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Mouth Bomb (a.k.a. Trottole)
Nur, damit ihr Bescheid wisst, wenn ich in – vermutlich nur wenigen Monaten – kugelrund davongekreiselt bzw. -rollt sein werde:
Die Trottole, mein neues Lieblingspastaformat, waren schuld. Sehr große Oberfläche und pro Kreisel eine ausreichend mundfüllende Größe – die Dinger sind sozusagen das perfekte Portions-Pastaformat – ergeben ein unglaublich tolles Mundgefühl mit geilem schönem Biss. Kann ich im Moment kaum genug von bekommen!
Im Bild eine Trottola aus der Welthauptstadt der Pasta asciutta, Gragnano. Wie man unschwer an der Oberfläche erkennt, aus der Bronzeform, was die ohnehin schon große Oberfläche weiter maximiert. Sie stammt von Giuseppe di Martinos “einfacheren” Marke, nämlich von der Pastificio di Martino (man beachte: auch die auf den breiteren Markt zielende “günstige” Marke benutzt die deutlich teureren Bronzeformen. Soviel zu Giuseppes Qualitätsansprüchen) Zurzeit unter anderem zu haben im Kaufland, wenigstens hier in der Filiale in Ehrenfeld.
TANICA
Zuweilen ist es ja so, dass man bestimmte Restaurants einfach nicht auf dem Schirm hat – obwohl man von ihrer Existenz weiß, oder, mehr noch, man sogar recht regelmässig daran vorbeigeht.
Das Tanica in der Engelbertstraße war bis vor kurzem so ein Etablissement. Das hat sich letzten Freitag geändert – endlich und höchst erfreulicherweise, wie ich festell. Angenehme Atmospäre, freundlicher und flotter Service, dazu eine feine und bemerkenswert gut zusammengestellte Weinkarte und eine Küche, die erfreulicherweise nicht der Versuchung erliegt, unter erhöhtem Einsatz von Firlefanz und Gedöns blenden zu wollen, sondern sich auf die einfache aber präzise Zubereitung guter Grundprodukte fokossiert.
Das alles gab’s in allerfeinster Gesellschaft, nämlich beim Jour fixe mit der Freitagsbloggerrunde. Doch, Tanica kann man machen und auch guten Gewissens weiterempfehlen. Am besten mit ein paar Leuten, schon allein, um sich die Möglichkeit zu bewahren auch beim Lunch zu der ein oder anderen feinen Flasche auf der Weinkarte greifen zu können...
Vorverkauf 2018? Läuft!
Best beef ever! (a.k.a. Txogitxu)
Kurzer Hinweis/Tip für Kölner und Umliegende: zurzeit ist im Laden Ein in der Nordstadt (Blumenthalstraße 66) TXOGITXU zu Gast. IMHO best beef money can buy. Ein Besuch bis zum 3.2. sei hiermit eindringlich empfohlen!
Honorable Mention
Leider schon wieder vorbei, da nur zu den Passagen geöffnet, ist die PhotoBookShow #2 namens “Danish Kitchen – Housewifes & Food” im Ehrenfelder K18.
Meiner speziellen Leidenschaft für die Grenzfälle zwischen und Verbindungen von Kulinarik und bildender Kunst folgend, weise ich hier aber trotzdem schnell darauf hin. Objekt der vom PhotoBookMuseum organisierten Ausstellung war "Husmor og Mad”, ein im dänischen Nordstromsforlag (hinter dem Link finden sich ein paar Abbildungen!) erschienenes Photobuch, dass Rezepte und -Fotografien dänischer Hausmanskost aus den 50/60er-Jahren mit Amateur-Pinups aus der gleichen Epoche vereint. Wirkt ein ein bißchen so, als ob Dieter Froelich und Timm Ulrichs zusammen ein Buch veröffentlich hätten.
