Gab ja ein paar Diskussionen, dass der spatort-tag so ruhig ist, deshalb dachte ich mir, wir könnten den wip Wednesday (wieder)beleben. Vielleicht schließt sich ja jemand an.
Ich arbeite gerade an einer längeren Geschichte, die ich aber erst zu Ende schreibe, bevor ich poste (deshalb derzeit auch nichts anderes von mir auf Ao3...). Dazu habe ich auch immer mal wieder was auf dem discord server geteilt, die Schnipsel werde ich dann hier nach und nach posten (eigentlich finde ich es nämlich ohnehin nicht so gut, wenn fandom im großen Stil in discord servern aus der Öffentlichkeit verschwindet).
Klappentext: Seit Wochen liegt die Antwort auf das Tauschgesuch aus Saarbrücken in Adams Schublade. Er hat Leo damals versprochen, zurückzukommen, aber kann er das nach 15 Jahren Funkstille wirklich bringen?
Gerade, als er sich endlich trauen will, stellt eine interne Ermittlung des BKA seine Abteilung auf den Kopf. Ein anonymer Hinweis, dass Drogengeschäfte in queeren Clubs gedeckt werden, ruft ein Team aus Ermittler*innen aus dem Bundesgebiet auf den Plan. Mit dabei: Ausgerechnet Leo.
Nicht nur Leos eiskalter Ermittlerblick bringt Adam an seine Grenzen; schon bald zwingen ihn eine verschwundene Kollegin, alte Gefühle und ein undercover Einsatz, der die Grenze zwischen Träumerei und Realität verwischt, dazu, sich Wahrheiten zu stellen, die er eigentlich längst verdrängt hat.
Riesiger Dank geht raus an @miacolada, weil sie beim editieren eine große Portion ihrer Magie über jedes Kapitel sprenkelt. 😍 Die Geschichte hat diverse explizite Szenen, deshalb ist der Schnipsel unterm Strich.
Aus Kapitel 1: Adam ermittelt Adam-Style.
Die anzüglichen Pfiffe der dort Stehenden quittiert er nur mit einem lässigen Zwinkern. Jeder weiß, was sie vorhaben, als sie sich hinter der Tür an der notdürftigen Absperrung in der Gasse durch einen Bauzaun vorbeidrängen. Vielleicht hat Adam sogar den einen oder anderen schon mal mitgenommen. Vielleicht, als der Regenbogen gelb war. Er kann sich nicht erinnern und es ist ihm auch egal.
Kalter Rauch und der Gestank von Mülltonnen steigt ihm in die Nase, aber auch das ist ihm egal. Kurz blickt er sich um — sie sind wohl gerade die Einzigen hier. Gut so.
„Hast was genommen?“, fragt er den Typen, als dessen Pupillen einen Moment zu lange brauchen, sich an die Dunkelheit anzupassen.
„Bisschen“, antwortet er und drückt seinen Schwanz wieder gegen Adams. „Problem?“
Adam schüttelt den Kopf. Er sieht klar genug aus und spricht auch deutlich, das muss reichen. Wenn er ihn richtig ficken wollte, wäre das etwas anderes, aber bei dem was Adam vorhat, kann er jederzeit aufhören. „Wo hast du das Zeug her?“, fragt er stattdessen, versucht interessiert nach einem Kick zu klingen, aber nicht zu aufdringlich.
Der Typ schnaubt und geht vor Adam auf die Knie, statt zu antworten. Natürlich. Es ist nicht das erste Mal, dass er keine Antwort auf diese Frage erhält. Die Razzia, die sie vor einem halben Jahr in Zusammenhang mit einem anderen Fall hier durchgeführt haben, macht die Leute vorsichtig. Jeder weiß es, aber keiner redet darüber. Damals haben sie nichts gefunden, aber Adams schlechtes Gefühl, das ihn regelmäßig hierher treibt, ist geblieben.
Adam hilft mit seiner Hose, lässt sich etwas Zeit beim Öffnen des Gürtels, während sein Blick zum ersten Mal in Richtung Lager gleitet, das er hier vom Bauzaun aus gut beobachten kann. Noch ist alles ruhig, das graue Rolltor geschlossen, aber gleich müsste die Warenlieferung für den Tagesbetrieb kommen, und Adam vermutet schon lange, dass das der Zeitpunkt ist, an dem die Drogen in den Laden kommen. Welche, weiß er immer noch nicht. Irgendwas Aufputschendes, das auch ein bisschen geil macht, aber da ist die Auswahl groß.
