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@18-til-i-die
Neven Subotic - Wir machen das aus Leidenschaft
Neven Subotic kommt vom Mittagsessen. Der Laptop unter seinen Arm ist aufgeklappt. Zwischen Training am Vormittag und Testspiel am Abend bleibt unser Verteidiger im Trainingszentrum. Er hat zu tun. Auf dem Fußballplatz in Brackel - und im weltweiten Netz.
Gerade kümmert er sich um die Stiftung, die seinen Namen trägt. Sie unterstützt den Brunnenbau in Tigray - Region Äthiopiens und statted Schulen mit Toiletten aus. Sie ermöglicht also Kindern Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Sanitäralagen. Ein Gespräch über Probleme, über Nuancen und Extreme.
Neven, was gibt es zu tun?
Gerade veröffentlichen wir die Videos, die wir im Sommer in Äthiopienn gedreht haben. So kann jeder Spender nachvollziehen, wo sein Geld hingegangen ist, wie die Brunnen, die Schulen und vor allem die Kinder aussehen, die er unterstützt. Dazu kommt noch eine Fotogalerie. Das alles veröffentlichen wir auf der Website der Stiftung und auf Facebook. So hat jeder Zugang. Dazu bitten wir alle Spender, neben Datum und Betrag der Spende auch ihren Namen preiszugeben. Das bringt größtmögliche Transparenz - und schafft eine Verbindung zwischen denen, die gespendet haben, und jenen, die dadurch begünstigt wurden. Das war mir von Anfang an wichtig. Ich wollte ein Format, bei dem es immer um ein konkretes Project, zum Beispiel einen einzelnen Brunnen geht.
Kingelt wunderbar.
Es ist eine Menge Arbeit, aber es macht mir auch viel Spaß. Das letzte Problem ist, dass unsere Hilfe tatsächlich weiter benötigt wird. Wir haben in Äthiopien gesehen, wie es ist, wenn man eben kein sauberes Wasser hat. Vor allem die Menschen in den ländlichen Regionen erhalten nicht genügend Hilfe vom Staat, der auch nur begrenzte Einnahmen zur Verfügung hat. Gegenden, in denen vielleicht 20 Menschen auf einem Quadratkilometer leben, benötigen am ehesten Unterstützung von Hilfsorganisationen und Stiftungen.
Stimmt es, dass Du im nächsten Sommer in genau diesen Regionen zelten willst?
Das ist der Plan, ja. Der Grund ist einfach: Es ist etwas anderes, ob dir jemand von einer Sache erzälht oder ob du sie selbst erlebst. In diesem Jahr mussten wir teilweise schon um vier Uhr morgens losfahren, um in die entsprechenden Gebiete zu kommen. Da haben wir zu viele Stunden im Auto verbracht, auf Straßen, auf Schotterpisten un Feldwegen. Ich habe kein Problem damit, dort zu zelten. Für mich ist es schon wichtig, vor Ort zu sein, die Kinder kennenzulernen, mit ihnen zu reden und zu spielen. Das pusht mich. Und außerdem will ich ja auch sehen, für wen ich die ganze Zeit arbeite.
Wann bist Du mit der Arbeit zufrieden?
Ich sitze abends nicht da und denke: Oh, cool, bald ist dieses oder jenes fertig. Sondern ich denke, Wo muss man noch machen? Was kann noch verbessert werden? Das macht mir höllisch Spaß - und es ist eine Herausforderung. Gepaart mit dem Fakt, dass wir unendlich viel tun können, ist das etwas, das eigentlich nur vom Schlaf begrenzt wird.
Was ziehst Du für Dich aus dieser Arbeit?
Es ist inspirierend zu sehen, dass sich die Menschen dort trotz ihrer widrigen Umstände um nichts Sorgen machen. Dass sie krass hart arbeiten und einfach glücklich sind, obwohl sie sich alle drei Minuten die Nase wischen müssen. Dann merkt man, dass es ihnen vielleicht doch nicht so gut geht, beziehungsweise, dass es ihnen mit einfachen Mitteln viel besser gehen könnte.
Wenn man diese Lebensumstände einmal live miterlebt hat, dürften so manche Probleme, die wir hier haben, relativ klein wirken.
