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Die aus Japan stammenden O-Nigiri sind kleine Reisbälle, nach Belieben gewürzt oder mit weiteren Zutaten gefüllt und meist mit einem Blatt Nori umwickelt. In ihrem Herkunftsland sind sie tief in der Alltagskultur verwurzelt und haben eine ähnliche Funktion wie bei uns das Jausenbrot. So wie auch die Bento-Box erlebt es in ostasiatischen Großstädten einen Boom, wahrscheinlich weil es Mobilität gewährleistet und gleichzeitig heimelige Gefühle weckt.
In Österreich konnte man es bislang nur in wenigen einschlägigen Geschäften und Restaurants finden. 2013 gelangte es unter dem Namen „Onigiri™ Rice Snack“ erstmals ins Sortiment einer großen österreichischen Supermarktkette. Ich wurde damals hinzugezogen um die Verpackung zu planen und in einem kleinen Team den Produktlaunch zu begleiten.
Die mehrlagige Verpackungsfolie und ihre besonderen Eigenschaften habe ich in einem anderen Beitrag genauer beschrieben.
Die Onigiri™ Rice Snacks inklusive Verpackung sind im Auftrag von und in Zusammenarbeit mit Florian Pröll entstanden.
Konzept: Florian Pröll
Logo-Gestaltung, Umsetzung Verpackungsgrafik, Produktionskoordination: Zora Göschl
Produktion der Etiketten: Ulrich Etiketten
Für das kommende Jahr verspricht das Kursprogramm der Wiener Papierwerkstätte Papierwespe mehr Termine und ein vielleicht sogar noch breiteres Spektrum als bisher. Ob die neuen Räumlichkeiten, nahe der vorherigen Adresse im 3. Bezirk gelegen, zu dieser erfreulichen Entwickung beigetragen haben?
Ca. 1460 Stunden Mathematikunterricht habe ich bis jetzt erlebt, verteilt auf 14 Jahre meines Lebens. Seit dem sind weitere 8 1/2 Jahre vergangen in denen ich in der Mathematik kaum mehr als ein unliebsames, aber notwendiges Werkzeug sah.
Man kann also von einer epochalen Versöhnung sprechen, wenn ich mir die Nächte mit Vi Harts „Doodling in Math Class“-Videos um die Ohren schlage und die Sonderausstellung Matheliebe im Grazer Naturkundemuseum am liebsten gleich mehrmals besuchen würde.
Zu sehen: Doodling in Math: Spirals, Fibonacci, and Being a Plant [1 of 3] von Vi Hart
Diese Woche hat Ö1 Sendungen übers Papierschöpfen aus alternativen Pflanzenfasern (d.h. nicht Holzschliff) gebracht.
In den ersten beiden Teilen geht es um heimische Pflanzen, im dritten Teil um die Eigenschaften der Papiere und im letzten Teil wird der Verarbeitungsprozess kurz beschrieben. Als Expertin kommt dabei Renate Habinger zu Wort. Das alles spielt sich im bescheidenen Rahmen von 5-minütigen Sendungen ab.
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Radiosendungen gestaltet von Renate Pliem für die Sendereihe "Vom Leben der Natur" des ORF Radio Ö1
Dauerhaft verfügbar gemacht von Podcast.de
Edit: Die Aufnahmen waren zwar als Podcast frei verfügbar, wurden aber leider nach zwei Wochen von den Ö1-Seiten gelöscht. Ich hätte zwar die Audio-Dateien noch, weiß aber nicht ob ich sie hier erneut veröffentlichen darf (sachdienliche Hinweise dazu sind willkommen). Jedenfalls kann ich anbieten, dass ich sie auf Anfrage für private Zwecke weitergebe.
Reisbällchen als Proviant gibt es schon seit mindestens 400 Jahren. Kein Wunder also, dass verschiedene spezialisierte Verpackungen entstanden sind. Im Einzelhandel findet man sie heute oft mit Kunststoff-Folien umwickelt. Besonders interessant ist jene Form, die Kisaku Suzuki Mitte der 80er Jahre entwickelt hat. Mehrlagige Folie, meist aus BOPP (biaxial orientiertes Polypropylen) umhüllt die feuchten Bestandteile und bildet eine separate Kammer in dem ein Stück Nori Platz findet. Dadurch behält das Nori seine knusprige Konsistenz, die einen interssanten Gegensatz zum weichen, klebrigen Reis bildet. Erst nach Entfernen der Folie berührt der Reis das Nori. Die Finger jedoch müssen nie mit dem Reis in Kontakt kommen und bleiben dadurch trocken und sauber.
