ein Fraum - halb Frau, halb Baum.â
Itâs been a long time since Iâve been me.
Fernando Pessoa (via thoughtkick)
Itâs not okay
Tag 9: Mittlerweile fĂŒhle ich mich so gefangen in meiner Umgebung, dass ich selbst nicht weiĂ, wer ich bin. Immer dieser Druck von allen Seiten, der mich zu ersticken droht. Und selber mache ich mir auch druck. Ich will schreien, mich befreien von all diesen Lasten. Will nicht mehr das sein, was aus mir in den letzten Jahren wurde. Will wieder Freiheit spĂŒren und selbst entscheiden, was ich tue.
So weit bin ich gelangt. Habe mir mehr selbst geschadet, in dem ich es nicht mehr aufgebracht habe âNeinâ zu sagen.
Immer nur zu genĂŒgen, immer fĂŒr alle da zu sein, lĂ€sst mich innerlich leer werden. Suggeriere mir selbst, dass dies ja doch nun mein Leben ist. Das die permanente Anwesenheit und Hilfsbereitschaft mich zu etwas Unverzichtbarem macht.
Doch höre und spĂŒre ich nur zu genĂŒgen.Â
Warum schaffe ich nicht einfach aufzustehen und fĂŒr mich zu kĂ€mpfen?
Wann schaffe ich zu sagen, dass nicht alles okay ist?
photographed by Freddie Ardley
PsychologyDaily.com †Therapy App †Stay Motivated
I had no idea what I wanted, only that I wanted something, which is the worst kind of wanting.
-David Leviathan
Tag 8: Irgendwas zwischen Ignoranz und dem GefĂŒhl von einem Aufschrei zur Ănderung der aktuellen Lage.
Vermutlich liegt es an der stĂ€ndigen VerfĂŒgbarkeit an Nachrichten weltweit, die mich denken lassen: Was ist bloĂ los mit unserer Menschheit? Vermutlich findet jetzt ein Wandel des bisherigen âway of lifesâ statt und alles ist zwar neu, aber irgendwann wird auch das zur NormalitĂ€t. Neues kann Angst machen, zudem die Ungewissheit und Unruhe der aktuellen Zeit. Durch die tĂ€glichen Informationen und den Zugriff auf Nachrichten der ganzen Welt, der Nahbarkeit von berĂŒhmten Persönlichkeiten oder die Möglichkeit, Meinungen von nahezu jedem Menschen zu erfahren, macht uns die heutige Zeit unbewusst zu weit weltoffeneren Menschen (oder es bewirkt das Gegenteil). Doch niemand hat uns gesagt, wie wir mit der Informationsflut, mit Social Media oder lediglich dem Wissen von all den kritischen Lagen umgehen sollen.
An manchen Tagen lese ich einfach keine Nachrichten, lege das Smartphone bei Seite und widme mich meinen Freunden, Familie, meinem Hobby oder der Natur. Manche nennen das âDigital Detoxâ, fĂŒr mich ist es Achtsamkeit mir selbst gegenĂŒber. Doch gleichzeitig fĂŒhle ich mich dabei so unglaublich Ignorant dabei. Ich habe das GefĂŒhl, etwas dagegen tun zu mĂŒssen. Und es ist nicht mit z. B. einem âBLMâ-Post getan. Etwas in mir sagt, ich muss aufstehen und mich fĂŒr irgendwas stark machen, mein Wort erheben. Doch wo fĂ€ngt man ĂŒberhaupt an? WofĂŒr mache ich mich stark? Es gibt so unzĂ€hlig viel Schlimmes, von Armut, Hunger, Freiheit, ... bis hin zur Politik oder Klima (um es kurz zu halten, habe ich nur oberflĂ€chlich Themen aufgezĂ€hlt). Je gröĂer die Auswahl, desto schwieriger scheint es sich zu entscheiden, denn alles hat seine Wichtigkeit in meinen Augen.Â
Ist es also wirklich Ignorant, mal keine Nachrichtenflut zu wollen und sich mit sich selbst und nahestehenden Personen zu beschĂ€ftigen und denen mit Rat und Tat bei Seite zu stehen oder einfach die Freizeit zu genieĂen?
Stille
Tag 7: Ăberhört zu werden, ist NormalitĂ€t fĂŒr mich. Manchmal zerreiĂt es mich, wenn ich mitten im Satz einfach stehen gelassen werde. Meine Stimme ist zu leise, das weiĂ ich und trotz vieler Versuche, dies zu Ă€ndern, war ich nur wenig erfolgreich. Jedoch, ich mag ich die Stille. Es stresst mich sogar regelrecht stĂ€ndig von LautstĂ€rke umgeben zu sein. Nach solchen Tagen lege ich mich hin und spĂŒre, wie nicht nur generell, sondern auch in mir die Stille einkehrt.
Meine Gedanken sind ohnehin schon laut genug.
It's all about perspective.
My mind all the time
âIn case you ever foolishly forget: I am never not thinking of you.â
â Virginia Woolf
Manchmal ist allein sein alles.
Tag 6: An manchen Tagen, wo viel los war, freue ich mich umso mehr auf die Zeit des Alleinseins. Ich liebe es, allein zu sein. Vor allem, weil das sehr selten vorkommt. Allein zu sein ist dann wie ein gut behĂŒteter Schatz fĂŒr mich. FĂŒr mich ist das die Zeit, in der ich mich besonders auf mich fokussieren kann. In der Ruhe finde ich neue Gedanken, neue Ideen oder einfach Entspannung.
So wie heute war ich also ganz freudig darĂŒber, etwas Zeit fĂŒr mich zu haben. Bedauerlicherweise ist daraus nichts geworden und meine Laune ist deshalb echt im Keller.
Es ist so nebelig, dass man die Strahlen der Sonne im Nebel zwischen den BĂ€umen durchscheinen sieht. Ich werde bei meinem Spaziergang versuchen, das in einem Foto festzuhalten.