Fix ein paar Trauben verkostet.. 😋. #wirdeinguterjahrgang 🤓. Letzte Ausfahrt in der alten Heimat! Werde unser Touren vermissen @dolphincalledbroccoli (hier: Esslingen)

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Peter Solarz
he wasn't even looking at me and he found me
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How to start your vacation! 再見 China. Hello freedom. I kind a missed you. (at Marina Bay Sands)
Reiseblog: China Tage 46-58 (Ende)
Montag 16.07 - Samstag 28.07
Wie meine Freunde Charlie "ganz schön faul biste geworden" oder Schepi "was los mitn Blog" zurecht angemerkt haben, war meine Motivation hier die letzten Tage zu schreiben eher gering. Ich habe also die Tage mit möglichst viel Routine versucht rumzubekommen, was ganz gut geklappt hat. Ich habe wieder einen netten Kollegen kennengerlernt, nachdem mich meine Hotel-Companions Manfred und Gerald letzte Woche verlassen haben. Im Rückblick war es sehr amüsant, da ich in den letzten 8 Wochen eine ganze Menge Andritz Kollegen im Hotel kennengelernt habe und mit jeder Rustche neuer Ankömmlinge immer etwas besser mitreden konnte. Jedenfalls kommt und wohnt der neue Kollege in der Nähe von Ravensburg, also da wo es mich nach China auf unbestimmte Zeit hin verschlagen wird. So konnte ich ihn schon mal ein wenig ausfragen darüber, wie das Leben denn da so ist. Achja, eine Wohnung hab ich bereits gefunden. Wie man das heute so macht: per FaceTime Video. Das war ganz witzig, denn als ich mit meinen neuen Vermieter angerufen habe und meinte, dass wir uns nun auch per Video sehen könnten meinte er, dass er sowas nicht hat. Hab ihm dann erklärt, dass ich seit 3 Minuten sein Ohr sehe… Danach hat er sich gefreut wie ein kleines Kind und die Wohnung so gut wie geritzt. Ab September könnt ihr mich dann im neuen Heim besuchen, das Allgäu und den Bodensee vor der Haustür. Der Grill wird übrigens auch seinen Platz bekommen. Eine Terrasse ist auch dieses Mal wieder vorhanden ;)
Neben der erfolgreichen Wohnungssuche habe ich auch meine Projekte auf Arbeit so gut es ging zu Ende bringen können. Zumindest soweit, dass die chinesischen Kollegen daran anknüpfen können. Im Einkauf arbeiten jedoch aktuell alle ziemlich am Limit und man muss zunächst schauen, dass man "überlebt". Deshalb bezweifle ich, dass meine Optimierungsansätze in nächster Zeit Beachtung finden werden. Ich werde da aber am Ball bleiben. Am letzten Dienstag ging es dann bereits zum Abschiedsessen mit ein paar Kollegen, mit denen ich etwas engeren Kontakt hatte.
In Summe muss man aber sagen, dass sich die Neugier oder Wissbegier der Chinesen mir gegenüber etwas in Grenzen hielt. Man wächst halt unter sich auf, gibt Informationen preis so wenig wie möglich, aber nie mehr als nötig. Dazu kommt, dass die meisten chinesischen Kollegen das Land noch nie verlassen haben und auch in China bisher nur wenige Provinzen gesehen haben. Das stelle ich mir so ein wenig wie in der DDR vor: was du nicht kennst, vermisst du auch nicht. Liegt natürlich auch an den wenigen Urlaubstagen, die den Kollegen zur Verfügung stehen. In den ersten 10 Berufsjahren sind es i.d.R. nur 5, bei Andritz 6 Urlaubstage. Echt wenig dafür, dass hier jede Woche viele Überstunden gemacht werden. Natürlich liegt es auch daran, dass hier weniger effizient gearbeitet wird. Man muss dennoch sagen, dass wir diesbezüglich in Deutschland ganz andere Anforderungen und Maßstäbe haben und es für die Chinesen nicht immer einfach ist, diese zu verstehen und einzuhalten. Und auch in Deutschland ist nicht jedes Projekt ein Supererfolg, was viele jedoch gerne verdrängen, wenn mal wieder auf die Chinesen geschimpft wird. Eifrig und gewillt sind wirklich alle. Die größte Lücke klafft meiner Meinung nach tatsächlich im Qualitätsverständnis. Dass das völlig verschieden von unserem ist, sieht man im ganzen Land. Ob an Gebäuden, Straßen oder Gehwegen, wenn man genau hinschaut ist alles schief, schlecht verarbeitet oder fällt bereits vor der Nutzung auseinander (wie der Schriftzug von Andritz bei der Eröffnung der neuen Firmenzentrale). Hinzukommt dass die Abnutzung aufgrund der vielen Menschen eine ganz andere ist. Beispielsweise das Büro in dem anfangs gearbeitet habe: 2012 gebaut, 2018 muss es Kernsaniert werden. Um das Bevölkerungswachstum etwas zu kontrollieren ist die chinesische Regierung nicht sonderlich kreativ: erst vor ein oder zwei Jahren wurde das Gesetz ausgesetzt, welches Familien mit einer hohen Geldstrafe (ca. 100.000 RMB = 13.400€) , wenn man ein weiteres Kind bekommt, nachdem das Erstgeborene ein Junge war. In den Köpfen bzw. älteren Ansichten sind Jungen stärker beliebt oder gewollt als Mädchen. Man darf also solang probieren, bis ein Junge dabei ist. Daher die etwas ungleiche Regelauslegung.