Für die österreichische Marke „Onigiri™ Rice Snack“ haben wir auf dieses Design zurückgegriffen und es mit einem großen, perforierten Papier-Etikett und einem Verschlussetikett kombiniert.
Patent US 4623568
Patent US 6544569
Ursprünglich wurden Onigiri allerdings nicht gekauft, sondern ganz einfach aus den Resten vom Vortag zubereitet. Um diese hausgemachten Imbisse schadlos in die Schule, die Arbeit oder auf den Picknickplatz zu transportieren wurden und werden gerne Bentō-Dosen benutzt.
Es gibt aber auch ein traditionelles Pendant zur Einwegverpackung. Die Hüllblätter großer Bambusarten ergeben, geschickt eingeschlagen, einen leichten, praktischen Behälter. Die von den Blättern abgegebenen Pflanzensäfte hinterlassen nicht nur eine zusätzliche Geschmacksnote, sondern sollen auch die Haltbarkeit verlängern. Es wird berichtet, dass je nach Verfügbarkeit auch andere Blätter zum Einsatz kamen, etwa von Eichen oder Lotosblumen.
Der Animationsfilm und das gezeigte Produkt sind im Auftrag von Florian Pröll entstanden.
Fotografie: Thomas Steineder
Konzept, Animation: Zora Göschl
Die glänzende Oberfläche mit unregelmäßigen Falten und Wellen halte ich auf den ersten Blick für ein organisches Material. Vielleicht getrockneter Seetang oder ein spezielles Leder? Der Tastsinn liefert mir andere Signale: irgendwie wachsig und fester als erwartet. Kautschuk? Beschichtetes Gewebe?
Offensichtlich ist mir meine Ratlosigkeit anzusehen und der Mann hinterm Verkaufsstand löst das Rätsel. Das Ausgangsmaterial sind PE-Tragetaschen, also handelsübliche Plastiksackerl. Mehrere Schichten davon werden unter Hitze und Druck zu einer widerstandsfähigen Folie verschmolzen. Dabei kommt eine elektrisch beheizbare Presse zum Einsatz. Je nach verwendetem Material kann das Ergebnis stark variieren.
Für Philipp Stern begann das Projekt vor etwa vier Jahren. Damals hat ihm Katharina Oswald, eine befreundete Designerin, diese Technik gezeigt. Einige Experimente später hat er gemeinsam mit Mauricio Duda bei studio stilage die „seamless sleeves series“ entwickelt. Das sind Hüllen für Smartphones, Visitenkarten und dergleichen. Sie werden aus nur einem Stück Folie geformt und an zwei Seiten verschweißt. Es wird also kein zusätzlicher Stoff hinzugefügt, der am Ende des Produktlebens, beim Recyclen, wieder entfernt werden müsste. Die ursprünglichen Farben und Aufdrucke der Säcke bleiben erhalten und zieren in Freitag-Taschen-Manier die Sleeves.
Fotos: stilage
Noch viel Potenzial
Mein nächster Gedanke war: Wenn das so einfach geht, warum werden dann immer noch Plastiksackerl verbrannt und vergraben? Diese Art des Upcyclings hat doch bestimmt eine Vielzahl weiterer Anwendungsgebiete. Ich denke da natürlich an Verpackung, aber auch Schutzumschläge, Abdeckplanen und Baufolien. Tatsächlich kennt Google bereits einiges zum Thema „fused plastic bags“, allerdings sind das zum größten Teil Basteleien mit fragwürdigem Gebrauchswert.
Wahrscheinlich sind es gerade die reizvollen Unregelmäßigkeiten in Farbe, Muster und Struktur, die einer kommerziellen Produktion im Weg stehen. Vielleicht ist auch der Arbeitsaufwand zu groß. Bis jetzt habe ich nur einen Hersteller gefunden, der in großem Stil Folie aus gebrauchten PE-Tragetaschen erzeugt. Die in Delhi angesiedelte Firma Conserve nennt dieses Material HRP (Handmade Recycled Plastic) und verarbeitet es zu einzigartigen Accessoires. Conserve versteht sich außerdem als öko-soziales Unternehmen und betreibt fairen Handel.