Der Typ fackelt nicht lange als die Jeans endlich offen ist, gleitet mit der Hand unter seiner Boxerbrief an Adams Länge auf und ab. Eigentlich klärt Adam erstmal ein paar Grundsätze ab, bevor irgendwas passiert, aber der hier hat's wohl nicht so mit Reden.
Fic authors self rec! When you get this, reply with your favorite five fics that you've written, then pass on to at least five other writers. Let’s spread the self-love 💗
Late to the party, but here I am. I was tagged twice, so I'm going to use the opportunity to use each post for one fandom (zelink and spatort!). Thank you @zeldadiarist and @mistresslrigtar !
For LoZ/zelink:
My favorite is probably The Promise simply because I think it's some of my best writing.
An old promise forces Link into a betrothal with Zelda, the daughter of his father's friend and the center of Castle Town's rumors. At the end of the winter solstice ball, however, he makes his own, rushed promise to her. He soon discovers she might be worth holding it no matter the trouble that seems to follow them like a shadow.
https://archiveofourown.org/works/44387128
I also still love Flour, water, salt, yeast, love. It's been years, but I still like the short chapters and how they transport the character arcs and the story.
As a regular in Link's bakery, Zelda asks him for a favor for Hylia's day. A mistake leads to them fake-dating until at the end of the holidays neither of them knows what is fake and what is real anymore.
Next is Somebody That I Used to Know. I write a lot of playful things, but occasionally I can and will write a serious story, too. Once I'm finished with The Promise, I'll pick up a TP wip again that falls into this category, too.
Decades after Link promised to return to the castle, Zelda steps down from the throne to search for him. She journeys through Hyrule as Sheik, trying to find a trace of a man gone up in smoke to speak to him one last time.
Speaking of TP: No Place Like Home is one of my favs not because I adore the story so much but because it steams from a discord conversation that was a lot of fun. (Fun fact: several people have told me, this story made them ship TP zelink. Make of that what you want 😂)
Link visits Ordon with his wife who's totally not the Queen of Hyrule.
https://archiveofourown.org/works/43191246
And last but not least: Magical because old games deserve love, too.
Trapped in the Sanctuary, Zelda does everything she can to provide Link with healing items for his quest, but no matter how many apples and potions she gives him, he still comes back every few days…
https://archiveofourown.org/works/45046652
Alright! Now for some tags! @pelicanpig @improbablescience @raccoonfiend95
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So, und nun das ganze nochmal für spatort.
Mein Favorit ist definitiv: Mach die Augen zu und küss mich (mach mir ruhig etwas vor). Adam, der vor Sehnsucht fast vergeht, ist eins meiner liebsten Themen zum Schreiben und diese Geschichte ist vollgepackt damit.
Als Leo jemanden kennenlernt, ist Adam sofort klar: Wenn er Leo das auch noch kaputt macht, war's das mit ihrer Freundschaft. Also heißt es, die eigenen Gefühle wegdrücken und das Richtige tun.
So findet er sich plötzlich in der ungewohnten Rolle des vernünftigen besten Freundes wieder und als ob das nicht schon schwer genug wäre, haben sich scheinbar auch noch alle gegen seine Mission verschworen.
Weiter geht's mit Advent mit gewissen Vorzügen. Diese Geschichte haben wir (falleraatje, miacolada, mieze_dorothee und ich) kurz vor dem Advent quasi im speedrun geschrieben und ich bin immer noch erstaunt darüber, wie gut das geklappt hat und wie zufrieden ich immer noch damit bin. Auch mein erstes Mal smut auf Deutsch, aber das ging mir doch recht locker von der Hand.
Dummen Ideen konnte Adam noch nie widerstehen und wenn sie in Form von 24 Türchen und einem nackten Leo daher kommen, schon mal gar nicht. Caros Geschenk — ein Erotik-Adventskalender — kommt ihm da gerade recht, um Leo endlich mal so richtig nahe zu kommen.
Gefühle? Wer redet denn hier plötzlich von Gefühlen?
Die Macht der Gewohnheit war die Idee, wegen der ich eigentlich überhaupt angefangen habe, für spatort zu schreiben. Aber wie das so ist mit Ideen, die sind nicht gern allein, also gibt's inzwischen ganz viele spatort Geschichten von mir.
Leos erster Arbeitstag nach der langen Zwangspause wäre alles andere als angenehm, hätte Adam nicht eine neue Angewohnheit entwickelt, die alles leichter macht. Oder: Fünfmal küsst Adam Leo auf die Stirn und einmal ist es andersherum.