Zu Beginn meines Blogs im Juni habe ich bereits vom Outgoing berichtet, also gemeinsame Ausflüge mit der Abteilung zur Erholung und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Wie es der Zufall so will, stand an meinen letzten 2 Tagen ein erneutes Event an.
Wir sind also am Donnerstagnachmittag in die Nähe von Guangzhou gefahren und haben ein Wellnesshotel besucht, dass für die sogenannten Hot Springs bekannt ist. Wer sich jetzt natürliche heiße Quellen wie in Island oder Japan vorstellt, hat das chinesische Konzept nicht verstanden ;) So recht natürlich ist hier kein Nationalpark oder Flusslauf mehr. Aber schön und erholsam waren die heißen Bäder dennoch, eine Art Whirlpool mit verschiedenen Aromen.
Am Freitag stand dann ein Seminar an, jedoch leider auf Chinesisch. Ich hab den Tag trotzdem ganz gut rumbekommen und Reisekosten abgerechnet etc.
Heute ist Samstag, Tag der Abreise!!! Ich sitze bereits am Flughafen und warte auf meinen Flieger. Bis Dienstag bin ich in Singapur, bevor es weiter nach Bali geht. Ich habe mir vorgenommen im Urlaub auch etwas im Blog zu schreiben. Mal sehen wir gut das klappt.
Reiseblog: China Tage 39-45
Montag 09.07 - Sonntag 15.07
Die Abstände meiner Blogeinträge werden offensichtlich etwas länger, die verbleibende Zeit in China dafür immer kürzer. Und irgendwie verrennen die Tage grad auch ziemlich schnell. Was mir tatsächlich doppelt entgegen kommt, da ich mich riesig auf den anstehenden Urlaub freue. Und auf die Zeit danach in Deutschland natürlich.
Was dazu beiträgt, dass die Tage etwas schneller vergehen, sind mit Sicherheit auch die neuen Aufgaben auf Arbeit. Wie es das Karma so will, wurde mir dafür ausdrücklich jede Unterstützung zugesagt. Ob die auch meinen Blog lesen?? Ich bin gespannt und Berichte darüber in der nächsten Woche etwas mehr.
Erwähnenswert diese Woche war ein schönes Abendessen mit zwei Kollegen und einer neuen Praktikanten. Es gab hot pot, also einen heißen Topf in dem eine dickflüssige Suppe aus Milch, Wasser, Mehl und Haferflocken köchelte. Im Toof wurde dann praktisch alles gekocht was bestellt wurde: Muscheln, Fisch, etwas Schweinefleisch, Gemüse und Salat. Als Beilage gab es etwas Brot, ausnahmsweise keinen Reis. Auf diese Idee war das Restaurant so stolz, dass es diese Info auch im Namen trug, übersetzt: kein Reis, dafür Haferbrei. Der Fisch hat übrigens nicht nur frisch geschmeckt, sondern war es tatsächlich auch.
Neben dem Essen muss man ja auch ab und an über das Wetter reden: heiß und trocken. Sprich jeden Tag um die 38 Grad. Freitag kam dann der ersehnte Regen und dadurch etwas Abkühlung. Bei frostigen 29 Grad ging es dann also ins Wochenende, wie angekündigt nach Guilin. Zwei Stunden mit dem Schnellzug entfernt von Foshan. Spricht man über Entfernungen, dann meint man in der Regel die Reisezeit in China. Eine Korrelation zwischen Kilometer und Dauer ähnlich wie in Deutschland ist nämlich nicht vorhanden und somit nicht abschätzbar. Gegen 21 Uhr war ich dann im Hostel, was wieder mal echt top war.
Sowohl Lage, Zimmer als auch Personal. Das Besondere an Guilin ist zweifelsohne die Lage zwischen zwei Flussläufen und mehreren kleinen Seen. Am Abend sind die gesamte Stadt und Parkanlagen wunderbar beleuchtet.
Am Samstag hatte ich eine Tour entlang des Li Rivers gebucht, zu der sich dann auch die Praktikantin Luisa angeschlossen hat. In ca. 4 Stunden ging es nach Yangshou, entlang der beeindruckenden Landschaft. Wirklich sehr schön.
In Yangshou wurde es dann allerdings sehr touristisch. Leider gelingt es den Chinesen jede Attraktion so maßlos zu übertreiben, dass es nur noch kitschig und inszeniert wirkt. Aus dem Versprechen der Reiseleiterin „wir besuchen 2 einheimische Kulturstämme, machen eine Bootstour und besuchen eine Höhle“ wurde nach einer Stunde anstehen rasch ein getaktetes Bühnenprogramm mit Gesamtlänge von 30 Minuten. Naja, landschaftlich trotzdem sehr schön.
