Hallöchen neues Jahr!
Ich befinde mich gerade in dieser Twilight-Zone, bei der man nicht weiĂ, ob es noch angebracht ist, âFrohes Neues!â zu wĂŒnschen, nur weil man sich das erste Mal im Jahr getroffen hat. Deswegen - Ă€h - lass ichâs einfach sein.
Ich hatte vor, meinen groĂen JahrsrĂŒckblick abzukaspern, aber jetzt hab ich gesehen, dass am Freitag ja wieder Dschungelpietz mit Anfassen ist und ich mal lieber die neuen Kandidaten vorstellen sollte. Um euch aber nicht ganz vorzuenthalten, was mich im letzten Jahr so gepackt hat, hier die beschnittene Bar Mitzwah-Version. Ihr erwartet eine Top 3? Ha, seht euch getĂ€uscht. LĂŒgenpresse!!!!11
Film des Jahres:
1. Star Wars: Episode VII
Vielleicht gabâs handwerklich und storytechnisch bessere und innovativere Filme, aber allein das GefĂŒhl, bei einer neuen Episode nachts im Kino zu sitzen und feuchte Nostalgieaugen zu bekommen, ist nicht aufzuwiegen. Dabei war ich nie ein Star Wars-Kiddie, das mit den alten Teilen aufgewachsen ist, sondern habe sie erst recht spĂ€t kennen und lieben gelernt (so wie Bert Wollersheim seine âFrauâ). Egal, Rey ist zum Verknallen, Poe arschcool und Kylo ĂŒberraschend vielschichtig im Gegensatz zu vielen anderen âIch machâs kaputt - Aaaaaaargh!â-Vertretern der Bösewichtgilde. Ich freue mich sehr auf Episode VIII, denn das hier war nur der Anfang.
2. Mad Max: Fury Road
Auch hier ist es eher eine Art guilty pleasure, denn die Story lĂ€sst sich zwischen zwei Haltestellen einem Busfahrer erklĂ€ren, aber die schiere optische Wucht und die waghalsigen Stunts sind Grund genug fĂŒr eine Kinokarte oder eben einen Bilderrausch an der heimischen Glotze. Wahnsinn in seiner vielleicht reinsten Form.
Album des Jahres:
1. Blur - The Magic Whip
20 Sekunden von âLonesome Streetâ reichen aus: Endlich wieder Blur-Britpoprock wie frĂŒher. Aber nicht nur das: Neben all den Lalala-Refrains und breitgrinsenden Kopfnickern gibt es auch groĂartige Depressionsbeschleuniger, die man so zuletzt wohl mit âOut of Timeâ erlebt hat. Hoffentlich hat diese Session in einer Tourzwangspause dafĂŒr gesorgt, dass sich alle wieder ganz lieb haben und uns mehr Stoff geben.
2. Joanna Newsom - Divers
Absolut nicht jedermanns Sache. âWas ist das denn fĂŒr âne Kackstimme?â, âSeit wann hörst du denn so SĂ€uselmusik?â blablayada. Wer sich jedoch drauf einlĂ€sst und ein offenes Ohr fĂŒr ungewöhnliche KlĂ€nge mitbringt, wird sich dieser Naturgewalt von Musik bestimmt nicht entziehen können. Oder vielleicht doch, keine Ahnung. Es gab jedenfalls wohl keinen besseren Soundtrack fĂŒr die goldenen Herbsttage. Und ich meine damit keine royale Menstruation gegen Ende des Jahres.