Es lag übrigens auch ein kleinerer Stapel der Bücher (tolle Druckqualität, BTW) an der Theke des K18, ich nehme an, zum Verkauf. [Also, falls jemand noch ein passendes Geschenk für meinen Geburtstag Ende des kommenden Monats sucht, hätte ich da eine Idee...]
ps. Gleichzeitig und hoffentlich noch ein paar Tage oder gar Wochen länger: Ottomane – eine Installation von Mona Schulzek im K18-”Showroom”. Hinter dem Link verbergen sich Bilder älterer Varianten – aber die geben, genau, wie mein iPhone-Photo leider nur einen unvollständigen Eindruck der irritierenden Wirkung dieses Teppichraums. Am besten selbst ansehen in der Körnerstraße 18. Genau, das ist der Schaufensterraum mit den Installationen, in dem auch schon mal für ein paar Wochen Hühner unter den Blicken der kunstinteressierten Ehrenfelder gelebt haben. [Edit: leider auch schon wieder hinter Milchglas-Folie verschwunden]
Guess, what‘s for dinner tonight?
Owngrown kale with original “Oldenburger Pinkel (a traditional fatty, northern german sausage with grits) and vaious pieces of smoked pork. Please excuse the poor photo quality – this evening was mainly about cooking and enjoyment, not about blogging. Recipe (in german) here
Rückblick 2017
(2017 – Licht & Schatten)
Reichlich spät zwar – aber da ich es wirklich sehr liebe, mich jedes Jahr auf den Reigen der Rückblicke in diversen anderen Blogs freue, und mir auch der eigene inzwischen zu einer lieben Tradition geworden ist, hier dann doch noch mein Jahresrückblick 2017 im beliebten Blog-Fragebogen-Format.
Vorab aber noch ein paar kurze Anmerkungen zu meinem persönlichen 2017. Es war, um es kurz zu machen, das vermutlich anstrengendste und erschöpfendste Jahr meines Lebens. 2016 war schon kein Highlight, ‘17 war dann aus vielfältigen Gründen, die allesamt mit einander wechselwirkten und so einen Strudel von negativer Kraft schufen, geprägt von einem finsterem Sog, dem zu widerstehen zuweilen all meine Kraft gefordert hat. Brauche ich so nicht nochmal, bitte.
Pars pro toto für diesen, großen und unschönen Teil von 2017 ein Bild und nur ein einziger weiter Satz...
...Demenz ist ein Arschloch!
Trotzdem gab es natürlich auch feine, große und über alle Maßen wunderbare Momente in diesem Jahr, von denen im Folgenden mehr die Rede sein soll. Man soll ja auch immer das Gute sehen, nicht wahr...
Wir schalten zum Fragebogen...
Zugenommen oder abgenommen? Zwischenzeitlich gar bis deutlich in die Wohlfühlzone hinein abgenommen, die Vorweihnachtszeit hat dann aber einiges des Erreichten wieder (dr)aufgezehrt.
Haare länger oder kürzer? Ich zitiere – nicht ohne eine gewisse Zufriedenheit – den 2016er Status: “Gleiche Länge, kaum grauer, in Anbetracht des Alters vor allem aber: immer noch wohltuend viele.”
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Die im letzten Jahr in mein Leben getretene Lesebrille hat sich in diesem Jahr einen Platz als fester und immer öfter notwendiger Begleiter erobert. Dabei ging es mir, wie praktisch allen in meinem Umfeld – wenn man erstmal aufgeben hat, und so ein Ding regelmäßig trägt, macht es sich innerhalb von kürzester Zeit zum unverzichtbaren Begleiter.
Mehr Kohle oder weniger?
Weniger. Und zwar deutlich. Soviel weniger, dass ich bereit war, mich endlich einmal von ein paar Dingen zu trennen. Einige Flaschen Bordeaux haben den Keller verlasen – verblüffenderweise weitgehend ohne Trennungsschmerz. Deutlich schwereren Herzens, erfolgte die Trennung von meiner Hasselblad. Viel Erinnerung hing daran, gekauft hatte ich sie zum Bestehen der Aufnahmeprüfung in Bielefeld, das Geld dafür hart erarbeitet in vielen sommerlichen Nachtschichten bei Bayer Leverkusen. Insofern: Seufz! Anderseits hatte ich damit seit mehr als 10 Jahren keinen Film mehr belichtet. Ich finde die Vorstellung, dass jetzt irgendjemand in Schweden (ja, die Kamera ist tatsächlich zurück in ihre Heimat gegangen) damit weiter Bilder produziert, irgendwie auch tröstlich.