Zurück in Guilin habe ich den Abend bei indischem Essen und Fußball gucken ausklingen lassen. Im Hostel habe ich mich ein paar Chinesen unterhalten, die der Meinung waren, dass Guilin tatsächlich einer der Orte ist, an dem jeder Chinese mal gesehen sein muss. Dementsprechend touristisch ausgelegt war also der ganze Ort. Für jede halbwegs interessante Attraktion wurde Eintritt verlangt. Und sei es nur, um den Fels zu fotografieren, der aussieht wie ein Elefantenrüssel. Ich hab übrigens kein Bild ;)
Am Sonntag ging es dann zurück nach Foshan, nachdem wir noch ein wenig durch Guilin gebummelt sind. In Summe ein ganz schönes Wochenende, wobei meine Lust durch China zu reisen jetzt erstmal etwas gestillt ist. Nächstes Wochenende, mein letztes verfügbares in China, möchte ich in Foshan bleiben und einen Tag Guangzhou besuchen. So der Plan.
Achja, mein Wäscheproblem hab ich diese Woche dank meines Kollegen Cheng geschickt gelöst, in dem ich seine Waschmaschine benutzen durfte. So langsam wird’s was ;)
Allen ein schönes Wochenende und guten Start in die Woche!
River Cruise from Guilin to Yangshou. #20Yuan (at Li River)
BREAKING NEWS: Design namenhafter deutscher Automobilhersteller kommt ursprünglich aus China!!! #wiederwasgelernt (at Guilin)
Foshan Nights, Mornings and Everyday Life. #warumdasüberhauptist lest ihr im Blog. (at Foshan)
Reiseblog: China Tage 35-38
Donnerstag 05.07. - Sonntag 08.07.
Huch, schon ein paar Tage vergangen nach dem letzten Blogbeitrag. Ein paar Tage Pause waren in der letzten Zeit meist dadurch begründet, dass ich viel unterwegs war und einfach nicht dazu gekommen bin. In der letzten Woche ist es mir jedoch schlicht und einfach etwas schwerer gefallen interessante Dinge zu berichten. Lag wahrscheinlich auch etwas daran, dass ich nach den aufregenden Wochen in Shanghai, Peking und Hongkong mich einfach nach ein paar ruhigeren Tagen gesehnt habe. Dementsprechend sah also mein Wochenende aus. Außer lesen, etwas rumlaufen und faulenzen ist da nicht viel passiert. Besonders schön war es mal wieder Freunde und Familie abzutelefonieren, was in letzter Zeit auch etwas zu kurz gekommen ist.
Derweil fühle ich mich in Foshan wirklich sehr wohl. Jedes Mal wenn ich rausgehe, entdecke ich ein paar neue Ecken. Gehe ich abends vor die Tür, sehe ich ein buntes Treiben wie auf dem nächsten Bild. Raffe ich mich zum Joggen auf, komme ich aber auch schnell in weniger ansehnliche Gegenden in denen es beispielsweise unangenehm riecht. Sicher kein Vergleich zu Indien David ;)
Wie dem ein oder anderen bekannt ist, macht mir das Reisen ungemein viel Spaß. Das Reisen planen eher weniger. Aber auch dazu hatte ich Gelegenheit und Muße am Wochenende. Das kommende Wochenende soll es nach Guilin gehen, einer Stadt deren Umgebung hauptsächlich für spektakuläre Kalkstein-Karsthügel bekannt ist. Bekanntestes Motiv ist wohl der Elefantenrüssel-Hügel. Ob das Ganze mit der Sächsischen Schweiz mithalten kann werde ich also genau prüfen. Bilder und Blog folgen also. Und wo die Kreditkarte einmal gezückt war, habe ich meinen anschließenden Bali Urlaub etwas konkretisiert und die ein oder andere Unterkunft gebucht.
Kommende Woche werde ich hoffentlich auch wieder etwas mehr auf Arbeit gefordert. Die Kollegen sind wirklich sehr hilfsbereit, aber ich spüre deutlich, dass ich über einen sehr oberflächlichen Austausch nicht hinweg komme. So recht wollen Sie sich anscheinend nicht in die Karten schauen lassen. Aus meiner Sicht natürlich eher eine unbegründete Angst, denn dazu bin ich nicht hier. Ob diese Haltung bewusst oder unbewusst eingenommen wird, dessen bin ich mir nicht so sicher. Es passt irgendwie in das Gesamtbild von China und somit wohl einfach zu dessen Kultur. Man möchte sich gastfreundlich zeigen aber nicht zu viel preisgeben oder anderen gegenüber zu sehr öffnen. Denke ich an Situationen in denen ich diese Schutzhaltung einnehme, dann sind es oft welche in denen mir Vertrauen fehlt, ich meinen Gegenüber schlecht einschätzen kann und ihm deshalb mit Skepsis und Vorsicht begegne. Vielleicht ist das Verhalten der meisten Chinesen aber tatsächlich unbegründet und gehört einfach zu deren Kultur. Vielleicht sind sie auch untereinander ähnlich eingestellt. Bisher habe ich darauf für mich noch keine Antwort gefunden. 3 Wochen bleiben ja noch ;)
Reiseblog: China Tage 32-34
Montag, 02.07. - Mittwoch 04.07
Am Montagmorgen ging es wieder zurück ins Büro in Foshan. Ein kleinwenig Normalität sozusagen, was sich auch direkt im Inhalt meines Blogs wiederspiegeln wird.