Das Gefühl hatte ich allerdings vorher schon, vermutlich auf Grund meiner Familiengeschichte. Wir haben uns auch nie groß beschwert. Vieles interessiert mich einfach nicht. Ein Beispiel: Das Display meines Telefons ist gebrochen. Natürlich kann ich mir noch heute ein neues leisten, es ist aber nicht nötig. Denn es funktioniert noch. Ich brauche also kein neues. Menschen, die mich kennen, wissen: Wenn alle etwas als schlimm erachten, dann ist Neven wahrscheinlich derjenige, den das gar nicht nervt. Außer es ist etwas Wichtiges. Wenn bei der Stiftung was nicht läuft, dann ist das wichtig. Oder wenn etwas in der Familien ist, wenn jemand krank ist.
Wie problematisch sind vor diesem Hintergrund sieben Punkte aus acht Spielen?
Wie gesagt: Wichtige Sachen sind auch mir wichtig. Und Fußballer zu sein, ist für die meisten von uns mehr als ein Job. Wir machen das aus Leidenschaft, wir haben unser ganzes Leben darauf hingearbeitet. Und wir wissen alle ganz genau: Wir haben zehn, wenn wir Glück haben vielleicht 15 Jahre in diesem Geschäft. Das ist eine begrenzte Zeit, in der man möglichst viel erreichtn will. Vor diesem Hintergrund ist so ein Start wie jetzt sehr bitter. Vor allem, weil wir das nicht verdient haben, denke ich. Wir waren nicht schlechter als die Gegner. Aber gut, jetzt müssen wir damit umgehen. Fünf Bundesligaspiele in Serie ohne Sieg hatten wir ganz, ganz lange nicht mehr. Es ist ein ganz neues Gefühl.
Was ist hier zu tun?
Ich glaube nicht, dass wir großartig etwas verändern sollten, dass es am System liegt oder an der Einstellung der Spieler. Wir sind in den meisten Spielen sehr viel gelaufen, deutlich mehr als der Gegner - wir wurden dafür nur nicht belohnt. Das ist Fußball. Auf Schalke zum Beispiel haben wir bei zwei Ecken nicht gut ausgesehen. Ja, das stimmt. Aber niemand will dann hören, dass es eine enge Kiste war. Dass das Spiel auf Grund von zwei, drei Einzelaktionen gedreht wurde und dass uns in ein, zwei anderen Situationen das Tor nicht gelungen ist. Sondern es ist dann eine Krise, und gar nichts hat gepasst. So wird das dann gesehen.
Wie siehst du das?
Ich glaube, dass wir nicht so viel falsch gemacht haben. Genauso haben wir übrigens in Anderlecht auch nicht alles richtig gemacht. Da hatte der Gegner auch Chancen. Am Ende haben wir aber 3:0 gewonnen - und alle sagen: Mensch, heute war Eure Abwehr aber stabil. Dabei haben wir dem Gegner definitiv auch Chancen zugestanden. Was ich sagen will: Es ist nicht so, dass es von der Basis her nicht gepasst hat. Sondern es waren Kleinigkeiten.
In Wahrheit geht es also auf diesem Niveau nur um Nuancen.
Auf diesem Niveau sind es immer nur Nuancen. Im Prinzip müssen wir wahrscheinlich überall nur ein Prozent draufpacken. Dann bin ich sicher, dass wir da rauskommen. Denn ein Prozent hochgerechnet auf jeden Zweikampft, auf jedes Sprintduell, jede Ecke, jedes Timing ist eine ganze Menge.
Wie wichtig war die Länderspielpause?
Erst hat sie mir gar nicht gepasst. Im Übereifer hätte ich am liebsten sofort wieder gespielt, um zu zeigen: ,,Nein, nein, nein, das eben, das waren nicht wir. Das hier, das sind jetzt wir.“ Im Nachhinein hoffe ich, dass es eine gute Pause war. Wir haben einige richtig gute Jungs zurückbekommen, müssen nicht mehr alle drei, vier Tage mit derselben Elf spielen. Es hat wahrscheinlich kein anderer Verein so oft mit weitgehend derselben Mannschaft aus der Champions League im daruaffolgenden Ligaspiel gespielt, wie wir zu Beginn dieser Saison.
Du deutest es an: Ist die Belastungsgrenze für Fußballer erreicht? Spätestens in der Summe mehrerer erfolgreicher Jahre mit vielen Bonusspielen.