Ich war überwältigt davon, wie viele liebe Menschen mich auf dem MOP auf meine "Treffen sich zwei Polizisten"-Reihe angesprochen haben. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und ich hab auch immer noch ein warmes Gefühl im Bauch davon. Deshalb darf die hier nicht fehlen, repräsentiert vom ersten Eintrag der Serie: Passenger Princess.
Während einer Observation steigt versehentlich ein ziemlich heißer Typ in Leos Auto ein und Leo merkt das erst, als er schon mitten in einer Verfolgungsjagd ist.
So ein Pech aber auch.
https://archiveofourown.org/works/74998696
Und dann noch Verteiler: _Alle, weil ich chat- und Email-Fics liebe. 😂
Adam schickt an seinem ersten Tag aus Versehen eine Mail an Alle, aber eigentlich interessiert er sich nur für einen der Kollegen, der antwortet.
Die Idee zu dieser Geschichte entstand auf dem Spatort Server, als wir lustig-peinliche Anekdoten geteilt haben. Normalerweise würde ich den Ausschnitt auch dort teilen, aber da ich momentan aufenthaltsortbedingt von discord abgeschnitten bin, eben hier. Die Geschichte trägt den Titel Passenger Princess und ist im Grunde fertig. Ich werde sie wohl posten, wenn ich mit der Ärzte Songfic durch bin, aber hier schon mal ein Ausschnitt, der ganz gut wiedergibt, worum es geht...
„Keine Sekunde zu früh“, zischte Leo etwas zu barsch und riss den Ganghebel rückwärts. Normalerweise sprang er nicht so mit seinem Team um, aber seit sie zu dritt Arbeit für vier übernehmen mussten, waren sie alle etwas dünnhäutig.
Nach hinten blickend fädelte er mit zu viel Tempo aus der Parklücke aus, als Pia sich gerade angeschnallt hatte. Vor ihm sprangen zwei Teenager inklusive Einkaufswagen aus dem Weg und wenn er nicht um Unauffälligkeit bemüht gewesen wäre, hätte er sie angehupt. So stieß er nur ein „weg da!“ aus und schnitt quer über den Radweg auf die Straße.
Der Funk knisterte und Esther meldete sich über den Knopf in seinen Ohr. „Die Streife meint er ist los, seid ihr da?“
„Ja. Pia ist gerade rechtzeitig von Klo wieder gekommen.“ Leo stellte das Funkgerät in lauter. „Ich häng' mich an ihn dran. Schwarzer Corsa, uralt. Baujahr 2010 schätze ich. Kennzeichen geb' ich durch sobald ich es hab. Bin jetzt drei Fahrzeuge dahinter.“
„Alles klar, ich treffe euch auf der Hauptstraße. Ich häng' hier in einer Baustellenampel, kann noch bisschen dauern. Warte mal, Pia ruft an. Was zum—“ Es rauschte im Funkgerät, dann knackte es. „Was zum Teufel, Hölzer? Pia steht auf dem Parkplatz, wen in aller Welt hast du da im Auto?“
„Äh—“ In Zeitlupe blickte Leo hinüber zum Beifahrersitz.
Dort saß definitiv nicht Pia. Dort saß ein blonder, hoch aufgeschossener Typ, der so gut aussah, dass Leo sich mindestens drei Bier hätte antrinken müssen, um ihn im Club anzusprechen. Hohe Wangenknochen, eisblaue Augen, charmantes Lächeln, oh fuck, der drückte aber mal sowas von sämtliche Knöpfe bei Leo. Sogar diejenigen, von denen er bis gerade nicht mal wusste, das er sie hatte. Seit wann stand er auf—war das ein Oberlippenbart? Nein, nicht nur, auch noch am Kinn, genau richtig um seine Hand drüber—Grundgütiger, das konnte doch wohl nicht wahr sein.
Fuck. Fuck!
„Zivilist, fürchte ich“, murmelte Leo und riss seinen Blick los, bevor er noch einem Auto hinten drauf fuhr.
Heute gibt's mal einen richtigen work-in-process Post, weil ellipsus ein cooles neues Feature hat, bei dem man sehen kann, wie man arbeitet. Wen das nicht interessiert—das heutige Schnipsel ist ganz am Ende des Posts.