Im Büro herrscht noch immer etwas Umzugschaos, da Abteilungen entweder in die neue Zentrale ziehen oder am alten Standort in neue Räumlichkeiten. Wir sind als letztes an der Reihe und ziehen Ende der Woche auf die andere Straßenseite. So schaut mein Arbeitsplatz übrigens aktuell aus:
Ansonsten habe ich die Zeit genutzt, um die letzten Wochen etwas aufzuarbeiten und all die gesammelten Informationen in meinem Kopf etwas zu ordnen. Und natürlich um meine Reisekostenabrechnung zu erstellen. Aus einem ruhigen Abend wurde übrigens wieder nichts, da mich meine Kollegen regelrecht genötigt haben mit Ihnen in den Pub zu gehen und das Brasilien Spiel zu sehen. Ich hab es halt auch nicht einfach. Kleine Randnotiz: unsere Einkaufschefin in China ist in Shanghai geboren aber in Brasilien aufgewachsen. Jubeln für Mexiko war also untersagt, was die Kollegen auch brav und linientreu befolgten. Ein sehr unterhaltsamer und vor allem günstiger Abend, denn gezahlt hat ein mir unbekannter Kollege. Also nicht nur für mich, sondern für die komplette Gruppe. Guter Mann.
Am Dienstag war meine Kollegin Monika aus Graz zu Besuch, die ich bereits im April und Mai kennengelernt hatte. So konnte ich mal wieder die neusten Neuigkeiten austauschen und etwas in Erinnerung an die schöne Zeit in Graz schwelgen. Inklusive Abendessen in dem schönen Altstadtbereich von Foshan.
Getreu dem Beamtenmotto "Aufregung im Büro herrscht nur, wenn jemand Kuchen mitbringt", war mein Highlight am Mittwoch das gemeinsame Mittagessen mit den Kollegen. Einer hatte das Endergebnis des Brasilien Mexiko Spiels richtig getippt und mit einem Faktor von 7 eine schöne Summe Geld gewonnen und daraufhin ein Mittagessen für alle springen lassen. Ein weiterer guter Mann! Zum Thema chinesische Küche: es schmeckt mir wirklich alles sehr gut und ist leicht verträglich.
Nach der Pause verfallen alle Chinesen im Büro in ein 30 minütiges Schlafkoma. Also habe ich die Zeit genutzt und meinen anstehenden Urlaub finalisiert. Wer mich also besuchen möchte: es geht zunächst 3 Tage nach Singapur und anschließend für zwei Wochen weiter nach Bali. Ich hatte hin und her überlegt, ob ich mir statt Singapur lieber Taiwan anschauen soll, aber irgendwie freue ich mich etwas mehr darauf, nach 2 Monaten China etwas anderes zu sehen. Als ich am Abend Monika und meiner chinesischen Kollegin Jenny mein neues italienisches Lieblingslokal gezeigt und von meinen Reiseplänen erzählt habe, entgegnete mir Jenny (ebenfalls mein Alter) folgendes: sie findet Singapur furchtbar, da es nicht mehr als eine moderne Stadt ist und damit genauso schrecklich wie Shanghai. Und sie ist der Meinung, dass die meisten ihrer Freunde so denken.
~> Irgendwie kann ich die Kluft unserer zwei Welten und Kulturen nicht besser auf den Punkt bringen.
Reiseblog: China Tage 29-31
Freitag 29.06 - Sonntag 01.07.
Nach einer kurzen Nacht in Foshan, inklusive aus- und wieder einpacken der Tasche, ging es am Freitagmorgen um 7 auf in Richtung Hongkong. Zunächst ca. eine Stunde mit der Metro nach Guangzhou und anschließend zwei Stunden mit dem Zug nach Hongkong Hung Hom. Der Bahnhof und auch mein Hostel lagen auf der Halbinsel Kowloon, nur wenige Metrostationen entfernt von Downtown Hongkong Island. Hongkong wurde 1997 von den Briten wieder in chinesische Staatshoheit übergeben, verbleibt aber für insgesamt 50 Jahre als Sonderverwaltungszone mit freier Marktwirtschaft und hoher interner Autonomie. Faktisch war meine Reise nach HK also eine Ausreise aus China, inklusive vollständigem Aus- und Einreiseprozedere sowie Zollkontrolle. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass mein Visum, ausgelegt für zwei Einreisen nach China, nach meiner Rückkehr nach Foshan somit aufgebraucht ist. Das ist schon etwas ärgerlich, aber ich denke es gibt auch in China noch genug Ausflugsziele für die letzten 4 Wochen.
Nun aber zu HK: im Hostel habe ich mich direkt mit Andrew (USA) und Leticia (Brasilien) getroffen, die ich beide in Peking kennengelernt hatte. Gemeinsam sind wir am Freitagnachmittag durch Downtown gelaufen und anschließend zum Victorias Peak gewandert, der mit 553 Metern Höhe bekannteste Berg HKs.