Videospiel des Jahres:
1. The Witcher 3 - Wild Hunt
Und dann kommt auch sehr lange Zeit nichts. Eigentlich seltsam, denn ich habe durch PS+ oder meinen Backlog wahnsinnig viel gespielt in diesem Jahr, aber so richtig begeistern konnte mich davon nichts. Anders bei The Witcher. Bei vielen Titeln schlage ich erst spĂ€ter zu, da ich eh noch genĂŒgend Games habe (oha, ist ja auch schon wieder Steam-Sale) und so ruhig warten kann, aber dieser Koloss kam sowas von zur rechten Zeit. Ich hatte meine PrĂŒfungen fĂŒr das Semester hinter mir und in den Monaten zuvor erschien fĂŒr mich einfach nichts von Interesse. Ich hatte einfach unheimlich Bock drauf und wurde nicht enttĂ€uscht. Was fĂŒr eine Welt, eine ganz eigene Stimmung durch den osteuropĂ€isch-folkloristischen Soundtrack und Quests, die einem nicht egal sein konnten. FĂŒr mich persönlich war es allerdings nicht immer ganz leicht, nachzuvollziehen, wer da gerade gegen wen im Clinch liegt, weil mir die Namen Emhyr, Radovid, Crach An Craite, etc. nicht nur absolut nichts gesagt haben (mein erster Witcher-Teil), sondern auch nicht so leicht zu merken waren - da waren die CharaktereintrĂ€ge tatsĂ€chlich mal nötig. Das fĂŒhrte dazu, dass ich nach dem Ende online nachsehen musste, ob ich denn nun ein positives Ende erwischt hatte - Ă€hem.
Noch besser als das Hauptspiel gefiel mir allerdings tatsÀchlich das Add-On, weil es nicht nur schön gradlinig war und man so besser am Ball bleiben konnte, sondern weil es in die 8 - 10 Stunden Spielzeit so viele tolle EinfÀlle um eine wunderbare Geschichte gestrickt hat, dass man wie ein Ferkel vor der Glotze quieken musste. So macht man Rollenspiele! So macht man DLC! CD Project Red zeigt, wie es heutzutage zu laufen hat. Patchwahn hin, Bugfixes her.
2. Rocket League
Der wohl beste Multiplayertitel der letzten Jahre. Punkt. Wer das nicht toll findet, hat wohl keine Freunde und gehört öffentlich ausgelacht, als wÀre er ein Nazi.
So, jetzt aber mal Titten auf den Kopierer und schön auf 99 drĂŒcken, denn pĂŒnktlich zur Vorbereitungszeit meiner nĂ€chsten ExamensprĂŒfung lĂ€dt unser Haus-und-Hof-Idiotensender RTL wieder einen Kleinbus voller Lebensfehlentscheidungen in die australische Wallachei ein. Die Auswahl der bereitwilligen Gestalten liest sich auf dem Papier wieder groĂartig behindert, aber dass das nichts zu bedeuten hat, hat man schmerzlicherweise im letzten Jahr gesehen, als Walter Freiwald der einzige war, der so richtig einen an der Waffel hatte, anstatt sich einfach auf der Pritsche liegend ĂŒber die Schuldentilgung zu freuen. Aber wer hĂ€lt ab Freitag denn eigentlich seine gewissensbisserfĂŒllte Fratze in die Linse? Wir schauen genauer hin - aber nicht zu genau.
Der Dauerpatient bei DSDS sieht mittlerweile etwas anders aus, als auf dem Bild, aber im Grunde ist es immernoch der gleiche Typ: Nicht unbedingt das hellste Birnchen im Christbaum, eine Stimme wie Michelle im Aufwachraum und dazu noch eine âmysteriöse Krankheitâ, die scheinbar irgendwas mit dem Darm zu tun hat. Wir freuen uns also auf die dauerhafte Kameraeinstellung auf die Dschungeltoilette, auf der er dann vielleicht ja doch klingt wie sein groĂes Idol Michael Jackson oder eben nur den braunen Ton trifft, und auf seinen Luxusartikel, der mit Sicherheit ein Bottich Melkfett sein wird, damit seine Stirn auch weiterhin mit der AlkoholikermĂŒnze von Jenny Elvers um die Wette glĂ€nzt.
Sie will im Dschungel zeigen, wie sie wirklich ist. Na ob das so eine gute Idee ist? Immerhin hat sie eine Achterbahnfahrt des Lebens hinter sich, bei der der Gewinn irgendeiner Weinköniginnenwahl vor fĂŒnfzig Jahren der Höhepunkt gewesen zu sein scheint. Und die Gefahr, nach einer solchen Fahrt die Dschungeltoilette vollzukotzen, auf der gerade Menderes seinen sensiblen Darm entleert, ist gewaltig. Man möchte ihr ja fast wĂŒnschen, dass sie frĂŒh rausfliegt, weil sie dann nicht spĂ€ter irgendwann ein SchnĂ€pschen zur Belohnung angedreht bekommt, aber wo wĂ€re da der SpaĂ, wenn man nicht miterleben könnte, wie sie mit sich und ihrem Zehn-Punkte-Programm ringt. Vielleicht verfĂ€llt sie ja in alte Muster und kotzt sich dann bei âAuf eine Milch mit Frauke Ludowigâ erneut die Leber aus der Seele.