Mehr ausgegeben oder weniger? Siehe Vorfrage. Zudem: Steuernachzahlung!
Der hirnrissigste Plan? Keine hirnrissigen Pläne, ein paar gescheiterte? Ja, sicher. Aber hirnrissig? Nein, nichts, was der Rede wert wäre.
Die gefährlichste Unternehmung? Im Gegensatz zum letzten Jahr nichts wirklich Aufregendes. Ich habe allerdings im Zuge einer Wandlampen-Montage zum ersten Mal im Leben einmal aus einer 220 Volt-Leitung amtlich eine gewischt bekommen. Hätte ich mir aber eigentlich schlimmer vorgestellt und war wirklich nichts im Vergleich zu der misslungenen Bastelaktion im Studium, wo ich versehentlich den geladenen Blitz-Kondensator einer analogen Kompakt-Kamera mit dem Finger kurzgeschlossen hatte. Falls jemand von euch da draußen einmal wissen möchte, wie sich getasert werden anfühlt, so ein geladener Kondensator ist eine 1A Möglichkeit.
Ansonsten ist wohl zurzeit die regelmässige und -konforme rennradfahrende Teilnahme am Straßenverkehr die gefährlichste Unternehmung, die ich mir zur Zeit erlaube. Das im Vergleich zum Tourenrad deutlich höhere Tempo, mit dem man selbst auf einem älteren Rennrad (bei Gianna sind das rund 40 Jahre) unterwegs ist, zwingt noch mehr dazu, hellwach zu sein, kritische Situationen zu antizipieren und für die anderen Verkehrsteilnehmer mitzudenken. Zwei erstklassige, nur um Haaresbreite vermiedene, Beinah-Unfälle bei durchaus flottem Tempo habe ich seit Oktober auf der Uhr. Bei einem der beiden war die Notbremsung so heftig, dass der Mantel des Hinterrads seitdem wegen des punktuell massiven Abriebs an einer Stelle spürbar unrund läuft (note to myself: neue Mäntel bestellen Edit: done!)
In dem Zusammenhang erinnere ich mich wehmütig zurück an das Fahren in der Bretagne: der Unterschied an automobiler Rücksicht beim Befahren französischer und deutscher Landstraßen ist wirklich erschütternd!
Mehr bewegt oder weniger? Im Sportstudio war ich 2017 kein einziges Mal. Wenigstens habe mich aber endlich dazu aufgerafft, den nicht gerade günstigen Vertrag zu kündigen. Dass das Haus die um knapp 3 Wochen verpasste Kündigungsfrist dazu genutzt hat, mir noch einmal ein halbes Jahr Mitgliedschaft aufzunötigen, sorgt zuverlässig dafür, dass sich auch dieser Trennungsschmerz in engen Grenzen hält. Und auf weitere Empfehlungen des Ladens – ich habe während meiner Mitgliedschaft immerhin 4 “Neue” dorthin vermittelt – wie auch eine eventuell Rückkehr in dieses Haus werde ich zukünftig sicherlich verzichten.
Statt des Studios habe ich – siehe Anmerkungen zuvor – im Urlaub damit begonnen, Gianna wieder etwas öfter zu bewegen – und prompt verblüffend viel Freude daran gewonnen. Oder genauer: ich bin daran erinnert worden, wieviel Spaß mir genau diese Form der Bewegung bereitet. Im Gegensatz zu den meisten anderen sportlichen Bewegungsarten ist das eine der wenigen, die mir aus sich selbst heraus großes Vergnügen bereiten kann. Freude am Fahren sozusagen, und nicht – wie beispielsweise im Studio – eine rein rational induzierte Befriedigung aus dem Gedanken, gerade etwas für seine Gesundheit bzw. sien Herz-/Kreislaufsystem zu tun. Das soll und wird 2018 mehr werden.