Klingt zunächst nicht spektakulär, der Aufstieg bei 35 Grad gestaltete sich jedoch als wirklich herausfordernd. Wer die Touristenvariante wählen möchte kann übrigens auch mit der Seilbahn hochfahren. Aber ihr ahnt es bereits: Minimum 2 Stunden Schlange stehen. Jeweils für Auf- und Abfahrt versteht sich. Durch einen Tipp im Hostel sind wir noch etwas weiter gewandert, vorbei an der Aussichtsplattform und weitere 20 Minuten zur Spitze. Da hatten wir dann fernab von den vielen Touristen einen genialen Blick auf die Skyline Hongkongs, inklusive Sonnenuntergang.
Zurück zum Hostel ging es dann per Taxi, was gar nicht so einfach war. Die Taxifahrer in Hongkong wissen um Ihre gute Verhandlungsposition und Machtlosigkeit der Bewohner und zocken gnadenlos ab. Zum Vergleich: eine reguläre Fahrt mit Taximeter hätte uns ca. 10 € gekostet, der günstigste Taxifahrer der Lust hatte uns zum Hostel zu fahren, wollte 85€. Richtig gehört. In HK entscheidet der Fahrer ob er Lust hat, die HK Insel zu verlassen oder nicht. Glücklicherweise haben wir 2 weitere Fahrgäste animieren können uns zu begleiten und die Kosten zu teilen.
Etwas träge aber top motiviert ging es am Samstag zur Wanderung entlang des Dragons Back. Nach kurzer Anreise mit dem Bus wanderten wir auf dem Rücken des Drachen ca. 4 Stunden Auf und Ab, mit wirklich beeindruckenden Aussichten und Natur. Auch wenn es bei erneuten 35 Grad und Sonne pur eine echte Qual war. Manch einer mag sich jetzt fragen: warum macht man sowas? Die Frage hab ich mir nach 2 Stunden auch gestellt. Was uns jedoch motiviert hat war, was uns laut Reiseführer erwarten würde: die Wanderung endete in einer Lagune mit breitem Sandstrand, Meer und am allerwichtigsten, einer Strandbar mit kühlen Getränken und gutem Essen. Es hat sich echt gelohnt.
Am Abend waren wir mit Freunden von Leticia, die seit 5 Jahren in HK leben, zum Essen und Fußball gucken verabredet und haben die Nacht in Lan Kwai Fong, dem Bar Viertel, ausklingen lassen. Ein gelungener Tag.
Noch etwas trägerer als am Vortag wollte ich dann am Sonntag in Richtung Macao starten. Da meine bisherigen Reiseerfahrungen in China in mir jedoch schon ein unwohles Gefühl verbreiteten, wollten ich vorher zum Bahnhof und mein Ticket für die Rückfahrt buchen und abholen. Sicher ist sicher. Und wie sollte es anders sein: alle Züge ausgebucht bis auf einen am späten Nachmittag. Also habe ich kurzerhand beschlossen den Tag in HK zu verbringen. Denn wie bereits erwähnt, musste ich für Aus- und Einreise, Sicherheitscheck und langen Schlangen genug Zeit einplanen. Ich bin also am Hafen entlang spaziert und habe mir die längste Rolltreppe der Welt angesehen. Letztere war wirklich weniger spektakulär als gedacht, da diese gestückelt ist und man keinen Blick auf die Gesamtlänge bekommt.
In Summe hat mir HK sehr gut gefallen, wenn gleich ich Shanghai etwas sympathischer fand. In HK fand ich es aufgrund des begrenzten Platzangebotes alles ein wenig enger und irgendwie stressiger. Großes Plus war jedoch die Lage zum Meer und die grüne Natur, beides nur unweit vom Großstadttrubel entfernt. Jedoch sind beide Städte echt faszinierend, haben viel zu bieten und sind der westlichen Kultur wesentlich näher als der Rest des Landes. Witzig war, dass nach der Grenzüberschreitung in Shenzhen Richtung HK plötzlich Hinweisschilder auftauchten, die das erwünschte Verhalten in der Öffentlichkeit beschreiben. Zum Beispiel, dass man sich die Hand vor den Mund hält beim Husten oder nicht überall hinrotzt, nicht drängeln soll usw. …
Letztendlich haben mir meine 2,5 Wochen Reisen durch China schon dabei geholfen, gewisse Dinge einfach gelassener hinzunehmen und die letzten Wochen nochmal aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Insbesondere Shanghai und Hongkong haben zudem gezeigt, dass ein Leben in China nicht komplett unmöglich ist. Wenn man sich, wie SH und HK neuen und anderen Kulturen gegenüber etwas öffnet, ist das aus meiner Sicht eine Bereicherung für alle.
Reiseblog: China Tag 28
Donnerstag, 28.06
Letzter Tag. Los ging es wie immer mit einem gutem Frühstück, die Kollegen die meine Hotels buchen meinen es immer recht gut mit mir. Wer mag mir daheim mein Omelette machen?!