Besonders schön finde ich, wie sich hier (alltags)kulturelle Unterschiede manifestieren. Die hauchdünnen, unbedruckten Beutel in allen Farben des Regenbogens, wie sie in Indien häufig sind, führen zu einer komplett anderen Ästhetik als die plakativen Werbebotschaften Europas.
Vorsicht, das soll keine Empfehlung zum Nachahmen sein! Reines PE ist zwar ungiftig, bei Plastiksäcken weiß man aber nie so genau, welche Zusätze enthalten sind und wie die sich beim Erhitzen verhalten. Besonders happig wird es, wenn man versehentlich PVC erwischt. Man sollte also genau wissen, was man tut und wie man sich dabei vor giftigen Dämpfen schützt.
Eindrücke von den beiden Kursen "Buchbinden" und "Schachtel, Kassette, Mappe"
Endlich habe ich die häufigsten Buchbindearbeiten einmal in natura erfahren können. Instruiert von dem Buchrestaurator Ludwig Stumptner habe ich unterschiedliche Bücher, eine Kassette und eine Mappe fabriziert. Das ist vielleicht keine körperlich anstrengende Tätigkeit, aber wehe man ist einen Moment lang unaufmerksam …
Die beiden Wochenenden waren jedenfalls sehr kurzweilig und ich hatte einige Aha-Erlebnisse.
Beatrix Mapalagama sorgt dafür, dass alljährlich diese und ähnliche Veranstaltungen zustande kommen. In ihrer Werkstatt, der Papierwespe bekommen Interessierte die Möglichkeit, Papiere selbst zu erzeugen oder mit verschiedenen Techniken zu bearbeiten. Auf der Website kann man bereits das Kursprogramm für das kommende Jahr einsehen.
Kleber ist bestimmt nicht das Erste, was einem/einer beim Thema Verpackung in den Sinn kommt. Dabei ist er ein sehr häufiger und auch wichtiger Bestandteil. Solange er seinen Zweck erfüllt, fällt er nicht weiter auf. Mengenmäßig macht er oft nur einen winzigen Teil einer Verpackung aus. Vom Standpunkt der nachhaltigen Entwicklung sind jedoch auch unscheinbare Details wichtig, insbesondere bei großen Produktionsmengen.
Was meiner Meinung nach für die Wahl des Klebers entscheidend ist, wieso ich mich aktuell mit diesem Thema beschäftige und welche Erfahrungen ich mit Klebern aus pflanzlichen Rohstoffen gemacht habe? Weiterlesen!
Nachhaltigkeit und Transparenz
Für die Wahl des Klebstoffes gilt wie für alle Verpackungsmaterialien: Wenn ein Material gut auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt ist hält das auch den Ressourcenverbrauch gering. Wichtig ist also, dass man sich rechtzeitig Gedanken über die geplanten Einsatzbereiche macht. Ein vertrauenswürdiger Handelspartner, der gut und ausreichend berät, hilft nicht nur natürliche Ressourcen, sondern auch Finanzen und Nerven zu schonen.
Wenn es aber ans Eingemachte geht, nämlich die Zusammensetzung und Herkunft des Klebers, wird selbst der kooperativste Lieferant die Auskunft verweigern. Wie so oft in der Verpackungsbranche sind das streng gehütete Betriebsgeheimnisse. Diese Praxis wird auch mitgetragen von Einkäufern und Endkunden, die gar nicht erst nachfragen.
Dabei wären so viele wichtige Fragen zu klären: Woher kommen die Rohstoffe für den Kleber? Wer verarbeitet sie? Wer verdient daran? Welche Techniken werden zur Gewinnung und Verarbeitung eingesetzt und wie wirken die sich auf die Umwelt aus? Bestehen Gesundheitsrisiken für die Arbeiter oder die Konsumenten? Welchen Einfluss nimmt der Kleber auf den Materialkreislauf?
Zero Waste Jam
Bei Zero Waste Jam, einem Projekt von The Good Tribe geht es um den bewussten Umgang mit Ressourcen, um Transparenz, um Regionalität und einmal mehr ums Eingemachte – konkreter: Marmelade. Als ich den Auftrag bekam, die Verpackung dafür zu gestalten, machte ich mich auf die Suche nach Materialien, die diesen Kriterien entsprechen. Schraubgläser, Papier und Druck lassen sich einigermaßen auf Nachhaltigkeit hin abtasten, nur der Etikettenkleber ließ vorerst viele Fragen offen.
