Die fĂŒnf groĂen Mythen eurer Band-Karriere.
AuĂer FuĂpilz gibt es nur wenig Dinge, die sich so hartnĂ€ckig halten, wie die folgenden FehleinschĂ€tzungen, denen ihr regelmĂ€Ăig zum Opfer fallt.
Viel hilft viel. Die Vorstellung, die eigene Hackfresse auf urbanen PlakatwĂ€nden, in Hochglanz-Magazinen und im TV zu sehen, sorgt bei euch regelmĂ€Ăig fĂŒr feuchte TrĂ€ume. Ihr nennt das dann âPromoâ und je mehr man davon hat, desto besser. Diese Art des flĂ€chendeckenden Werbe-Dauerfeuers wird niemanden dazu bewegen, euch auch nur einen Hauch von Aufmerksamkeit zu schenken. UnabhĂ€ngig davon kann ohnehin keine Marketing MaĂnahme der Welt euer eigentliches Problem lösen. NĂ€mlich, dass eure Band scheisse ist. Oder noch schlimmer: MittelmaĂ.
Die anderen sind Schuld. Immer. Jedes mal, wenn in eurem Band-Universum etwas schief lĂ€uft, wird als erstes die Schuldfrage geklĂ€rt. Dabei ist es egal, ob es sich um schlechte Verkaufs-, Klick- oder Besucherzahlen, die miserable Finanzsituation innerhalb der Band, oder euren konstant miesen BĂŒhnensound handelt. Die Vorstellung, dass es einen Zusammenhang mit eurer eigenen UnfĂ€higkeit, Faulheit oder chronisch mangelndem Talent geben könnte, wird schnell verworfen. Selbstkritik? Fehlanzeige.
Der Feind in meinem Bett. Und dann gibt es da diese Kapelle aus dem Nachbardorf, die irgendwie immer einen Schritt voraus ist. In eurer verzerrten Selbstwahrnehmung seid ihr ihnen natĂŒrlich kĂŒnstlerisch haushoch ĂŒberelgen. Deshalb ist es euch unerklĂ€rlich, dass der Jugendtreff bei denen aus allen NĂ€hten platzt, wĂ€hrend bei eurem Konzert mal wieder nur der Thekendienst und euer Mercher zuschauen. Eure monatelange Analyse, warum das so ist, lĂ€sst euch allerlei verquere SchlĂŒsse ziehen. Die harte RealitĂ€t ist jedoch recht einfach: Das Musikbusiness ist ungerecht. DarĂŒber hinaus solltet ihr euch dringend mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr nicht so geil seid, wie ihr euch selbst findet.
â...und dann haben wirs geschafft!â. Die ewige Karotte vor ner Nase. Ihr habt eine ganz konkrete Vorstellung davon was passieren muss, damit ihr endgĂŒltig in den Olymp der Rockbands einzieht. Im Prinzip ist das ein guter Ansatz. Es ist durchaus hilfreich zu wissen, wo die Reise hin gehen soll. Euer Problem ist aber, dass sich dieser epochale Endlevel jedes Mal in Luft auflöst, sobald ihr ihn erreicht habt. War es gestern noch euer groĂer Traum irgendwann einmal auf Tour zu gehen, muss es heute schon eine Headline-Tour durch 17 LĂ€nder sein. Und fĂŒr den unwahrscheinlichen Fall, dass das tatsĂ€chlich klappt, ist es auf einmal das oberste Ziel, die Tour in 2,4 Sekunden auszuverkaufen. Euer Ehrgeiz in allen Ehren, wenn ihr nicht anfangt das Wert zu schĂ€tzen, was ihr in eurer jĂ€mmerlichen Band-Karriere hin und wieder erreicht, dann wird das ein kurzer und enorm frustrierender Ritt. Â
 So gelesen in der aktuellen Ausgabe des Fuze Magazines.