Anschließend mit dem Taxi in die Firma, Vorstellungsrunde, Werksrundgang, schlaue Fragen fragen, Mittagessen und danach ab zum Lieferanten. Ihr kennt das bereits. Mit der Ausnahme, dass wir heute nur 100 Meter weit gekommen sind. In dem Moment als ich dabei war die Kollegin zu fragen, ob der schicke BMW ihrer oder einer der Firma ist, rastete mein Kopf kurz im oberen Türrahmen ein. Es hat gekracht. Alles aber halb so wild, allen geht es gut. Wir hatten eine Menge Glück, dass uns das andere Auto relativ weit vorn getroffen hatte und nicht von der Seite.
Ein Hoch auf die vielen Kameras, anhand derer die Polizei die Schuldfrage zügig klären konnte. Wäre es nach der schauspielerischen Leistung gegangen, hätte der Verursacher wohl gewonnen. Es ging dann also mit dem Taxi weiter. Gegen 17 Uhr brachte mich dann ein Kollege zum Flughafen. Gegen 23 Uhr war ich wieder im Hotel.
Fühlt sich irgendwie gut an „nach Hause“ zu kommen (Foshan). Nunja, zumindest für eine Nacht ins gewohnte Hotel, denn Freitagmorgen geht es bereits weiter nach Hongkong (hab einen Tag Urlaub). Daher wird es wohl den nächsten Blogeintrag erst wieder am Montag geben. Allen ein schönes Wochenende!
Fazit am Ende meiner Reise: Reisen in China ist irgendwie anstrengend. Zu viele Menschen die von A nach B müssen, umständliches Prozedere, Smok und Wetter...Verspätungen. Nichts für meinen durchgetakteten Tagesablauf. Und meine Geduld. Zugtickets kann man zwar online kaufen, jedoch muss man sich dann trotzdem wieder eine Stunde anstellen um das Ticket am Schalter abzuholen. Davon mal abgesehen habe ich die Menschen als sehr gastfreundlich und hilfsbereit empfunden. Natürlich waren es größtenteils Kollegen, Lieferanten, Hotelmitarbeiter oder Kellner. Wie getrübt der Blick jetzt ist weiß ich nicht. Hier noch ein Schnappschuss von gestern beim Lieferanten.
Kleiner Nachtrag noch zur Luftqualität: seit zwei Tagen kratzt der Hals schon gewaltig. Kann aber auch an den Lieferantenbesuchen liegen. Da war so einiges ungesundes in der Luft.
Reiseblog: China Tag 27
Mittwoch, 27.06
Heute ging es bereits früh auf die Reise, Schlussspurt sozusagen. Vorletzter Tag meines Business Trips. Es ging zunächst mit der Metro zum Bahnhof am Flughafen und von da aus ca. 2 Stunden mit dem Schnellzug nach Quzhou. Der Schnellzug war sehr angenehm, aber nicht wesentlich besser oder schlechter als unsere ICEs. Jedoch hatte man mehr Beinfreiheit und konnte sogar fast liegen, wenn man die Rückenlehne verstellt hat. Mehr als 300km/h hat er aber auch nicht geschafft.
Das Ein- und Aussteigen dagegen gestaltet sich etwas anders. Prinzipiell funktioniert der Bahnhof wie ein Flughafen. Mit kleinen Sicherheitscheck, Gates und Boarding Time. Etwas umständlich ist, dass man auch beim Online-Ticketkauf die Karte stets als Hard Copy am Schalter abholen muss. Bei der Bevölkerungszahl hieß das, dass mein Kollege und ich uns ca. 1 Stunde vor Abfahrt am Schalter treffen mussten.
Vor Ort haben wir einen weiteren Lieferanten besucht, mit dem wir erst seit letztem Jahr zusammenarbeiten. Da es erfahrungsgemäß beim ersten Projekt immer etwas holprig läuft, hatte mein Kollege also sowieso vor hinzufahren. Nicht dass der Eindruck entsteht, ich würde die Situation entschärfen können. Aber schon interessant wie alle davon ausgehen, dass ich in jedem Fall Ahnung haben muss. Bin ja schließlich Deutscher und im Titel etwas mit Ingenieur. Ich spiele das Spiel also meistens mit und glänze mit gefährlichem Halbwissen, viel Kopfnicken und werfe den ein oder anderen Fachbegriff in die Runde, den ich mal irgendwo aufgeschnappt habe. Funktioniert bis her ganz gut.
Am Nachmittag ging es dann zurück nach Shanghai und direkt weiter nach Wuxi, was ca. eine Schnellzug-Stunde entfernt liegt. In Wuxi schließe ich meine Reise mit einem weiteren Geschäftsbereich ab. Um noch rechtzeitig zum Deutschlandspiel im Hotel zu sein (22 Uhr), hab ich sogar den Zug nach Shanghai früher genommen, was aber auch zwei Stunden stehen bedeutete. Ich war dann kurz nach halb neun in Wuxi, Zack ins Taxi, einchecken und um 21:59 das Zimmer aufgeschlossen, Bier aus der Minibar und los ging es. Den Rest kennt ja jeder 🙈😂. Im Gegensatz zu den Koreanern konnte ich jedoch lediglich eins einschenken. Mehr war leider nicht zu haben🙈. Aber der Zimmerblick war dafür ganz nett.