Ich glaube, viel mehr könnte man nicht spielen. Das is nah an der Grenze. Nehmen wir mal das Beispiel Anderlecht: Nach so einem Abendspiel kann man nicht schlafen, ich kenne zumindest niemanden, der um Mitternacht im Hotel ankommt und direkt schläft. Am nächsten Morgen fliegst du dann zurück, hast mittags Regeneration und am nächsten Tag wieder Training. Dann fährst du ins nächste Hotel und am darauffolgenden Tag spielst du gegen den HSV. Äh - viel mehr geht nicht. Ich trinke schon viel Wasser, laufe den ganzen Tag in diesen Kompressonshosen herum, die den Blutkreislauf anregen. Aber zweieinhalb Tage nach einem Champions-League-Spiel kannst du nicht auf Toplevel sein. Du bist müde. Und dagegen kannst du nichts machen.
Also ist die Belastung extrem.
Extrem ist ein gutes Wort, danke. Ich denke oft in Extremen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was richtig sein könnte. Denk mal zurück: Als wir noch Samstag - Samstag gespielt haben, sind wir marschiert ohne Ende. Am Tag nach dem Spiel hatten wir Auslaufen, den Tage danach frei, erst dann ging die Woche los. Und wir haben fast immer mit derselben Elf gespielt. Wenn sich so eine Elf mal richtig eingespielt hat, dann läuft das auch. So sind wir Deutscher Meister geworden. Jetzt haben wir das andere Extrem: Alle drei Tage ein Spiel. Puh, das machst du ein paar Mal mit und dann benötigt jeder eine Pause. Wenn man dann aber so viele Verletzte hat, wie wir sie hatten, dann wird es schwer.
Jetzt seid Ihr schon wieder drin im Drei-Tage-Rhythmus; allerdings mit dem Unterschied, dass einige ,,Jungs mit den klingenden Namen” wieder dabei sind. Macht das die Sache nun einfacher?
Absolut. Wenn wir wieder in Extremen denken: Man stelle sich vor, wir hätten noch weitere Verletzte hinzubekommen und müssten auch alle Spiele bis Weinachten mit derselben Elf machen. Das wäre dann sicherlich schwer geworden. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten. Das ist ein Bonus für uns alle. Wir haben jetzt die Möglichkeit zu beweisen, dass es nicht an unserem Willen liegt. Wir geben alles, wir laufen wie die Verrückten. Aber wir sind auch nur Menschen, die leichte Fehler machen, wenn sie müde sind. Deshalb habe ich viel Hoffnung.
Du würdest gerne mal Bill Gates treffen. Warum?
Aus zwei Gründen. Erstens hat er aus dem Nichts sehr viel geschaffen. Das ist beeindruckend. Er hat mit einfachen Mitteln angefangen, alles aufgegeben für seinen Traum, hart gearbeitet - und ist dann, zweitens, an einen Punkt gekommen, an dem er gesagt hat: Das ist alles wunderbar, aber ich möchte noch mehr mit meinem Leben machen. Und dann hat er seine Stiftung gegründet, mit der er so viel macht, von Forschungsarbeit bis zu Hilfsprojekten. Deshalb wäre es interessant, ihn kennezulernen und zu sehen, welche Parallelen es gibt. Ich bin zwar kein Bill Gates, ich habe auch nicht Windows erfunden, sondern kann nur ein bißchen kicken - aber man tut, was man kann. Und ich verspüre auch so einen Punkt.
Also gibt es tatsächlich ein Leben nach dem Fußball?
(lacht) Sicher. Wäre ja traurig, wenn ich mit 35 schon alles erlebt hätte.
BVB-U19-Spieler Patrick Fritsch hat nach seinem Kreuzbandriss wieder mit der Ballarbeit begonnen.
RN.de
Patrick Fritsch has started training with the ball since his last ACL tear.
