Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.
Leonardo Da Vinci
...Leid, ja. Aber auch viel Liebe. Durch meinen genetischen Defekt sind meine Gefühle stärker ausgeprägt.
Die stärkste Emotion ist Angst. Danach Wut und Trauer. Doch davon lasse ich mich nicht unterkriegen.
Denn der am meisten tröstende Gedanke für mich ist: "Ich werde positive Gefühle immer stärker empfinden als alle anderen um mich herum."
Ich liebe meinen Freund. Er steht nach wie vor zu mir. Immer an meiner Seite. Ich liebe meinen Kater. Er spendet mir Trost, bringt mich zum lachen und braucht viel Aufmerksamkeit.
Ich liebe meine Familie. Meine Eltern, Großeltern, Geschwister und meinen Onkel.
Seit der Diagnose ist vieles einfacher. Ich verstehe mich selber und andere besser. Und die anderen verstehen mich besser. Trauer kann mich wochenlang lähmen. Nach einem Todesfall liege ich tagelang rum und weine viel. Während andere nach einer gewissen Trauerzeit abschließen und akzeptieren, dass die Welt sich weiterdreht.
Angst entreißt mir den Boden unter den Füßen und ich habe das Gefühl zu fallen. Mein Herz rast und ich falle und falle.
Wut lähmt mich nach außen hin. Innerlich schreie ich. Mir wird schwindelig und schlecht. Ich fange an zu zittern und zu hyperventilieren.
Liebe aber, liebe ist wahnsinnig schön. Ich fühle mich geborgen, werde innerlich ruhig und kann mich fallen lassen. Ich kann abschalten und negative Gefühle eine Zeit lang loslassen.


