Reiseblog: China Tag 26
Dienstag, 26.06
Am Dienstag wurde ich um 9 Uhr im Hotel von einem Lieferanten abgeholt und wir sind gemeinsam mit einem Einkaufskollegen zu deren Werkshallen gefahren. Diesmal ein etwas kleinerer Lieferant der für Andritz vor allem Druckbehälter und Filter herstellt.
Nach einer kurzen Unternehmensvorstellung und Werksführung sind wir anschließend gemeinsam zum Mittag gegangen. Auch hier wurde nicht gegeizt und was soll ich sagen, so langsam liebe ich die chinesische Küche ein wenig. An meine Kollegen die diesen Blog lesen: natürlich gebe ich das bei den Reisekosten an ;)
Sowohl morgens als auch nachmittags auf dem Rückweg haben wir uns mühsam durch die heftige Rushhour gekämpft. Dagegen ist Stuggi wirklich nichts ;) Immerhin hatte ich Zeit meinen Kollegen etwas auszuquetschen. Angefangen von einer kleinen Lehreinheit in chinesischer Geschichte bis hin zu wirtschaftlichen Themen. Insbesondere die Geschichte rund um die Gründung der Republik oder um die von Hongkong und Macao waren sehr interessant. Im Gegensatz zu mir mit meinem begrenzten Wissen auf die europäische Geschichte, wusste mein chinesischer Kollege eine Menge über unsere. Da auch wir uns irgendwie sympathisch fanden, half er mir nach der Arbeit bereitwillig dabei eine chinesische SIM Karte zu kaufen. Das Prozedere war übrigens aufwendiger als die Immigration. Eine Stunde später hatte ich dann tatsächlich eine Prepaid Karte…
Am Abend stand jedoch die für mich größte Herausforderung bevor: Friseurbesuch. Was mich in Deutschland bereits nervös macht und in den USA auch kein voller Erfolg war, nun in China. Aus Angst einen kleinen Mao Einheitsschnitt zu bekommen hab ich dann also das ca. 15 fache bezahlt, um einen internationalen und englischsprachigen Barber aufzusuchen. Umgerechnet 57€. Das hat sich dafür aber auch echt gelohnt. Zur Begrüßung gab es übrigens ein Bierchen. Vielleicht wollte sie mich auch nur etwas beruhigen 😏.
Reiseblog: China Tag 25
Montag, 25.06.
Am Montag bin ich bei schnuckeligen 30 Grad um 8:30 ins Büro gelaufen, ca. 15 europäische Fußminuten und 25 chinesische vom Hotel entfernt. Achja, die Chinesen lassen es etwas gemütlicher angehen, was mich im Gedrängel des Metro- oder Stadtverkehrs durchaus das eine oder andere mal auf die Palme bringt. Das Büro von Andritz liegt in einem kleinen Business Park im 10. Stock eines Büroturms. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde lag mein Fokus vor allem darin, den Geschäftsbereich 'Metals' von Andritz kennenzulernen. Zusammen mit Schuler bildet der Geschäftsbereich das Gesamtvolumen dieser Sparte ab. Besonders interessant für mich und meine zukünftigen Aufgaben war der Austausch mit einer Kollegin aus dem Division Procurement, die also die Schnittstelle zum Einkauf darstellt. Wie bereits in meinen bisherigen Stationen hatte ich den Eindruck, dass die Kollegen mich mit offenen Armen empfangen und gern bereit sind, ihr Wissen zu teilen. Lediglich wenn es darum geht die Informationen per Email zur Verfügung zu stellen, machen fast alle dicht. Ein wenig Unbehagen ist also schon noch vorhanden. Und ich glaube im Gleichen Maße im umgekehrten Fall. Ich denke genau hier, im transparenten Austausch schlummert enorm viel Potential zur effektiveren Zusammenarbeit. Bei Siemens hat man immer gesagt: wenn Siemens wüsste was Siemens weiß… und so ähnlich trifft es auch hier zu.
Dass die Kollegen sehr offen und gastfreundlich sind, hat die Einladung zum gemeinsamen Mittagessen wieder mal bewiesen. Es wurde wieder allerhand aufgefahren ;) Da ich mich mit der Kollegen ziemlich gut verstand, sind wir nach der Arbeit noch Abendessen gegangen und ich habe anschließend ihre Hilfsbereitschaft genutzt, um ein paar kleine Besorgungen zu machen. Obwohl es oftmals Nichtigkeiten sind, können Sie doch ein wenig komplizierter sein als bei uns. Angefangen vom Kauf von Drogerieartikeln, vereinbaren von Friseurterminen oder einen Zug zu buchen. Ohne Übersetzer oftmals nicht möglich. Im Anschluss haben wir noch Ihren Mann getroffen und sie haben mir ein wenig Ihre Nachbarschaft gezeigt.
Wohl auch da sie sich mit mir etwas die Zeit vertreiben wollten. Denn Zuhause warteten bei 38 Grad auf engstem Raum ihr gemeinsames Kind samt Schwiegereltern. Schon nicht immer einfach hat sie mir erzählt. Allerdings ginge es ohne Oma und Opa einfach nicht. Nach 4 Monaten Elternzeit ist Schluss. Sie hatte mir auch angeboten ihre Wohnung anzusehen. Allerdings hab ich gemerkt wie es ihr im selben Moment sehr unangenehm war und hab es dann nicht darauf ankommen lassen.