Das hier ist die Statistik für Kapitel 18, das ich gestern Abend beendet habe. Vier Stunden für ein Kapitel in der Länge klingt jetzt gar nicht so schlecht, etwas bedenklicher finde ich da schon, dass ich offenbar 68 Mal das Dokument aufgemacht habe, um zu schreiben oder zu editieren. 😂
940 Denkpausen. Hm, ja. Wer denkt, dass Schreiben hauptsächlich Wörter aufs Papier bringen heißt, wird hier eines besseren belehrt. Es heißt hauptsächlich, zu überlegen wie der verdammte Satz weiter geht. 🤣
Die Zahl der Edits sieht auf den ersten Blick irrsinnig aus, liegt aber daran, dass ich laufend editiere. Ich springe ein paar Paragraphen zurück, um zu schauen, ob es Wortwiederholungen gibt, formuliere das um, schreib weiter. Ich lese auch sehr häufig, was ich schon habe, um in den flow zu kommen und bessere hier und da nach, wenn ich schon dabei bin.
Von dieser "edit-as-you-go" Methode wird häufig abgeraten, weil sie angeblich Zeit kostet und man sich im editieren verliert. Für mich funktioniert's. 🤷🏼♀️ Mein erstes Draft ist immer schon ziemlich nah am Endprodukt, das zeig ich gleich nochmal. Mir kommt es im Gegensatz dazu zeitraubend vor, erstmal "unsauber" zu schreiben, nur um schnell irgendwas zu Papier zu bringen. Aber das ist wohl einfach individuell, ich lass mir da nicht reinreden.
Hier jetzt im Vergleich der erste Entwurf (dunkel) und der letzte (Regenbogen). @miacolada geht dann auch nochmal drüber und streut ein bisschen Glitzer über die Stellen, die ich übersehen habe. 🥰
Und nein, Kontext für den Schnipsel geb ich nicht, da könnt ihr schön selbst rätseln, was da wohl los ist. 😂
So, heute aber wieder ein Schnipsel von Raues Pflaster zum WIP Wednesday!
Aus Kapitel 8: Leos love language is coffee.
Adam folgt ihm und erst, als Leo die Tür hinter sich schließt, realisiert er, dass sie zum ersten Mal wirklich allein miteinander sind, wenn man die angespannte Autofahrt gestern ausnimmt. Auch Leo scheint genau daran zu denken, steht dort mit der flachen Hand auf dem Türblatt, den Blick gesenkt. Fast sieht er aus, als würde er die Stirn auch noch gegen die Tür legen wollen.
Der Raum, der eigentlich als temporäres Aktenlager genutzt wird, ist dank des Einsatzes der Spusi leer. Nur die Regale stehen noch wie stille Zeugen, dass hier normalerweise die Papierwut erfolgreicher Ermittlungen gegen Berlins Drogenbosse gesammelt wird, bevor sie ins Archiv wandert.
Adam schließt die Augen, atmet flach die stickige Luft des kleinen Archivraums ein. Er will, dass Leo etwas sagt, irgendwas, aber das passiert nicht. Irgendwann muss Adam die Augen wieder öffnen.
Staub glitzert in der Luft, aber dieser Moment hat nichts Festliches an sich. Leo dreht sich langsam zu ihm um, sein Gesicht so verschlossen, dass Adam ihn am liebsten anschreien würde. Doch was bringt das?
In einem der Regale stehen zwei Pappbecher, hastig und mangels Alternativen dort abgestellt. Wortlos schiebt Leo einen davon in Adams Richtung. Er hinterlässt einen dunklen Ring aus Kaffee, eine Spur von Leo hier in Berlin.
Adam blickt weg, aus dem Fenster, irgendwohin. Er will nicht, dass Leo nur ein paar Spuren in seinem Leben hinterlässt. Er will mehr. Mehr Leo, mehr wir, mehr zusammen—für was auch immer es am Ende reicht.
Und für irgendwas muss es, nein, wird es reichen. Auf den Pappbechern ist das Logo der Bäckerei um die Ecke gedruckt. Fünf Minuten Fußweg, wenn man flott ist und keine Straßenbahn die Ampel blockiert. Zehn, wenn es blöd läuft. Leo kann seine Lippen zusammenkneifen wie er will, es ändert nichts daran, dass er für Adam den guten Kaffee geholt hat.
Ist schon wieder Mittwoch? Kann ja gar nicht sein. 😅
Na, dann gibt's hier das nächste Schnipsel, dieses Mal unter dem Strich, weil ein paar NSFW Begriffe auftauchen (war ja klar, ne? Kaum ist Leo im Raum, steigt die Temperatur 😂🥵).