Es gibt jedenfalls eine Menge Vorsätze – und die Hoffnung auf eine Reise nach Gaiole irgendwann in den folgenden Jahren. Sicher nicht schon in diesem, das gibt die Kondition noch nicht her, aber irgendwann würde ich die originale Eroica schon gerne einmal fahren. Nicht zuletzt auch, weil es vermutlich keine andere Radsportveranstaltung auf der Welt gibt, die gleichzeitig so sehr meine andere Leidenschaft, die Kulinarik, befriedigt. Der limburger Eroica-Ableger in deutsch/niederländisch/belgischen Dreiländer-Eck ist schon für dieses Jahr fest in den Terminkalender eingetragen. Ob ich auch an der geschlossenen Eroica-Club-Runde im Rheinau teilnehmen werde, wage ich schon allein wegen der mir im Moment noch furcht einflössenden 1400 dort zu bewältigenden Höhenmetern stark zu bezweifeln.
Zu der Frage was ich bewegt habe: Nunja, 2017 war eben 2017.
Die teuerste beste Anschaffung? Teure Anschaffungen gab es nicht, weil ...s. o. Eine, die aber jeden einzelnen Euro, den sie gekostet hat, wert war sei trotzdem erwähnt: Der neue Komposter mit deutlich höherer Kapazität im Garten gibt selbst beim Kartofffelschälen, Salat putzen und beim Ausleeren des Siebträgerausklopf-Behälters das feine Gefühl, etwas Sinnvolles und Konkretes zum großen Kreislauf der Dinge beizutragen.
2018, deine Gartensaison wird ohnehin mindestens so großartig werden wie die zuvor! Denn Frische und Geschmack der diversen 2017 selbstgezogenen Gemüse (Wirsing! – Rotkohl!! – Kartoffeln!!!) waren die überwältigend großartige Belohnung der gärtnerischen Aktivitäten. Bei diesem Stichwort: neben den eigenen Erfahrungen freue ich mich ganz besonders auch auf die Garten-Berichte der Buddenbohm-Werke!
Das leckerste Essen? Auch 2017 von den vielen guten Mahlzeiten 2017 drei, die mir besonders im Gedächtnis blieben:
Eine Pressereise in Alentejo führte mich u. anderem zu José Júlio Vintém ins Tombalobos, dessen sorgfältige produktorientierte und präzise Küche auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Ein ungemein sympathischer Mensch ist er obendrein. Im Bild, das schnell ins Menü integrierte Omlette aus zusammen mit uns schnell vor der Tür gesuchtem wilden Spargel. Daneben Leberwurst – Alentejo-Style.
Im April präsentierte Stevan seinen Großen Glander in der damals frisch eröffneten und atemberaubend schönen Bindergass Theke in Nürnberg. Begleitend dazu kochte – gedanklicher Geniestreich unseres gemeinsamen Freundes Florian – Felix Schneider vom Restaurant Sosein. Ich gehe davon aus, dass die kulinarisch interessierten Mitlesenden wissen, wer das ist und was er macht. Allen anderen sei der Hock-di-her-Podcast mit ihm und Holgi und die ausführliche Praktikumsbericht von Uwe auf High Foodality empfohlen.
Das Menü – unterbrochen jeweils durch kurze Lesepassagen aus dem Glander ergänzt von einer zutiefst beeindruckenden Ike-Jime-Demonstration – jedenfalls war grandios und zudem für mich, den leidenschaftlich kochenden Schrebergärtner hoch inspirierend. Im Bild exemplarische 3 der insgesamt allesamt grandiosen 9 Gänge.
Im Einzelnen:
Lachs Kanapee (kalt geräucherter Waller aus Teich-Wildfang auf einem Magnolienblatt)
Forelle Blau (Ike Jime getötete Forelle mit Öl von verbranntem Lauch, Erbsenmiso und Apfelessig)
Kasseler (gepökelte Entenbrust mit milchsauer eingelegten Steckrüben und Senfkörnern)
Schließlich war da noch ein Brioche in der Bretagne...
Ein einfaches Brioche, sonst nichts? Ja, genau, bzw. auch nein. Es ist kompliziert. Nahezu jeder Frankreich-Urlauber stellt immer wieder erschüttert fest, um wieviel die französischen Backstücke ihren deutschen Kopien überlegen sind. Baguette tradition, Croissant und Brioche sind bei den handwerklichen Bäckern von einer Qualität, an die die in Deutschland erhältlichen Kopien in aller Regel noch nicht einmal im Ansatz heranreichen.