Schließlich fand ich einen interessanten Ansatz. Unsere Vorfahren kannten eine Vielzahl von Klebern für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche. Die meisten davon wurden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, waren einfach herzustellen und unbedenklich für Mensch und Natur. Leider wird das Wissen darüber kaum noch gepflegt. Darum möchte ich hier meine Erfahrungen teilen und hoffe auf neue Anregungen.
Pflanzliche Kleber im Test
Meine Nachforschungen brachten zwei praxistaugliche Rezepturen zutage. Beide bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen, sind wasserlöslich, kompostierbar und sogar von der EU als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen.
Maltodextrin
· mit Wasser zu einer dickflüssigen Paste verrühren; mit Pinsel auftragen
· nassklebend (d.h. es lässt sich antrocknen und wiederbefeuchten)
· bekommt man in Apotheken (Nahrungsergänzungsmittel)
· zB. Maltodextrin 6
· besteht aus modifizierter Stärke (meistens aus Industriemais)
· kann bei starken Temperaturschwankungen abblättern
· kann dunkle Flecken hinterlassen
Methylcellulose
· mit Wasser zu einer dickflüssigen Paste verrühren; mit Pinsel auftragen
· bekommt man in Bastel- und Buchbinder-Bedarfgeschäften (Kleister)
· zB. Glutofix 600
· besteht aus modifizierter Zellulose (meistens aus Holz)
· wird nach eintrocknen nahezu unsichtbar
Auf den Bildern sieht man wie ich beide Kleber einem Härtetest unterzogen habe. Dazu habe ich Papierstreifen auf Gläser geklebt und unter verschiedenen Bedingungen gelagert. Das Maltodextrin hat sich bei starker Sonneneinstrahlung mit einem lauten Knacken vom Glas gelöst. Alles andere blieb unverändert.
Dieses Projekt ist noch nicht abgeschlossen und ich würde mich sehr über neue Anregungen freuen. Vor allem folgende Fragen interessieren mich:
· Gibt es Methylcellulose aus nachweislich kontrollierter Holzwirtschaft?
· Gibt es Tricks, mit denen man die Gummierung von Briefmarken einfach selbst herstellen kann?
(Bei meinen Versuchen mit Maltodextrin hat sich das Papier stark eingerollt)
· Wie ist die Ökobilanz der Erzeugung von Maltodextrin?
· Wie ist die Ökobilanz der Erzeugung von Methylcellulose?
Die Verpackung für Together Rice hat im letzten Jahr mehrere Designpreise gewonnen. Neugierig geworden, habe ich mir die Taiwanesische Marke Green in Hand genauer angesehen.
Die Firma bezieht von Kleinbauern Reis, Tee und andere regionale Spezialitäten. Sie kreiert dafür einzigartige Verpackungen, die die Sorgfalt und Naturverbundenheit im Herstellungsprozess widerspiegeln. Nicht zufällig wirken viele davon wie Geschenkverpackungen. Reis hat in China eine besondere Symbolik und wird gerne zur Hochzeit oder zu Neujahr verschenkt.
Zu sehen sind:
· die preisgekrönte Reispackung aus Kraftpapier und Rattan (2x)
· Varianten mit buntem Stoffbezug
· Blütenhonig (3x)
· Reis im Stoffkuvert (2x)
In meiner Jugend waren Fan-Artikel von Musikern furchtbar langweilig. Man denke nur an die immer gleichen schwarzen T-Shirts, die Pop- und Rockgrößen Ende des letzten Jahrhunderts unter ihre Anhängerschaft brachten. Sei es nun aus Schuldbewusstsein darüber oder aus Notwehr gegenüber der Ent-Materialisierung der Musik — die Musikindustrie zelebriert dieser Tage den guten Stil im Visuellen und Haptischen. Ausgefallene, aufwändig produzierte und vor allem rare Kostbarkeiten sollen die wahren Fans hinter den Downloadplattformen hervorlocken.
Tori Amos hat eine limitierte Sonderauflage der Kamera Diana F+ in Auftrag gegeben, die „Tori“. Mit in die Packung soll außerdem ein dazu passendes Set Wechsellinsen, eine ebenso limitierte, handsignierte CD mit einer Konzertaufnahme, eine Filmrolle und ein von der Musikerin selbst mit einer Diana gemachtes Foto. Inspiration für die Verpackung war ein Bösendorfer-Flügel, auf dem Tori Amos bei ihren Auftritten spielt.