(via apricotstone47)
Köster über die leere Süd Symbol der Ignoranz Von Philipp Köster Die Sperrung der Dortmunder Südtribüne ist falsch. Sie bestraft friedliche Fans und ist das Ergebnis einer vollends hysterischen und kenntnisfreien Debatte. Verständnis von Fankultur sieht anders aus. Nun bleibt die Südtribüne also leer. Alle 25.000 Stehplätze, für ein Spiel, am Wochenende gegen den VfL Wolfsburg. Als Strafe für die Ausschreitungen gegen RB Leipzig. Dass Borussia Dortmund den Antrag des DFB-Kontrollausschusses ohne Verhandlung akzeptierte, markiert das Ende einer Woche, in der man oftmals den Eindruck bekommen konnte, in deutschen Stadien herrsche blanke Bürgerkrieg. ZUR PERSON: PHILIPP KÖSTER Philipp Köster, Jahrgang 1972, ist Chefredakteur und Herausgeber des Fußballmagazins “11 Freunde”. In seiner Kolumne “Kösters Direktabnahme” greift er jeden Dienstag für n-tv.de ein aktuelles Thema aus der Welt des Fußballs auf. Zudem ist er seit der Saison 2016/17 Bundesligaexperte von n-tv. Zunächst einmal: Dass über Fangewalt und über geschmacklose Transparente diskutiert wird, haben sich die aktiven Fans selbst zuzuschreiben. Die Stein- und Flaschenwürfe auf friedliche Zuschauer, beleidigende Transparente quer über die Südtribüne - all das war inakzeptabel und menschenfeindlich und verdient im Fall der Ausschreitungen vor dem Stadion jede strafrechtliche Verfolgung. Man kann nur hoffen, dass wenigstens die polizeilichen Ermittlungen seriös und zeitnah zum Abschluss gebracht werden. Im Übrigen waren die Dortmunder Ausschreitungen auch ein Bärendienst an all jenen, die sich auch noch in Zukunft kritisch mit RB Leipzig auseinandersetzen wollen - weil in Zukunft vorhersehbar jede auch sachliche Kritik als Rechtfertigung von Übergriffen denunziert werden wird. So verständlich die Empörung über die Dortmunder Vorfälle war, so merkwürdig mutete die Hysterie an, mit der anschließend über die Folgerungen aus den Ereignissen diskutiert wurde. Das lag natürlich daran, dass sich im Lauf der Debatte zahllose Diskutanten zu Worte meldeten, die nicht mal eine Halbahnung von Fankultur und Fankurven besaßen. Anders waren die Rufe nach Selbstreinigung oder, noch dämlicher, nach einem “Aufstand der Anständigen” nicht zu verstehen. Es gehört nicht viel Grips dazu, zu begreifen, dass auf einer Tribüne mit 25.000 Menschen keine demokratisch austarierte Meinungsbildung stattfindet. Die Südtribüne ist ein überaus heterogenes Gebilde aus unzähligen Fanklubs, Einzelpersonen, Ultras, Kutten, Schalträgern, Fahnenschwenkern, Hooligans und vor allem ganz normalen Anhängern. Die Vorstellung, dass eine 45-jährige Mutti aus Block 84 einem jungen Ultra mal so eben Bescheid stößt, wie das in Zukunft auf der Süd zu laufen hat, ist in hohem Maße weltfremd. Diskussion ins Hysterische abgedriftet Noch ulkiger wurde es, als allen Ernstes behauptet wurde. Funktionäre und Medien hätten in den Monaten vor dem Spiel in Dortmund einen wie auch immer gearteten Hass auf RB Leipzig geschürt. Es gab völlig berechtigte Kritik, unter anderem an den Tricks und Schummeleien, mit denen die Leipziger sich in die erste Liga bugsiert haben. Das hören sie in Leipzig nicht gern, weil die vermeintliche Fairness ja zum Tafelsilber des Klubs gehört. Es gab aber keine einzige Aussage etwa vom viel gescholtenen Dortmunder Boss Aki Watzke, die auch nur ansatzweise als Aufruf zur Gewalt gelesen hätte werden können. Dass am Wochenende zwei Autoren der “Süddeutschen Zeitung” es tatsächlich “kalt den Rücken herunter” lief, weil Watzke vor dem Spiel erkennbar im sportlichen Kontext angekündigt hatte, die Leipziger könnten “was erleben”, verdeutlicht die vollends ins Hysterische abgedriftete Diskussion. Und die mediale Hetze gegen RB Leipzig? Ist eine Erfindung. Wer einmal in den Pressespiegel der vergangenen Monate blickt, wird dort fast ausnahmslos hymnische Artikel über den Leipziger Firmenklub. Ob die höfisch devote “Sportbild”, ob Zeit Online oder der “Tagesspiegel”, überall mag man sich nicht mehr an Diskussionen über Fußballkultur beteiligen, weil ja in Leipzig so grandioser Fußball gespielt wird. Und da sind die PR-Filme, die der Bezahlsender Sky über RB Leipzig abgefeuert hat, noch nicht mal eingerechnet. Wohl gemerkt, niemand ist gezwungen, kritisch über RB Leipzig zu berichten. Aber so zu tun, als gäbe es eine breite mediale Kampagne ist sensationeller Unfug. Am Wochenende wird die Süd nun leer sein. Die verwaiste Fankurve soll ein Denkzettel für die Dortmunder Anhänger sein. Ich befürchte, es wird stattdessen ein Symbol dafür sein, wie wenig man hierzulande von Fankultur versteht. Und wie sehr diese Fankultur gefährdet ist – nicht nur durch Steinwerfer und Plakate-Maler.