Bei Croissant und Brioche ist es vor allem die Buttermenge (und -Qualität), die einen deutlichen geschmacklichen Unterschied produziert. Ich liebe beide Gebäckarten über alle Maßen – und habe mich in französischen Boulangerien oft gefragt, welchem der beiden ich den Vorzug geben soll. Dass man auch Beides auf einmal haben kann, war mir bis zum diesjährigen Bretagne-Urlaub völlig unbekannt. Kann man aber – jedenfalls, wenn die Boulangerie der Wahl Brioche Feuilletée im Angebot hat – eine mit Butter bis zur Sättigungsgrenze gebackene süße Blätter-/Hefeteig-Kreuzung. Unfassbar lecker – und vermutlich unfassbar... aber wen interessiert das schon. Trotzdem ist es gut, dass ich das nicht öfter kaufen kann, es wäre mit ziemlicher Sicherheit mein figürlicher Ruin.
Lobende Erwähnung verdienen sicher die rurale Tafel mit allen Gästen auf Gut Rensow, diverse Teller meiner Studenten an der FH und das eigene Tempura vom selbst gezogenen Fenchelgrün. Ein kleiner Höhepunkt dann noch zum Jahresschluss: das Menü von Christoph in Hamburg – dazu gleich noch etwas. Aber auch vermeintlich Einfaches, wie ein Schmalzbrot vom Ausgelassenen der Fränkischen Bratwurst von Martin Seefried oder die große Backkunst von Brotbruder Manfred “Schelli” Schellin, der kurz im Marien-Eck gastierte, waren Highlights.
Und zu trinken gab’s nix? Doch, natürlich. Bier ist immer noch ein großes Thema. Erster Höhepunkt war Anfang des Jahres eine große Probe mit Wein/Bier-Hybriden im Mon Petit Café in Stuttgart, von der es übrigens Anfang März eine Wiederauflage geben wird (stay tuned for details!). Dann, neben vielen schönen Frankenbieren von meinem Lieblingshändler, immer wieder das ein oder andere Highlight:
Und ja, auch, wenn es zuweilen nicht so scheint, ich trinke auch noch Wein. Highlight des Jahres hier eindeutig der Abend im Dezember bei meinem Freund Christoph “Originalverkorkt” Raffelt, der neben einem grandiosen Menü viele, viele großartige Weine bereit hielt von denen dieser hier sicherlich der überwältigendste war:
Vega Sicilia Unico - Riserva Especial 68/70/72
Eine lobende Erwähnung schließlich verdient die folgende Flasche, die es sicher verdient gehabt hätte, hier im Blog einen eigenen Eintrag zu bekommen (shame on me):
Der 2015er Pet Nat der Weinmanufaktur 3zeilen aus dem PiWi-Underdog Johanniter war schlicht und einfach das Beste, was ich zu diesem Thema aus Deutschland bislang getrunken habe. Tief, komplex, darüber eine wunderschöne, glasklare Frucht, dazu blitzsauber. Sehr beeindruckend!
Die beeindruckensten schönsten Bücher? Fangen wir wie immer mit der Vanity-Abteilung an: Das Craftbeer Kochbuch ist unser aller riesengroßen Freude jetzt tatsächlich in einer englischsprachigen Lizenzausgabe bei Smith Street Books/Melbourne erschienen. Cooking with Craft Beer – available in AUS, NZ, UK, US und CAN – FUCKYEAH!
Ebenso erfreulich, die dritte Auflage von 111 Mal lecker essen in Köln, wie schon die zweite vollständig überarbeitet und bei den Neuzugängen mit einer mein Herz sehr erfreuenden Cameo-Appearance:
Extrem gelungen – und in seiner Art ein Buch, wie ich es selbst gern gemacht hätte – auch der im Selbstverlag erschienene Geländegang des Kölner Mittagsgang-Kollegen Johannes Arends in Zusammenarbeit mit Jan C. Maier und Tobias Becker vom Kölner 1sterner Maibeck und dem Fotografen Danny Frede. Für nur 16,80 ein echtes Schnäppchen, dass ich wenigstens jedem rheinischen Kulinariker wärmstens ans Herz lege.
Auf der Liste der Honorable Mentions ganz oben: Beer Pairing von Rolf Caviezel und Thomas A. Vilgis, die zusammen das substantiellste Werk geschrieben haben, das bislang zu Thema zu finden ist.