Das „Tori“ Set inklusive Verpackung entstand als Zusammenarbeit zwischen Tori Amos, Lomography USA und dem Design-Team der Lomographischen AG.
Mein Beitrag: Formgebung, Schnittmuster, Reinzeichnung
Mitwirkend bei: Grafikdesign
Wer einen Pinsel kauft, findet wahrscheinlich ein kleines Röhrchen aus Silikon oder Hartplastik über die Haare gestülpt. Einmal abgenommen ist es nutzlos – bei dem Versuch, es wieder aufzustecken würde man den Pinsel ruinieren. Eigentlich schade.
Hier ist eine wunderbar simple und schöne Papierhülle, die den empfindlichen Teil von Lackierpinseln dauerhaft schützt. Der aufgedruckte Text offenbart eine weitere Funktion der Hülle. Nach jedem Gebrauch soll man den Pinsel erst mit Terpentin reinigen und dann einige Zeit in ein Glas mit Leinöl stellen. Letzteres mitsamt der Hülle, um die Borsten zu schonen. Erstaunlich, was dieses Papier aushält!
Das Design stammt von Frederick W. Schneider. Hersteller war die Pittsburgh Plate Glass Company, die unter diesem Namen nur bis 1968 existiert hat. Melissa Easton hat die Schätze entdeckt und für die Nachwelt festgehalten.
Die erste Kamera mit Half-Frame-Funktion von Lomography und die erste Kamera überhaupt, die nach Bedarf zwischen diesem Bildformat und einem quadratischen wechselt. Rein äußerlich sieht sie aus wie eine kleinere Version der Diana+.
So lag es nahe, uns zuerst einmal die Verpackung der berühmten Namenspatin anzusehen (Bild in den Kommentaren). Die äußere Form der Verpackung haben wir in verkleinertem Maßstab übernommen. Trotzdem wollten wir der Diana Mini Eigenständigkeit und etwas mehr Glamour zugestehen.
Um das zu erreichen haben wir die grobe Wellpappe gegen kaschierte Pappe und die turbulente Grafik gegen ruhige Flächen getauscht. Wir haben das System Boden-und-Deckel hin zu Schuber-und-Lade verändert. Den kleinen Bildband haben wir unter der Lade platziert, so dass er auch von außen gut erkennbar ist.
Die Diana Mini inklusive Verpackung ist ein Produkt der Lomographischen AG, entwickelt vom hauseigenen Design-Team.
Mein Beitrag: Strukturelle Gestaltung und Reinzeichnung der Verpackung
Gemeinsam Erarbeitet: Formfindung und Grafikdesign
Ich muss gestehen, es erfüllt mich immer mit einer kindlichen Freude, zu sehen wie etwas scheinbar Selbstverständliches, ewig Gültiges plötzlich doch ins Wanken gerät. Etwas wie die Zahnpasta-Tube.
Die Designer Sang Min Yu und Wong Sang Lee haben es gewagt, unser aller Morgen- und Abendritual zu hinterfragen. Mit ihrer Lösung wollen sie verhindern, dass die letzten drei/vier Portionen Zahnpasta im Schraubverschluss verbleiben und außerdem Verpackungsmaterial und Transportaufwand sparen.
Vielleicht werden wir in Zukunft unsere Körperpflegeprodukte, Kosmetika und Malfarben aus einer Art Tetrapack quetschen. Hoffentlich hat sich bis dahin weltweit ein gutes Recyclingsystem für diese Verbundfolie durchgesetzt. Und weil ich gerade bei den guten Wünschen bin: Gebt dem Jungen doch eine frische Zahnbürste.
Ich weiß gar nicht, wie mir das so lange verborgen bleiben konnte. Seit Februar gibt es einen umfassenden Leitfaden für nachhaltige Verpackung aus verlässlicher Quelle.
Der BÖLW, Spitzenverband der Erzeuger, Verarbeiter und Händler ökologischer Lebensmittel in Deutschland, hat "Nachhaltige Verpackung von Bio-Lebensmitteln – Ein Leitfaden für Unternehmen" entwickelt. Da Lebensmittel ohnehin den größten und vielfältigsten Teil der Packgüter darstellen, könnte das Werk zum Hilfsmittel für viele Branchen werden.
