Meine cineastischen Mangelerscheinungen
N. leiht mir Videokassetten von der Originaltrilogie von Star Wars. Die Filme kommen ja jetzt alle noch mal "Remastered" ins Kino, und deswegen reden jetzt alle von Star Wars, außer mir, denn ich habe die Filme nicht gesehen.
Das Problem ist hier weder mangelndes Interesse noch von den Eltern auferlegte Fernsehlimitationen (ich durfte eigentlich immer alles gucken), sondern, dass wir weder Kabelfernsehen noch Satellit haben. Alles, was nicht auf ARD, ZDF, WDR, RTL oder VOX kommt, kann ich nicht gucken und die Senderechte für Star Wars liegen – glaube ich – bei SAT.1. Auf dem gleichen Wege wurde mir der Zugang zum Star-Trek-Universum verwehrt (irgendwann gingen die Rechte vom ZDF zu SAT.1 über und dann war halt Schluss) und Prinzessin Fantaghiró, von dem N. mir regelmäßig mit großem Enthusiasmus vorschwärmt, kann ich auch nicht gucken. Ich habe auch bis heute, Februar 2014, ungefähr eine halbe Stunde irgendeines Indiana-Jones-Films gesehen.
Tatsächlich kann ich, seit wir 1994 nach Opladen umgezogen sind, wenn ich die Zimmerantenne sehr, sehr günstig platziere, recht verschneites SAT.1 empfangen. Das reicht, um mir Basiswissen über die Wochenshow anzueignen, das Sehvergnügen ist jedoch deutlich eingeschränkt.
Insgesamt lassen sich aber alle meine cineastischen Mangelerscheinungen damit erklären, dass ich bis zur Einführung von DVB-T immer nur maximal sechs Programme hatte* und die Senderechte manchmal halt sehr ungünstig verkauft worden waren.
* Stimmt nicht ganz. P. hatte Kabel oder Satellit, ich konnte also ab 2000 regelmäßig auch alle anderen Sender gucken. Sonst hätte ich am Ende noch die erste Staffel von "Big Brother" verpasst. Nicht auszudenken.