N-TV.de (via apricotstone47)
Mit Neven Subotic verliert der BVB einen Leuchtturm der Klopp-Ära. Die gute Nachricht: Aus Subotic wird endlich wieder der Verteidiger, der einmal größer als sein Vorbild John Terry war.
Women’s March on Washington : Signs
Kongress von Rechtspopulisten - Veranstaltung in Koblenz war ein Affront
21.01.2017 – Deutschlandradio Kultur
Von Stefan Maas
Auf dem Kongress in Koblenz, wo Rechtspopulisten und -extremisten der AfD, Front National, Lega Nord und der FPÖ zusammengekommen sind, waren die Aussagen eindeutig antidemokratisch, kommentiert Stefan Maas. Keiner könne mehr behaupten, er wisse nicht, wofür diese Parteien und das Personal stehen.
Die heutige Veranstaltung in Koblenz war ein Affront. Und sie war – auch deshalb – eine gute Gelegenheit. Eine Gelegenheit zu betrachten, was für eine Art von Politik und Gesellschaft zu erwarten wäre, sollten die Parteien, deren Vertreter heute auf dem Podium standen, die Gelegenheit bekommen, zu regieren. Und damit ist nicht einmal gemeint, was Marine Le Pen, Geert Wilders oder das – Zitat – Führungspärchen – der AfD, Frauke Petry und der nordrhein-westfälische Landeschef Marcus Pretzell zu Europa zu sagen hatten. Da gab es keine Überraschung. Besonders daran war nur dass alle, von AfD, Front National, Lega Nord, Partei für die Freiheit und FPÖ, in einem Saal versammelt waren.
Angriff auf die Pressefreiheit
Schwerwiegender war, was um dieses Thema herum gesagt und getan wurde. Dass im Vorfeld einigen kritisch berichtenden Medien die Akkreditierung verweigert wurde, ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Dass am Ende vielen der Zugang zu einem Pressezentrum gestattet wurde, manchen auch zum Saal, macht die Sache im Grundsatz kaum besser. Objektive Kriterien dafür, wer darf und wer nicht, waren nicht erkennbar. Die Begründung, manche hätten sich mit ihrer Arbeit selbst diskreditiert oder berichteten nicht objektiv, ist mehr als fadenscheinig. Vielmehr war im Vorfeld ein anderes Muster zu erkennen: Die Messlatte war, wie unbotmäßig in der Vergangenheit berichtet wurde.
Auch in Zeiten, in denen einzelne Menschen der vermessenen Überzeugung sind, ihr Bauchgefühl sei an Wertigkeit gleichzusetzen mit den Ergebnissen jahrelanger Forschung oder Expertise, wäre es an einer Expertenkommission zu bewerten, ob Journalisten in der Vergangenheit den journalistischen Standards gerecht geworden sind. Wäre das nicht der Fall gewesen, würde das eine Verbesserung für die Zukunft nötig machen, einen Ausschluss von der Berichterstattung aber auch das nicht rechtfertigen.
Aufschlussreiche Aussagen gegenüber Andersdenkende
Zu besichtigen ist also ein Versuch, Berichterstattung zu steuern. Genau das werfen Parteien wie die AfD sonst immer gerne den anderen vor. Aufschlussreich waren auch Aussagen darüber, was mit Menschen passieren sollte, die anders denken als jene, die die Auftritte im Livestream verfolgten oder selbst auf der Bühne standen. Wenn etwa Harald Vilinsky, der Vertreter der österreichischen FPÖ auf der Bühne sagt, aus Tierschutzgründen sei er gegen Käfighaltung, das Bild dieser Leute hinter Gittern, sei aber ein gutes Bild. Und sich damit auf die Menschen bezieht, die vor der Halle demonstrieren, dann muss man sich fragen ob man Politikern seine Stimme geben will, die Wegsperren wollen, wer oder was anders denkt oder ist.