Mein erster Eindruck:
Der Verpackungsleitfaden bietet keine einfachen Lösungen. Für mich ist das der beste Beweis, dass auch wirklich keine Packmittel-Lobby dahinter steht. Unabhängige, gut recherchierte Argumente sind ja leider sehr rar, wenn es um nachhaltige Verpackung geht.
Er ist in die Bereiche A – Verpackungsanforderungen, B – Bewertung von Materialien und C – Praxisbeispiele gegliedert. Zum schnellen Nachschlagen – sofern das die Komplexität des Themas überhaupt zulässt – eignet sich nur der mittlere Teil. Der Rest ist so angelegt, dass man ihn am besten von Anfang bis Ende durchlesen, oder zumindest überfliegen sollte. Ergänzend dazu gibt es eine Checkliste für die Umsetzung in der Praxis und "Anforderungsprofile" für die gängigsten Materialien, die helfen sollen, den Paragraphendschungel etwas übersichtlicher zu gestalten.
In den nächsten Tagen werde ich mir den Leitfaden und die ergänzenden Dokumente genauer zu Gemüte führen und vielleicht auch interessante Abschnitte hier zitieren und kommentieren.
Die filigranen Papierskulpturen von Yoshio Hasegawa regen zum Nachdenken an. Über die logistischen Vorteile von Rundungen in der Verpackung. Aber auch über die Nachteile, die aus den ungenutzten Hohlräumen entstehen. Gesteigerte Stabilität wird lästig sobald es um die Entsorgung geht. Aber auch schon vorher würde man wertvolle Transport- und Lagerkapazitäten lieber mit Waren als mit Luft füllen. Verpacken heißt also auch, Hohlräume effizient nutzen. Ineffiziente Lösungen gibt es wie Löcher in den Skulpturen.
Jetzt nennen die doch ihre Kampagne ausgerechnet "Bio in Hülle und Fülle". Es besteht natürlich keine Verbindung zu diesem Blog.
REWE gibt bekannt, dass die Eigenmarke Ja! Natürlich in Zukunft verstärkt auf "Green Packaging" setzt. Dafür wurde eine Reihe ambitionierter Verpackungsrichtlinien festgelegt. Man darf gespannt sein.
Erstes greifbares Ergebnis ist der Umstieg von erdölbasiertem Kunststoff auf so genannte Zellulosefolie bei sämtlichen Paprika- und Tomatenverpackungen. Diese transparente Folie ist angeblich kompostierbar und "zu fast 100%" aus FSC zertifiziertem Holz. Gemeint ist wahrscheinlich eine Art Celluloseacetat. Woraus die Folie sonst noch besteht bleibt ein Betriebsgeheimnis.
Weitere Verbesserungen in Richtung Nachhaltigkeit sind geplant, etwa die Anwendung dieses Materials bei weiteren Gemüse- und Obstsorten. Plastiktassen wie sie etwa für Heidelbeeren in Verwendung sind sollen nach und nach durch Karton ersetzt werden. Ein erklärtes Ziel ist es, Kunststoffverpackungen bis 2015 um 25% zu reduzieren.
Danke REWE!
Mein persönlicher Wunschzettel
Spülwasserlösliche Etiketten auf Konservengläsern
Leere Saucen- und Pestogläser ließen sich wunderbar weiterverwenden, etwa als Gewürzgläser oder für selbst Eingelgtes. Leider sind die Ettiketten auf den Gläsern von Ja! Natürlich weder mit Spülwasser, noch mit Öl rückstandsfrei ablösbar. Marken wie Sonnentor machen vor, dass es auch anders geht.
Mülltrennung unterstützende Brotbeutel
Kein Mensch braucht ständigen Sichtkontakt zu seinem Brot. Ich sehe es doch bevor die Frau oder der Mann hinter der Brottheke es einpackt und ich sehe es wieder wenn ich es zuhause auspacke. Meine Versuche, das Papier mit bloßen Händen vom Plastik zu trennen waren mühsam und ohne Erfolg.
Ein größerer Fokus
Auch die anderen Eigenmarken und zugekaufte Produkte verdienen verantwortungsbewusst gewählte Verpackung.
Sinn dieser Mappe ist es, Unterlagen für Presse- und Geschäftskontakte zu verpacken, und zwar so, dass diese sie gerne mitnehmen, lange aufbewahren und auf den ersten Blick wiedererkennen.
Die Lomography Mappe ist Teil des Corporate Design der Lomographischen AG und wurde vom hauseigenen Design-Team entwickelt.
Mein Beitrag: Schnittmuster