BLOG: Jeder kriegt was er verdient...
... in eurem Fall: Gar nix.
Es ist ganz wunderbar wenn sich Bands große Ziele setzen. Die goldenen Zeiten der Musikindustrie sind zwar vorbei, nichtsdestotrotz passiert es nach wie vor verhältnismäßig häufig, dass Künster durch die Decke gehen und sich, inklusive alle Speichellecker, die sich früh genug dran gehängt haben, ordentlich die Taschen voll machen. Das sieht von Außen immer recht locker aus, was die Frage, warum sich das ganze mit deiner Dorfkapelle nicht reproduzieren lässt, umso quälender macht. Die traurige Wahrheit ist: Wer was vom Kuchen haben will, muss erstmal richtig reinbuttern.
Und damit meine ich nicht eure vollkommen sinnentlehrten, ausschweifenden Mittwoch Abend Proben, bei denen ausser ein paar leeren Bierflaschen, halb aufgerauchten Zigaretten und einer knatterigen iPhone-Aufnahme vom „jammen“ nicht viel übrig bleibt. Ich meine auch nicht den super Social Media Plan den ihr euch von irgendeinem schlauen Musiker-Blog heruntergeladen habt. Weder der Einsatz von Like-Bots, noch ein großzügiges Facebook Marketing Budget spiegeln den Einsatz wider, den es braucht um als Band wirklich erfolgreich zu sein.
Und wenn ihr euch dann irgendwann via Buy-On in einen gammligen Tourbus gezeckt habt und nach 2 Tagen ohne Dusche glaubt am Limit des Menschenmöglichen angelangt zu sein, seid ihr immernoch meilenweit von dem entfernt was eigentlich nötig wäre, um auch nur an so etwas wie Erfolg zu denken. Seien wir doch mal ehrlich, sobald es wirklich umbequem wird, verzupft ihr euch zurück hinter eure PlayStation und hofft auf ein Wunder, das eure Band übernacht in den Rock-Olymp befördert.
Das Investment von dem ich rede ist knallharte Arbeit, große Entbehrungen in finanziellen und sozialen Belangen, hunderprozentiger Fokus auf eine einzige Sache, ein unendlich langer Atem und ein unerschütterlicher Glaube an die eigene Kunst. Es geht um das dauerhafte Verlassen der Komfort-Zone, rein in den Risiko- und Panik-Bereich. Und selbst dann gibt es noch keine Garantie, dass es irgendwann klappen wird.
Wenn ihr also das nächste Mal in eure Label-Bewerbung rein schreibt, dass ihr bereit seid „alles zu tun“ um mit eurer Band „durchzustarten“, dann wägt noch mal ab, ob das nicht schlichtweg gelogen ist. Egal wie gut eure Band in 150 Jahren vielleicht mal sein mag, auf der Couch rumpimmeln und Selfies posten reicht einfach nicht aus, um den Wunschtraum vom Rockstar-Leben auf die Matte zu bringen.
(So gesehen in der unglaublichen 61ten Ausgabe des Fuze Magazines)