Ich arbeite übrigens gerade an Kapitel 15. Die Geschichte hat mehrere kleine Bögen. Kapitel 15 ist der Start des vorletzten Bogens, bevor es dann zum Ende geht. Wie viele Kapitel es insgesamt werden ist schwer zu schätzen, weil der Plot des letzten Bogens noch nicht steht. 25 vielleicht? Aber keine Garantie für irgendwas, außer, dass ich fast jeden Tag dran arbeite. ☺️
Aus Kapitel 4; Adam wird von Leo verhört befragt.
Die Bilder, pixelig wie sie sein mögen, verstecken kaum etwas. Sie müssen aus einer Kamera im „Werther“ sein, von der er nichts gewusst hat. Auf einem lehnt er mit dem Hinterkopf gegen die Lagerwand, ein Typ auf den Knien vor ihm. Ein weiteres zeigt ihn mit einem anderen Mann, dieses Mal hat er seine Hand in dessen Hose. Es ist sogar eins dabei, wie er selbst einem Typen einen bläst, obwohl er das nur einmal dort gemacht hat, wenn er sich richtig erinnert.
Was hat Leo gedacht, als er die Bilder entdeckt hat? Er weiß nicht, ob er die Antwort hören will, aber er wird sie unweigerlich bekommen.
Leo beobachtet jede Regung in seinem Gesicht, seine Augen verengt.
„Ich hab' die automatische Bilderkennung eigentlich drüber laufen lassen, um zu sehen, ob Frau Bienert vielleicht mal im Lager war,“ sagt er und klingt sarkastisch dabei. „War sie wohl nicht, die Software ist da aber nicht immer perfekt. Aber stattdessen hab' ich die hier gefunden.“
„Na, das ist ja interessant“, sagt Moormann und grinst erst Adam und dann Leo schief an. Adam wird schlecht, noch bevor sie weiter spricht. „Schürk ist übrigens der Typ, den ich am Samstag als erstes aufgegriffen hab.“
Adam will am liebsten auf den hässlichen Teppich kotzen. Er hat weder ein Problem mit seiner Sexualität noch mit seinem Sexleben, aber letzteres in seiner ganzen Erbärmlichkeit ausgerechnet von Leo auf den Tisch geknallt zu bekommen, ist hart.
„Bei der Razzia? Ach.“ Leos Blick fliegt zu Adam, dann wieder zu den sehr eindeutigen Fotos. „Der mit dem Blowjob?“
„Genau der.“
Er hat noch nie darüber nachgedacht, wie sich das Wort „Blowjob“ aus Leos Mund anhören würde und am liebsten würde er es auch sofort wieder vergessen. Das wird ihn bis in seine Träume verfolgen, beides, in die schlechten und in die feuchten. Fuck. Fuck!
„Also? Was machen Sie da im Lager?“, fragt Moormann und Adam beschließt, dieses Gespräch nur mit ihr zu führen und Leos bleischweren Blick auf ihm zu ignorieren. Er ist erwachsen, sie haben sich 15 Jahre nicht gesehen. Leo hat es nicht mal nötig, mit ihm zu reden. Verflucht nochmal, vorhin hat er ihn nicht mal gegrüßt! Vielleicht muss er sich für seine unerlaubte Präsenz in diesem scheiß Lager rechtfertigen, aber nicht für das, was er dort tut. Nicht vor Leo.
„Was ich da mache?“ Er schnaubt. „Das ist ja wohl einigermaßen offensichtlich.“
Diese Woche nur ein ganz kurzer Auszug zum WIP Wednesday. Hab ja schon erwähnt, dass Maryam auch dazu gehört, sie leitet das Team mit Liv und Leo. ☺️
Im Schnipsel nächste Woche taucht dann auch Leo endlich auf, versprochen!
Aus Kapitel 3: Adam analysiert gern sein Gegenüber, um auf alles vorbereitet zu sein. Alte Angewohnheit... 😭
„Herr Schürk? Kommen Sie bitte.“ Die Polizistin, die ihn aufruft, ist stilvoll gekleidet, strahlt die subtile Eleganz aus, die Adam immer fühlen lässt, als ob er aus dem Altkleidercontainer lebt.
