Wie mich eine nicht ausgereifte Software fast in einen Rechtsstreit mit AOL treibt
Ende 1997 bin ich gerade umgezogen und habe parallel meiner Mutter glaubhaft vermitteln können, dass ich zum Studieren einen eigenen Computer brauche. Natürlich werfe ich im ersten Moment, als er auf meinem Schreibtisch steht, eine AOL-CD rein, um mir dieses Internet am eigenen Rechner mal etwas genauer anschauen zu können.
Im Gegensatz zu meinem WG-Kollegen, der seine gesamte online-Zeit nur aus immer neuen „10-Stunden-Gratis“-AOL-Accounts speist, meine ich es etwas ernster und gehe nach Ablauf der Test-Zeit einen festen Vertrag ein.
Bei der Eingabe meiner Daten stelle ich fest: AOL kann keine Umlaute; jedenfalls in diesem Formular nicht. Ich wohne aber in der „Fröndenberger Straße“. Außerdem bin ich noch ungeübt mit dem Computer und denke „Was soll schon passieren?“ als ich daraus die „Froendenberger Strasse“ mache.
Sehr schnell danach will ich doch lieber zu einem kleinen, lokalen Internet-Provider wechseln und versuche AOL zu kündigen. Ich kann mich nicht erinnern, ob das mit einem anderen Formular online oder nur per Brief ging, aber natürlich verschickte ich meine Kündigung aus der Fröndenberger Straße. Das führte zu längeren Streitigkeiten, in deren Verlauf mir ein AOL-Mitarbeiter Betrug vorwarf; ich hätte schließlich falsche Angaben zu meiner Adresse gemacht. Nur aus Kulanz und weil ich ja eh gerade kündigte, wolle er mich nicht verklagen.