Offiziell ist die heutige Veranstaltung zwar keine der Alternative für Deutschland gewesen, sondern der ENF-Fraktion, der kleinsten Fraktion im Europaparlament, in der sich viele rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien aus ganz Europa sammeln. Doch diese von der AfD im Vorfeld bewusst betonte Trennung kann man wohl wegen der personellen Verflechtung getrost außer Acht lassen. Nach der Rede von Björn Höcke am Dienstag war also heute die zweite Gelegenheit, ein klareres Bild von dem zu bekommen, wofür die AfD oder zumindest Teile der Partei und ihre Verbündeten stehen. Es kann also später keiner sagen, er habe das nicht gewusst. Und man muss sich klarmachen, man wählt die ganze Partei, das ganze Programm und das ganze Personal.
http://www.deutschlandradiokultur.de/kongress-von-rechtspopulisten-veranstaltung-in-koblenz-war.996.de.html?dram:article_id=376988
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Ich bin einer derjenigen, die am längsten dabei sind“, sagt er. „Ich nehme diese Rolle als Führungsspieler auch an und versuche es jeden Tag vorzuleben.“ Vor allem nach dem Umbruch im Sommer seien die erfahrenen Mannschaftskollegen besonders gefordert. „Gerade bei dem jungen Kader, in dem auch viele eine andere Sprache sprechen, ist es sinnvoll, wenn jemand die Richtung vorgibt und da wird mitgegangen“, so Bender. Seine Verantwortung nahm der 27-Jährige auch wahr, als er wegen seiner Verletzung nicht mit der Mannschaft trainieren konnte: „Ich habe immer versucht, so viel wie möglich am Trainingsgelände zu sein, während der regulären Trainingseinheiten, um zu helfen, um positive Energie auszustrahlen“, erzählt er. Das sei wichtig, damit die junge Mannschaft funktioniere: „Wir haben die Verpflichtung, jeden einzelnen mitzunehmen“, sagt der Innenverteidiger. „Es geht nur als Team. „Wenn einer außen vor bleibt, dann ist das immer schlecht als Team. Da sind vor allem wir Älteren gefordert. Dazu gehört auch Marcel Schmelzer, um dessen Rolle zuletzt öffentlich debattiert wurde, nachdem Trainer Thomas Tuchel sich in der Angelegenheit nicht klar festgelegt hatte. Die Debatte kann Bender nicht verstehen: „Das ist bei uns überhaupt kein Thema“, sagt er. „Wir haben Marcel Schmelzer als Kapitän und fertig aus.“ Er selbst erhebt keinen Anspruch auf das Amt: „Wir haben eine Handvoll Führungsspieler, jeder hat seine Funktion“, sagt Bender. „Ich brauche die Binde nicht, um zu reden.“ Jeder sei gefragt, um den Erfolg zu bringen, so Bender: „Wir sind dafür verantwortlich, dass wir als Mannschaft funktionieren“, sagt er. „Wir haben ja nur eine Aufgabe: erfolgreich Fußball zu spielen. Da ist das Trainerteam gefragt und da sind wir gefragt. Jeder einzeln, aber auch als komplettes Team zusammen. Nur so geht’s.“
Reviersport.de (via apricotstone47)
Hinter Borussia Dortmund liegen turbulente zwölf Monate: Drama in der Europa League, Pokalfinale, personeller Umbruch, Torrekord in der Champions League. In unserer Serie "BVB-Moment des Jahres" berichten unsere Reporter über ihr prägendstes Ereignis des Jahres 2016.