Zum Abschluss dann doch wenigstens etwas Belletristik, nämlich Die weißen Inseln der Zeit von Hans-Josef Ortheil, dessen unaufgeregten Stil und präzisen, vor allem aber sehr liebevollen Blick auf die Menschen ich immer mehr zu schätzen weiß.
Das enttäuschendste Buch? …war sicher einer der belang- und lieblos zusammengestümperten Skandinavien-Krimis, die neben Anderem die Bücherkiste für den Urlaub füllten.
Und es fällt mir zwar sehr schwer, es zuzugeben, aber auch Unfaithful Music, die Autobiographie meines persönlichen musikalischen Hausheiligen Elvis Costello hat mich ebenfalls ziemlich enttäuscht.
Die berührendsten Filme Serien? Die erste Staffel von 4Blocks – Deutsches Fernsehen von einer Qualität, wie man sie kaum noch für möglich gehalten hat. Sicher den ein oder anderem Genre-Gesetz folgend (und damit an einigen Stellen recht vorhersehbar), aber ungemein präzise in Erzählweise, Darstellung und Inszenierung. Wirklich, wirklich gut und sehr neugierig auf die 2. Staffel machen, deren Dreh gerade begonnen hat.
Honorable Mentions: Narcos III, Mindhunter und Ozark. Eigentlich außerhalb der Wertung, weil non-fiction, möchte ich trotzdem auch Kitchen Impossible nennen – das mit Abstand beste kulinarische Unterhaltungsformat im deutschen Fernsehen.
Twin Peaks III wartet dagegen noch darauf, gesehen zu werden.
Die beste CDas beste Konzert?
Wieder Haldern, diesmal gleich zwei zweite Male. Was meiner Meinung nach allerdings auch zeigt, wie sträflich wenig ich inzwischen außerhalb unseres jährlichen rituellen Haldern-Trips noch Konzerte besuche. Das erste zweite Mal waren Käpt’n Peng und die Tentakel von Delphi, die schon 2013 tief in der Nacht das Spiegelzelt in ein euphorisches Inferno verwandelt hatten. Ich gestehe, seit den ersten Konzert, das ich vor vier oder fünf Jahren gesehen habe (damals noch im intimen Studio 674) bin ich bekennender Fanboy. Die IMHO zurzeit sprachgewaltigsten deutschen Texte, dazu Stimme, Rythmus- und Tempogefühl und das ganz spezielle, lakonischen Timbre von Robert Gwisdek. Groß.
“...and Selfies, and Selfies, and Selfies...” – Mindestens ebenso groß, wenn nicht noch größer der Auftritt von Kate Tempest. “Let Them Eat Chaos” – etwas, das in Form und Ausdruck weit über einen normalen Gig hinausging. Wieder: Silbenstakkato, Intonation, Timbre – das alles tief berührend oder, wie man das wohl heute nennt, voller Vibes. Nicht weniger als ein Kunstwerk, ein großes IMHO. Formal irgendwo zwischen Theater-Inszenierung und Performance. Die Aufzeichnung für den Rockpalast vermittelt nur eine Ahnung, aber immerhin...
Die meiste Zeit verbracht mitvor…? …dem Rechner.
Die schönste Zeit verbracht mit… ? DgFamS und Oskar in unterschiedlichen Wäldern und an diversen Stränden.
Im September waren es dann die weiten und und wilden Strände der Bretagne...
Und im November mit ein paar weiteren Freunden die Oberpfalz...
Vorherrschendes Gefühl 2017? War – bei allem Schönen – eine stete, fast immer gegenwärtige Schwere. Das vergangene Jahr war nach 2016 das zweite dieser Art in Folge. ‘18 dürfte sich das ruhig mal wieder ändern, Schicksal!