Die AnwĂ€ltin der Armen, der Advokat der Asozialen. Zugegeben, ich habe noch nie wirklich viel von ihr gesehen, aber sie scheint zum RTL-Hilfsprojekt fĂŒr ĂŒberforderte Familien zu gehören, wie schon die Supernanny oder Peter Zwegat (âSie könnten 20 Euro im Monat sparen, wenn Sie nicht mehr ins Fitness-Studio gehen wĂŒrden und nochmals 200 Euro, wenn Sie aufhören wĂŒrden zu rauchen.â - âWie watt? Aber dann hab isch ja gar keine BeschĂ€ftigung mehr!â). Man wird sehen, wie sie so drauf ist, aber das Klientel scheint ihr ja nicht sonderlich fremd zu sein.
Ich habe aus RĂŒcksicht auf euch ein altes Bild von ihm genommen. Und natĂŒrlich wegen des Hits âIch bin ein CB-Funker!â, bei dem allen Truckern wahrscheinlich auch heute noch ganz warm im Schritt wird. Heutzutage sieht Gunters Gesicht eher aus, als hĂ€tte jemand eine topographische Karte von Mittelerde mit nem 3D-Drucker ausgedruckt und auf einen Volleyball geklebt. Aber bestimmt macht er alle TrĂŒmmerfrauen noch immer mit seiner Reibeisenstimme fickerig, deswegen: Willkommen im Tiefpunkt deiner Karriere, Gunter! Willkommen im Dschungel.
Bevor die Kacheltischbesitzer den Vormittag der Privaten unmoderiert bevölkerten, gab es moderierten Hirntod in Form von Talkshows. Jeder Sender, der was auf sich und wenig von seinen Zuschauern hielt, schickte seine besten Pferde ins Rennen, um Themen wie âDu stinkst! Wasch dich mal!â, âAb vier Kindern ist man Asiâ oder âIch liebe Butter - Ich schwöre: Ich könnte in Butter baden!â zu diskutieren. Bei Sat.1 hampelte seinerzeit Ricky ĂŒber die Mattscheibe, der der bĂŒgelnden Hausfrau exotisch-sympathisch war: Er ist schwarz, er ist Amerikaner, er hat drollige WĂŒrmchen auf dem Kopf - die pure Lebensfreude quoll ihm aus der ZahnlĂŒcke. Mal sehen, was wir im Dschungel von ihm erwarten dĂŒrfen, denn mittlerweile ist er wohl Gymnasiallehrer und steht dementsprechend irgendwo zwischen Midlife-Crisis und Burnout. Prognose: Er wird die ersten Tage wild durchâs GebĂŒsch hĂŒpfen und SpaĂ verbreiten, sich nachts aber in Gedanken an sein Leben in den Schlaf weinen. Und im Hintergrund erntet Menderes eine Darmfrucht.
Ex-Big-Brother-Frohnatur JĂŒrgen Milski (Foto von seiner Band Milski Vanillski - er rechts) hat schon so viel Trash-TV-Erfahrung gesammelt, in dem er bei 9live bekannte Automarken mit F suchte, dem Hartzi vor der Glotze die frisch gestopfte Kippe mit âDER HOT BUTTON SCHLĂGT GLEICH ZU!â aus der Hand schrie oder bei Letâs Dance durch sein KörpergefĂŒhl Motsi Mabuse an ihrer SexualitĂ€t zweifeln lieĂ, sodass der Dschungel nur eine Frage der Zeit war. Wahrscheinlich lag der âJĂŒrgenâ-Ordner schon mehrere Staffeln bereit, falls ein Wunschpromi doch noch kurz vor Vertragsabschluss den langen Schuh macht. Und RTL hat dann so einen riesigen Scheinwerfer, den sie in ihrer Not in den Kölner Nachthimmel schicken und BB-JĂŒrgen kommt dann in seinem Batmobilski aus der KlapsmĂŒhle rĂŒbergefahren. Wahrscheinlich wird er sich nicht groĂartig blamieren, wenn er nicht gerade âChisinauâ aussprechen muss. Genug Erfahrung im Umgang mit HohlfrĂŒchten hat er ja schon gesammelt - er ist ja schlieĂlich auch noch Ballermann-Star.