😭
Dario Scuderi stand beim BVB auf der Schwelle zum Profi-Fußball, als er sich schwer verletzte. An die Worte der Ärzte will er nicht glauben. Wenn Dario Scuderi morgens die Augen aufschlägt, ist die Hoffnung sofort wieder da. Dann richtet er sich auf, schaut an seinem linken Bein hinunter und versucht, die Fußspitze zu sich zu bewegen. Nur ein winziges kleines bisschen. Ein Zucken, ein Zittern, irgendwas. Komm schon, verdammt! Keine Regung. „Ich merke da nichts“, sagt Scuderi, 18 Jahre alt, Fußball-Talent von Borussia Dortmund. Ob die Bettdecke auf seinem linken Fuß liegt oder vielleicht die Hand eines lieben Menschen, das spürt er nicht. Der Tag, der alles ändert, tarnt sich als ein guter. Der Trainer der italienischen U19-Nationalmannschaft wird Dario auch für die nächsten Spiele wieder nominieren. Das schreibt er in einer E-Mail. Am Nachmittag steht aber ein anderes internationales Spiel an: Die A-Jugend des BVB tritt in der Champions League der Talente bei Legia Warschau an. Ein paar Minuten sind erst gespielt, als der Mittelfeldspieler einen Konter unterbinden will. Er sprintet nach hinten, will einen Schuss im eigenen Strafraum blocken. Sein Stollen bleibt im Rasen hängen, der Wucht der Bewegung kann sein Knie nicht standhalten. Der Unterschenkel knickt nach innen ab, das Knie ist fürchterlich ausgerenkt. Seine Mitspieler schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Darios Augen sind weit aufgerissen. Er sieht alles, versteht nichts. Noch auf dem Platz muss das Knie wieder eingerenkt werden. Er weiß noch, dass er, auf der Trage abtransportiert, dachte, dass das Bein ja nun wieder gerade sei, dass er sicher operiert werden müsse, aber dass er bald wieder würde spielen können. Scuderi stand bei Borussia Dortmund auf der Schwelle zum Profi. Deutscher Meister mit der B-Jugend 2015, deutscher Meister mit der A-Jugend 2016, Einsätze in Testspielen bei den Profis von Thomas Tuchel. Nun könnte seine Karriere beendet sein, bevor sie begonnen hat. Die Ärzte rätseln, wie seine Chancen stehen. Er sagt: „Ich bin sicher, dass ich wieder auf dem Platz stehen werde.“ Als Profi meint er. Die Bilder von Scuderis Schmerz gehen um die Fußball-Welt. Die BVB-Profis schicken ihm sofort ein Video, die Jugend-Mannschaften choreografieren seinen Namen auf den Rasen, darunter das Plakat „You’ll never walk alone“. Brasiliens Superstar Neymar sendet Genesungswünsche, der spanische Weltmeister Iniesta und Münchens Thiago Alcantara, die italienischen Legenden Andrea Pirlo, Francesco Totti, Paolo Maldini, Alessandro Costacurta, der Niederländer Frank Rijkaard ebenso. Zu wissen, dass die Augen seiner Idole auf ihn gerichtet sind, tröstet ihn, motiviert ihn. Drei Monate ist der Unfall jetzt her. Scuderi sitzt im Restaurant seines Bruders in Arnsberg. Sorgsam frisiertes schwarzes Haar, lange Halskette, Ohrstecker. Die Krücken ist er schon los, eine Schiene trägt er noch ums linke Knie. Sie stabilisiert, was nicht von alleine hält. Kreuzbandriss vorne, Kreuzbandriss hinten, Außenbandriss. Dazu bildete sich ein Kompartmentsyndrom. Heißt: Die Durchblutung des Unterschenkels war gestört, schlimmstenfalls, so hieß es, drohte er abzusterben. Not-Operation. Muskeln mussten gespalten werden, um den Druck aus dem Gewebe zu nehmen. Sieben Eingriffe an sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Zwei Tage Erholung, nächste OP in München, Nummer acht. Muskeln wieder zusammenflicken. Aber die Nerven, die sind das Problem. Sie haben Schaden genommen, deshalb das Taubheitsgefühl im Fuß. Strecken kann er ihn, zu sich ziehen nicht. Dario erinnert sich an das Gespräch mit dem Neurologen. Wie auch nicht? Er sagt, dass Nerven regenerieren können. Langsam. Und so ist es. Millimeter für Millimeter kehrt das Gefühl vom Knie abwärts tatsächlich zurück. Dario spürt das. Millimeter des Glücks. Der Mediziner sagt auch, dass Fußball spielen wohl wieder möglich sein wird. Als Hobby im Park. Mehr nicht. Das ist der Tag, an dem Dario weint. Fußball-Profi sein ist alles, was er will. Mit elf wechselt der gebürtige Hemeraner in die BVB-Jugend. Kurz danach ist er Balljunge bei einem Spiel der Profis. Die steilen Tribünen, der Lärm, das Gelb. Das ist es. „Es war und ist mein Traum, mal in diesem Stadion zu spielen.