2017 zum ersten Mal getan? – Eine Darmspiegelung vornehmen lassen – Lampreia (a.k.a. Neunauge) gegessen
– Dinge bei eBay verkauft – Wein bei völliger Dunkelheit verkostet
– Portugal besucht
2017 nach langer Zeit wieder getan? – im Teutoburger Wald spaziert – in Südtirol gewesen – ernsthaft Rennrad gefahren
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? – den Anruf im Urlaub wg. Krebs-Vorsorge-Test (falscher Alarm) – den nach ‘13 zweiten kompletten Ernteausfall im Mannwerk – die Sorgen um Oskars Schwanz
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? ...war, mir zu vertrauen.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Lange Spaziergänge am Strand…
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
War auch 2017 tiefe, vorbehaltlose Zuneigung gepaart mit unbändiger und höchst energetischer Lebensfreude.
Die schönsten neuen Bekanntschaften, die ich gemacht habe? …
Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? “Ich will zurück nach Hause!”
Der folgenreichste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? “Ich fürchte, das geht nicht!
2017 war mit 1 Wort…? Ein Arschjahr™
Vorsätze für 2018? Ja.
Sonst nix? Doch, natürlich: Denn das Lamento zum Blog aus dem Vorjahr könnte ich hier leider unverändert wieder einfügen. Die Sehnsucht, wieder öfter zu schreiben ist immer noch vorhanden, vielleicht sogar stärker denn je – andererseits fehlte mir dafür 2017 jegliche Energie. Das es so dann wirklich nur für das Wiederholen des monatlichen Bestnine-Postings von Instagram reichte, frustriert mich sehr.
Aber es gibt ja auch eine Menge Andere, die sich im Moment Gedanken um dieses Thema machen. Kiki hat am Anfang des Jahres einen unter den ehemaligen Besuchern der kleinen finnischen Clubs viel beachteten Text geschrieben über die Rückeroberung des Bloggens. Und auch Maximilian Buddenbohm hatte ein paar Tage später ein paar sehr lesenswerte Gedanken dazu gebloggt, deren Bottom Line – wie sollte es auch anders sein – “es ist kompliziert lautete”.
Dennoch: Kikis Fazit, nämlich das Blog wieder mehr zum Zentrum der Veröffentlichungen zu machen und von dort aus die Social Media Kanäle FB, Twitter und Instagram zu bespielen, scheint mir ein guter Ansatz. Einer, der auch für mich taugen könnte. Schaun wir mal, ob das wirklich geht...
Es bleibt also spannend – so oder so wünsche ich mir und euch allen da draußen aber:
Ein rockendes Zwanzischachtzehn!
(Traditionspost, hier geht’s zu meinem 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016)
[bestnine17]
(by own choice)
Furiose Audionotizen von Restaurantkritiker Wolfram Siebeck.
Über das Wochen endlich dazu gekommen, das den Hörspieltip, der mit vor ein paar Wochen durch die Facebook-Timeline flatterte, nachzugehen. [Edit:] Ich weiß nicht mehr genau, wem ich dafür zu danken habe – wenn ich mich recht erinnere, war es Stevan auf Facebook jedenfalls Mit Dank an Tobi, ohne desesn Tip mir das Stück entgangen wäre, sei diese Perle wärmstens allen zum Anhören empfohlen:
In der Mediathek des Deutschlandfunks findet sich zur Zeit eine sehr schöne Collage von Ulrich Gerhardt aus Audiomaterial, das sich Wolfram Siebeck bei seinen diversen Restaurantbesuchen gemacht hatte. Zuweilen hart an (oder gar: über) der Grenze des Schnöseltums hält Siebeck seine Eindrücke ungeschminkt und unerbittlich fest. Dazwischen ein paar schöne Leserbriefe an die Zeit, die sich mit ihm beschäftigen und natürlich auch – fast ein wenig zu nahe liegend – die alte Foyer-des-Arts-Nummer von Max Goldt und Gerald Pasemann. Hörenswert und wirklich SEHR amüsant, insbesondere die Empörung, ja, das Persönlich-beleidigt-Sein, das aus fast jedem seiner Sätze herausnäselt.
Ich zitiere: "Dieser Koch ist ein Dämlack!"
und
“Das machen wir zuhause besser!”
Hörspiel mit Wolfram Siebecks Audionotizen - Da gehen wir nicht mehr hinDEUTSCHLANDFUNKKULTUR.DE
(leider nur als Stream auf der Website und nicht als Podcast))
[bestnineDEC17]
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(a.k.a. Brittany-Edition)
[bestnineAUG17]