Das sollte als Einstimmung reichen. Meine Favoriten aus diesem BlumenstrauĂ an rhetorischem Brechdurchfall: âDie Einstellung ist immer Fakt!â und âMein gröĂter Wunsch war ebend halt fĂŒr den FC Remscheid Trainer zu sein dĂŒrfen. So, das ist jetzt eingetroffen. Nichtsdestotrotz freu ich mich darauf, aber - wie gesagt - fĂŒr mich ist einfach nur der Beweggrund gewesen - ja - dass die Mannschaft Kapital hat und Ă€h absolute individu Klasse. Die Mannschaft ist intakt, bloĂ: Ich kenn diese Leute. Ich weiĂ, mit wem ich rechnen kann. Es interessiert mich aber auch nicht. Ich hab das Vertrauen bekommen von meinem GeschĂ€ftsfĂŒhrer...â
Luxusartikel: Ein TĂŒtchen Koks, das er von Sophia Wollersheims Eutern schnĂŒffeln darf, bevor er Menderes auf dem Klo erschreckt.
Nicht erschrecken. Hier hat sich nicht doch noch ein aktuelles Bild von Gunter Gabriel eingeschlichen. Das ist Brigitte Nielsen. Die ist ja altbekannt und war auch schon im Dschungel, hat âWas geht los da rein?â und âIch esse keinen Anus von niemandem!â gesagt und ist somit sowas wie ein Gott. Aber irgendwie auch zurecht, denn unterhaltsamer war selten jemand in dieser Sendung. Da merkt man schon, dass sie sozusagen im Rampenlicht geboren wurde und wenn sie jetzt freiwillig nochmal diesen MĂŒll mitmacht, dann kann sie ja nur so richtig einen an der Waffel haben. Schön fĂŒr uns.
Ganz ehrlich: Absolut noch nie von gehört. Meine Recherche ergibt: Mal wieder Ex-Big-Brother-Container-Atze, Ex-Köln-50667-Atze, Ex-Gina-Lisa-Lohfink-Atze. Na Mahlzeit. Das Testosteronpendant zu all den Titten-Uschis, die durchs Gehölz stöckeln und somit potenziell einer der langweiligsten Kandidaten in einer Reihe mit Marco Angelini oder Rebecca Simoneit-Barum. Kennt ihr nicht mehr? Q.e.d.
Wer kennt ihn nicht? Der Meister Proper mit dem Kommunionsbart! Seine Stimme nÀselt sich alles wegÀtzend in die Ohrmuschel wie Fairy Ultra durch angebrannte Fettreste (zum Beispiel Patricia Blanco). Da freuen sich alle Campbewohner, denn immerhin kann er aus herumliegenden Wurzeln und den Makeup-Resten aus Brigitte Nielsens Gesicht noch eine herzhafte Suppe zaubern.
Wie? Ralf Zacherl ist gar nicht dabei? Ach, Rolf Zacher! Ja gut, den kennt aber doch kein Schwanz. Na immerhin wird mir RTL den Zacherl-Gag in der allerersten Sendung klauen. Achtet drauf.
Die ĂŒbliche Zicke aus Germanyâs Next Topmodel. Diesmal also Nathalie, die fĂŒr Fame wahrscheinlich sogar Wolfgang Joops Schwaneck lecken wĂŒrde (or has she?). Kann offensichtlich wochenlang ohne Nahrung auskommen, da ihre Augenbrauen wichtige NĂ€hrstoffe aus der Luft und Krill aus dem Weiher filtern können. Somit bleibt genug Power, um sich ĂŒber das Wetter, die Insekten oder Menderesâ glĂ€nzende Stirn aufzuregen. âIch gebe alles fĂŒr mein Team!â Ja, nur leider ist Wolfgang Joop halt nicht dabei.
Sophia Wollersheim - hier im Bild mit LebensgefÀhrtin Heidi Klum - hat riesige Titten.
Viel SpaĂ am Freitag, meine herzallerliebsten Geisteskranken!