“ Traurigkeit steckt in seinem Blick, seine Stimme klingt nach Trotz. „Wenn Fußball wieder möglich ist, dann ist das doch meine Sache, auf welchem Niveau“, sagt er. Er muss sich selbst austricksen. Spiegeltherapie nennt sich das. Den gesunden rechten Fuß bewegt er, bei einem Blick in die Spiegel vor ihm sieht es aus, als wäre es der linke. Er muss ihn wieder spüren, diesen linken Fuß, ehe an die weiteren Operationen zu denken ist. Sechs Monate kann das dauern. Oder zwei Jahre. Das Fachabitur hatte er begonnen, aber noch vor dem Unfall abgebrochen. Klub-Boss Hans-Joachim Watzke, sagt Scuderi, habe ihn neulich zu einem BVB-Spiel eingeladen, habe ihn in den Arm genommen und ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen machen müsse, dass der BVB sich kümmere, wenn Scuderi etwas brauche. Und sei es irgendwann eine normale Arbeitsstelle. Die Ärzte halten das für ein realistisches Szenario. Dario nicht. Natürlich stellt er sich Fragen, natürlich hadert er manchmal. Warum hat es ausgerechnet ihn getroffen? Warum nur dieser Ballverlust, der zum Konter führte? Warum war der Rasen so stumpf? Seine Antwort lautet, dass es wohl Gottes Plan war. „Vielleicht stärkt mich das alles. Jeder hat seine Geschichte.“ Er redet von Profis, die Profis seien, obwohl sich ihnen Hindernisse in den Weg stellten, die unüberwindlich schienen. „Manchmal“, sagt er, „manchmal muss man vielleicht leiden, um sein Ziel zu erreichen.“ Vielleicht.
IKZ-online.de
Da kommen einem die Tränen wenn man das liest
(via apricotstone47)
Fieses Weihnachtsgeschenk für Reus
Reus-Treter Dennis Erdmann schickt fieses Weihnachtsgeschenk.
Dennis Erdmann sorgte 2015 im DFB-Pokal mit einem brutalen Foul an BVB-Star Marco Reus für Empörung. Jetzt tritt er mit einem fiesen Weihnachtsgeschenk nach.
Im Achtelfinale des DFB-Pokals zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden 2015 fällt Dennis Erdmann mit einem üblen Foul an Marco Reus auf - jetzt legt der Mittelfeldspieler von Hansa Rostock mit einem höhnischen Geschenk an den BVB-Star nach.
Wie die Bild berichtet, hat Dennis Erdmann Reus ein “besonderes" Weihnachtsgeschenk gemacht: Einen Kapuzenpullover aus seiner “Earthman”-Kollektion des Rostocker Labels “Hauptbild Makellos”, auf dem zu lesen ist: “In der Kreisliga hätte man weiter gespielt”.
Böser Brief liegt bei
Anbei sogar noch ein Brief mit der Widmung: “Ein kleines Andenken an unsere gemeinsame Zeit.”
Und Erdmann wird in dem Schreiben noch makaberer: “Und da du Kurzurlaub liebst, komm doch mal an die schöne Ostsee”, spielt er auf die Verletzungsanfälligkeit des BVB-Stars an. Das steckt hinter dem Geschenk Das Foul damals geschah weit vom Spielgeschehen entfernt. Reus musste von zwei Betreuern gestützt vom Platz geführt werden. Glücklicherweise wurde später dann nur ein Pferdekuss diagnostiziert. Nach der Niederlage lästerte Erdmann über den verletzten Reus: "Er ist mir gegen das Knie gelaufen und hat sich dabei einen Pferdekuss geholt. Ich habe früher Kreisliga gespielt, da hat man kurz geguckt, kurz gerieben und hat weitergespielt. Aber ich glaube, im Bundesliga-Business ist das nicht mehr so üblich,“ hatte der Mittelfeldspieler damals geätzt. Das Foul und der Ausspruch sorgten für große Empörung in Fußball-Deutschland.Sogar die Staatsanwaltschaft ermitteltezwischendurch wegen Körperverletzung. -Sport1
Wie kann jemand so ekelhaft, nachtragend, unsportlich, widerwärtig sein ? So einer gehört vom DFB erstmal gesperrt für so eine Aktion
Interview mit Marcus Wiebusch, die ersten fünfzehn Minuten geht’s um “Der Tag wird kommen” und Homophobie im Fußball
Radio-Interview mit Neven vom 30.11.2016
@barcagirl37 Neven’s goal, he wore no. 15 yesterday
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