„Maryam Azadi, Kripo Frankfurt“, stellt sie sich vor, als er durch die aufgehaltene Tür geht. Sie lächelt ihm verbindlich zu, ein Ausdruck, der viel überzeugender ist, als das, was Moormann vorhin zustande gebracht hat. Adam weiß instinktiv, dass man mit Azadi 20 Jahre auf höchstem Niveau zusammen arbeiten kann, ohne dass man je die Frau hinter der Polizistin sieht. Moormann ist jünger, hat vielleicht Glück, dass sich die Zeiten langsam auch bei der Polizei ändern. Ihr fehlt die professionelle Gewandtheit, mit der Azadi jede Angriffsfläche ausradiert in diesem von weißen, selbstgerechten Männern dominierten Umfeld.
„Halt einfach die Fresse“ sagen zu dürfen, ist ein Privileg.
Vielen lieben Dank für die vielen Reaktionen, die mein Post zum wip Wednesday letzte Woche bekommen hat. Das hörte ja gar nicht mehr auf! 🥰
Deshalb geht's diese Woche gleich mit dem nächsten Schnipsel weiter. Da die Idee hier ja ist, dass Leo über eine SOKO nach Berlin kommt, muss es natürlich noch mehr Ermittlerinnen aus dem Rest des Bundesgebietes geben. Und weil Liv Moormann vom Tatort Bremen meine Lieblingstatortkommissarin ist (sorry Pia und Esther 🙈), wollte ich sie unbedingt rein schreiben. Ich hab sooo viel Spaß, Liv&Adam Interaktionen zu schreiben. 😂
Maryam vom Tatort Frankfurt ist auch noch dabei, weil sie mit ihrer Art da perfekt in diese Teamkonstellation passt und ich sie auch sehr mag. ☺️
Aus Kapitel 2: Adam und der Montag aus der Hölle 😂
Sie mustert ihn von oben bis unten. „Kernzeit ist auch mehr so ein Richtwert für Sie, was? Mal auf die Uhr geguckt? Es ist Viertel nach neun.“
Viertel zehn, korrigiert er in Gedanken, weil er schon viel zu lange in Berlin ist. Immerhin spricht er es dieses Mal nicht laut aus.
Adam räuspert sich. „Ich war im Haus. Nur nicht am Platz.“ Genau genommen war er am Haus und gearbeitet hat er definitiv nicht, nur zu viel geraucht und in seinem Selbstmitleid mariniert, aber was soll's.
„Ach nee“, äfft sie ihm nach, aber ihrer Stimme fehlt der Schneid. „Liv Moormann. Eigentlich Kripo Bremen, aber jetzt bin ich Teil der SOKO des BKA für… das hier.“ Sie macht eine kreisende Bewegung in der Luft mit ihrem Kugelschreiber.
„Das hier?“, fragt Adam dumpf und hebt eine Braue. Das Gefühl, dass hier gerade ein ganzer Erdrutsch droht, verstärkt sich mit jedem Stapel Akten, den die Spusi-Leute aus den Büros schleppen. Natürlich kennt er die Geschichten, die hinter vorgehaltener Hand mit geraunter Stimme erzählt werden. Über Polizist*innen, die übergelaufen sind und für die andere Seite arbeiten, und ganz offenbar ist er jetzt mittendrin in einer solchen Story.
Sie beantwortet seine Frage nicht. „Adam Schürk“, sagt er deshalb. „Aber das steht sicher da auf Ihrem tollen Zettel.“ Er reckt den Kopf und deutet auf das Klemmbrett.
„Jap. Sie und Frau Bienert fehlten noch, sonst sind alle da.“
„Melanie ist noch nicht da?“ Adam runzelt die Stirn. „Sie ist doch sonst immer schon zwei Stunden vor allen anderen hier.“
Moormann grinst und tippt ihm das falsche Ende des Kulis auf die Jeansjacke. „Und das, Schürk, ist genau die kooperative Grundhaltung, die ich mir von Ihnen für die Befragung gleich wünsche.“
„Echt jetzt?“
„Reine Routine, wissen Sie ja selbst.“ Sie versucht sich an einem zuckersüßen Lächeln, aber es passt nicht so recht zu ihrer spröden Art. „Den Flur runter und dann bitte bei der Kollegin melden.“
Dann dreht sie sich um und steckt den Kopf ins Büro seines Teamleiters. „Maryam? Ich denke, wir fangen an. Der Schürk ist jetzt da. Hast du was von Leo gehört?“
Adams nächster Atemzug ist ein japsender Laut. Wie festgefroren steht er plötzlich dort im Flur in dem Chaos, unfähig einen anderen Gedanken zu fassen, der nicht „Leo, Leo, Leo“ in seinem Kopf schreit.