Holland IV 2026 - Tag 10
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
Wenn man in Friesland ist, muss man sich das Woudagemaal anschauen, denn es ist ein einzigartiges Kulturdenkmal der Wasserwirtschaft.
Ein großer Teil der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel, so auch die Provinz Friesland.
Während der Winter des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen große Teile von Fryslân (Friesland) unter Wasser.
Um diese Wasserflut zu bekämpfen, beschloss man 1913 eine Dampfpumpstation bei Lemmer zu bauen.
Wer das friesische Dorf Lemmer besucht, kann es schon von Weitem sehen:
den 60 Meter hohen Schornstein eines der schönsten und innovativsten Baudenkmäler Hollands, des Ing. D.F. Wouda-Pumpwerks.
In einem vom Stil der Amsterdamer Schule inspirierten Gebäude befindet sich das größte immer noch funktionstüchtige, dampfbetriebene Schöpfwerk der Welt.
Ein Meisterwerk der Wasserbaukunst erwartet die Besucher.
Ingenieur Dirk Frederik Wouda war maßgeblich an dem größten niederländischen Wasserbauprojekt des 20. Jahrhunderts beteiligt.
Die Anlage (1913-20 gebaut) ist als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.
Das größte, noch in Betrieb befindliche Dampfpumpwerk der Welt.
Das Wouda-Pumpwerk wurde erbaut, mit dem Ziel, das überschüssige Wasser aus Friesland herauszupumpen.
Es gibt über 800 kleinere Pumpstationen, die das Wasser aus verschiedenen Poldern pumpen.
Das Maschinenhaus ist 62 x 15 m groß und ruht auf einer Fundamentplatte von 82,3 x 44,4 qm auf 1950 Holzpfählen.
Der Zulaufkanal hat eine 68 m Sohlbreite, 3,20 m Tiefe und 87,20 m Spiegelbreite.
Vier Millionen Liter Wasser, in etwa 28.000 volle Badewannen, pumpt das Woudagemaal in der Minute.
Vier riesige Dampfmaschinen treiben die acht gewaltigen Pumpen an.
Das nach dem Ingenieur Wouda benannte Pumpwerk ist das größte und einzige heute noch arbeitende Dampfpumpwerk der Welt.
Die Friesländer freuen sich über das Weltkulturerbe, denn seitdem es das Dampfpumpwerk gibt, bleiben ihre Füße bei Hochwasser trocken.
In Zeiten des Klimawandels ist diese 100-jährige Technik ein Segen für die friesische Wasserwirtschaft.
Denn es pumpt heute immer noch bei extrem hohen Wasserständen das überflüssige Wasser aus Friesland in die Zuiderzee, das heutige Ijsselmeer.
Dann werden die riesigen Kessel angeheizt (seit 1969 statt mit Steinkohle mit Heizöl) und der Dampf treibt die Oldtimer-Dampfmaschinen an.
Diese setzen die riesigen Pumpen in Bewegung.
Bis 1968 war es ständig in Betrieb, mit der Entstehung des neuen elektrischen Hoogland-Schöpfwerks in Stavoren muss es nur noch bei extremen Hochwasserständen „aushelfen“.
Um das zu gewährleisten, werden ein- bis zweimal im Jahr Übungen durchgeführt, um Maschinisten und Heizer auszubilden.
Bevor die Dampfpumpstation tatsächlich Wasser abpumpen kann, muss erst ein bestimmter Druck aufgebaut werden.
Um die Kessel mit Wasser zu füllen, das schwere Heizöl vorzuwärmen und die acht Pumpen nacheinander zu starten, ist ein Team von mindestens elf Personen notwendig.
Nach sechs Stunden Hochfahren und Aufwärmen laufen die über 100 Jahre alte Maschinen auf Hochtouren.
Seit 1998 gehört das Wouda-Pumpwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Architektonisch und technisch ist die Woudapumpstation ein gut gepflegtes Monument aus dem Ende des Dampfzeitalters.
Hut ab für die Ingenieure, die das Gebäude und seine Maschinen damals entwarfen.
Wer sich nicht für Pumpen, Kolben und Dampf interessiert, das Gebäude ist eine architektonische Augenweide.
Gebaut nach Entwürfen von Architekt H.P. Berlage, ein Anhänger der Amsterdamer Schule.
Im Besucherzentrum gibt es eine kleine Präsentation über die Geschichte des Dampfschöpfwerks, der friesischen Wasserwirtschaft und die Folgen des Klimawandels.
Und nach dem Rundgang kann man sich auf die Aussichtsterrasse des Besucherzentrums setzen und den schönen Ausblick auf das Ijsselmeer genießen. Die Dampfpumpstation gehört auch zur Europäischen Route der Industriekultur.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär








