1. Schritt: Menstruationstassen
Wenige Monate vor meinem 19. Geburtstag kam der Teilzeitöko in mir zum Vorschein und ich wollte ab da immer Umweltbewusster leben.
Dass das nicht von heute auf morgen geht, war mir bewusst, aber ich wollte etwas finden, womit ich die Umwelt langfristig schützen kann.
Schon zuvor habe ich immer mal wieder etwas über Menstruationstassen gelesen. Nachdem der Teilzeitöko da war habe ich mich bewusst mit dem Thema Menstruationstasse auseinander gesetzt.
Doch was ist eigentlich eine Menstruationstasse?
Eine Menstruationstasse ist ein Becher der wie ein Tampon eingeführt wird. Dieser Becher fängt dann das Blut während der Periode auf. Die Tasse wird nach einpaar Stunden ausgeleert (meistens in die Toilette) und dann unter fließend Wasser ausgewaschen.
Vor und nach jeder Periode soll die Menstruationstasse desinfiziert werden. Dies kann man auf verschiedene Wege machen:
In einem kleinen Topf auf dem Herd für 5 Minuten kochen lassen (ich habe mir dafür einen extra Topf gekauft, der nur hierfür verwendet wird. Muss aber nicht sein.)
Die Tasse wird in einem dafür geeigneten Becher für 5 Minuten in die Mikrowelle (Die meisten sind aus Silikon und es gibt auch Marken, die ihre Tasse bereits mit einem Desinfektionsbecher verkaufen.)
Es gibt Reinigungstabs für Schnuller oder Babyflaschenaufsätze, die man auch für die Tasse verwenden kann. Die Tablette wird einfach in 100ml Wasser aufgelöst und die Tasse bleibt dann für 15 Minuten im Wasser.
Schon beim lesen von Beiträgen oder dem sehen von YouTube-Videos war für mich klar, das die Vorteile einer Tasse einfach überwiegen.
Vorteile der Menstruationstasse sind zum Beispiel:
Binden und Tampons kommen während der Herstellung oft mit Pestiziden in Berührung und werden zudem gebleicht, damit sie weiß sind und "sauber" aussehen. Diese Chemikalien lassen sich nicht rückstandslos entfernen und gelangen so ins Grundwasser.
Eine Menstruationstasse vermeidet unfassbar viel Müll. Klar, wie viel Müll anfällt ist von Periode zu Periode unterschiedlich, dennoch sammelt sich im Laufe der Zeit eine wahnsinnige Menge an Müll an!
Menstruationstassen verstopfen nicht die Toilette. Obwohl Frauen eigentlich wissen, das sie es nicht tun sollen, schmeißen viele ihre Tampons in die Toilette, was zu Verstopfungen führen kann.
Eine Menstruationstasse kann länger als ein Tampon drin bleiben. Da Tassen das Blut auffangen anstatt es aufzusaugen und somit auch ein größeres Fassungsvermögen besitzen, können sie bis zu 12 Stunden am Stück getragen werden. Natürlich ist diese Stundenzahl von Periode zu Periode aufgrund der Stärke unterschiedlich.
Ein toxisches Schock syndrom (TSS) ist im Zusammenhang mit Menstruationstassen noch nie in Verbindung gebracht worden. Tampons verändern wegen der abgerundeten Chemikalien das Scheidenmilieu, weshalb Staphylokokken vermehrt Giftstoffe produzieren können. Menstruationstassen werden meist aus hautfreundlichem Latex hergestellt, welcher sich oft bei der Herstellung von Schnullern Verwendung findet.
Natürlich muss man sich an den Umgang mit einer Menstruationstasse gewöhnen und der Umgang mit ihr will gelernt sein.
Ich bin jedoch relativ schnell mit der Anwendung vertraut gewesen, habe aber beim ersten verwenden sicherheitshalber doch noch eine Binde verwendet. Gerade wenn man erst am Anfang steht, was die Benutzung angeht kann es passieren, dass die Tasse nicht richtig sitzt und das Blut teils vorbei läuft.
Mit der Zeit hat man aber den Dreh raus, keine Sorge.
Die Sache mit dem Ausleeren war von Anfang an kein Problem für mich. Jedoch ist mir bewusst, das hier viele die Grenze ziehen: Schön und gut, aber das eigene Menstruationsblut ausleeren ist doch etwas ekelig. Das kann ich nachvollziehen.
Ich empfehle jedoch jedem sich mal über die Menstruationstasse schlau zu machen und zu überlegen, ob das nicht doch eine gute Alternative zur herkömmlichen Monatshygiene ist.