Das tatsächlich gefühlt über 40 Grad 😂.
Zum Thema Luftqualitätswert: deutsche Großstädte haben im Schnitt einen Wert von ca. 30. Am Wochenende hatten wir in Shanghai etwas 40, was der beste Wert seit langem war. In der Regel liegt er allerdings um die 100 und kann in einigen Regionen über 200 ansteigen. Eine deutsche Kollegin hat mir lediglich geraten, ab ca. 80 nicht mehr draußen joggen zu gehen. Sonst spürt es im Alltag kaum, man sieht es höchstens.
Another Throwback, 21/06/2018... I have to catch up a bit... so since last week I have been staying in #shanghaibaby ! #warumdasüberhauptist lest ihr im Blog 😎. (at Shanghai, China)
Throwback 17/06/2018. Just an incredible feeling to hike up to the main Gate and walk on the #greatwallofchina . One of the coolest things I have experienced so far. With an even better group of #bestFrands ..#justmet! #warumdasüberhauptist lest ihr im Blog (at Great Wall of China)
Reiseblog: China Tage 20-24
Mi. 20.06 - So. 24.06
Von Mittwoch bis Freitag war ich in unser Firmenzentrale von Schuler China in Shanghai. In einem großen Bürogebäude in Downtown hat Schuler 2 Etagen bezogen. Nachdem mein Taxi und ich uns bei Regen durch die Rushhour gekämpft haben, bin ich am Mittwoch um 11:30 im Büro angekommen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde hat mich meine Chefin, die Einkaufsleiterin von Schuler China, zum Mittagessen eingeladen. Irgendwie schön, dass man einfach auf die Straße gehen kann und an jeder Ecke kleine Restaurants und Cafes zu finden sind. Die Küche ist dabei durchmischt und sehr westlich orientiert, nach einer englischen Karte muss man in Shanghai zum Glück nicht lang suchen. Und die Cafes sind mindestens so hipp wie in Berlin oder Stuttgart. Ihr merkt schon, hier fühl ich mich sehr wohl. Mein Hotel lag nur 5 Gehminuten von der Arbeit entfernt, direkt am Hauptbahnhof. Das eigentliche Leben spielt sich jedoch im Stadtkern rund um die Nanjing Road ab, die durch das exzellente Metronetz jedoch schnell zu erreichen ist. Eine Fahrt kostet umgerechnet ca. 0,50€, echt günstig und komfortabel. Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Stadt ohne das Metronetz und deren günstigen Tickets nicht funktionieren würde. Netter Nebeneffekt: ich empfinde die Stadt als leise und wenig stressend. Hinzukommt, dass es in der Stadt verboten ist die Hupe zu nutzen. Himmlisch!
Von der Einkaufsstraße Nanjing gelangt man zu Fuß ziemlich fix an den sogenannten Bund, eine Art Promenade entlang des ShiLiuPu Flusses. Auf der anderen Flussseite findet man dann den bekannten Pearl Tower und dahinter das Financial Center. Durch einen kleinen Geheimtipp sind wir am Donnerstag auf die Dachterrasse des Hyatt Hotels gefahren und hatten einen perfekten Blick auf die wunderschöne Skyline. Im Übrigen war ich das Wochenende nicht allein unterwegs, denn drei Freunde die ich in Peking kennengelernt hatte, waren auch in Shanghai.
Am Samstag hab ich mich dann aufgemacht, den größten Fake Markt Shanghais aufzusuchen. Natürlich habe ich investiert, möchte aber vorsichtshalber an dieser Stelle nicht zu viel preisgeben ;)
Der Markt war direkt unterirdisch in der Metro Station des Technology and Science Centers angelegt. Es gab eigentlich alles was man sich denken kann. Kleidung, Schuhe, Taschen, Elektronikartikel, Schmuck usw… war schon verrückt und interessant. Mit etwas leichterem Portemonnaie ging es am Abend mit einer Gruppe Deutscher zunächst in eine Bar, anschließend in einen kleinen Club, um schließlich 2 Uhr morgens die Deutschen anzufeuern. Es hat mega viel Spaß gemacht.
Nachdem ich am Sonntag mein Hotel gewechselt habe, wollte ich noch ein paar weitere Eindrücke von der Stadt sammeln und war in einem sehr coolen Stadtteil, den mir eine Freundin empfohlen hat. Die Gegend nennt sich French-Consession und ist eine faszinierende Mischung aus alten Häusern, hippen Cafes und Läden und einer Menge Grün. Irgendwie eine ganz andere Seite von Shanghai, im Vergleich zu den Wolkenkratzern in Downtown.
P.S.: Hotelzimmer könnte wiedermal schlimmer sein.
Bis nächsten Mittwoch bleibe ich noch in Shanghai, jedoch mit anderen Aufgaben, da ich wieder für Andritz arbeiten werde, unserer Konzernmutter. Dazu mehr im Laufe der nächsten Woche.