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portrait of @smosienkiewicz
Zwischenraum
Wir erwachen und öffnen unsere Augen. Wir lernen laufen, essen, kacken und lieben. Wir lernen das Ja und das Nein und mit der Zeit was sich gehört und was nicht. Wir essen vom Baum der Erkenntnis – richtig, falsch, gut, schlecht. Dies ist ein Fahrrad und dies ein Hund. Richtiges Benehmen und schlechte Manieren. Regeln und Definitionen, Ziele fürs Leben. Und dann landet man in dem Zwischenraum, auch Leben genannt. Ein sich ständig verändernder Zustand. Die wohl einzigen Konstanten: die Veränderung und die Relativität. Was weiß man von der Vorgeschichte, all den Nebenschauplätzen und langfristigen Konsequenzen? Tausend Faktoren, die einen durch die Welt ziehen. Der Blick deines Gegenübers. Die eigenen Gefühle. Hunger. Hunger nach Abenteuer und Ruhe, Gesellschaft und wohligem Alleinsein.
Manchmal hämmert einen der innere Kompass in der Lautstärke einer Sirene in eine Richtung, man sieht nichts mehr und geht bei Gelegenheit auch mal mit dem Kopf durch die Wand. Und manchmal steht man da, wischt das Glas des Kompasses, verloren im Dschungel, aber das Glas ist von innen beschlagen. Und man steht da, auf einer Brücke. Und mag weder auf das eine, noch das andere Ufer. Blickt vom benebelten Kompass auf den Fluss hinab und versinkt im Anblick. So viel Bewegung, trotz eigenem Stillstand. Wie beruhigend, dass der Fluss weiter seines Weges plätschert. Ohne richtig oder falsch zu sein, schleift er seinen Charakter in die Erde. Ganz in seinem Tempo. Mal schneller durch den Wind, mal schneller durch die eigenen Masse, brausend und schaumschlagend. Mal ganz langsam und sanft, gurgelnd.
© anid stone, 2016
©anid stone, 2009
Tiere brauchen keine Bücher. Sie wissen schon alles.
Umarmung
Umarme dich, Halte dich fest. Solange du noch warm bist. Noch bist du. Hier und Jetzt. Umarme dich, Spüre dich genau. Solange du noch warm bist. Noch bist du. Hier und Jetzt. Umarme dich, Betrachte deine Lachfalten, Solange du noch lachen kannst. Noch bist du. Hier und Jetzt.
life can be disappointing sometimes, even in moments of feeling like a real rock star.
©anid stone, 2009
tired cat
© anid stone, 2015
© anid stone, 2007
Du
Du hast mich aufgeweckt
Deswegen mag ich dich
In meiner Nähe zu wissen
Du hälst mir einen Spiegel hin
Von anziehender Klarheit
Und beängstigender Neuheit
Du hast mir Liebe geschenkt
Für mich selber
Und meine Mitmenschen
Und so sehnt es mich nach dir
Nach deinem Aufwachen
Danach Muse sein zu dürfen für dich
So liebe ich dich
So liebe ich mich
Und so möchte ich uns lieben
© anid stone, 2011