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ODISSER SEDITUS
Hassvolle Auflehnung: Eine gespannte Beziehung erreicht einen Punkt, wo Kooperation und Friedenswillen aufhören — dies muss machtlos hingenommen werden
… Man wird mit unausweichlichen Forderungen konfrontiert, weswegen man eigentlich in eine aggressive Auseinandersetzung eintreten will. Von dieser muss man sich selbst zurückhalten und erlebt aber, dass man dagegen nicht s wird unternehmen können.
Einstellungen
Bei jedem Menschen werden mit dem Alter die Faltenbildungen tiefer, als von den Bewegungen her zu erwarten wäre. Zudem sind die Fältelungen meist nicht gleichmäßig über alle Hautbezirke verteilt. Um derartige lokalen Dauerspannungen der mimischen Muskulatur erkennen zu können, benötigt man zunächst einen Eindruck vom üblichen Gesicht der Person. Alle Topi sollten dabei passiv-entspannt sein und sich in ihrer durchschnittlichen Stellung befinden. Die Person darf also zu keiner emotionalen Stellungnahme provoziert sein. Dabei gewinnt man nach einer Weile ein Gefühl dafür, ob beim Betreffenden alle Bewegungsvektoren gleichmäßig auftreten oder unterschiedlich.
NOTUS
Hinweisen: Man verzichtet auf die Möglichkeit, die Führung in einer Sache zu beanspruchen … man sagt dann z.B.: Sieh, ich weiß nicht, wie sich das zugetragen hat und zeigt einen Haesitus, aber ohne die Schulterbewegung.
[intendierender Gestus][Aequarus][Commendatus][Defendus][Deterrus][Imperatus][Minarus][Monerus][Relectus][Renuntus][Rogarus][Subligus][Toleratus][Suspicius][Vetarus]
[Intentionen][intendierender Vultus][intendierender Gestus][intendierender Phonus]
[Ausdrucksweisen][Prolegomena][Pathemathos][Phylogenese][Phänomena][Hermeneutik][Somationen][Affektionen][Juditionen][Convenien][Consuetuten]
Mobbing
Näher mit echter Aggression verwandt, als der Angriff des Jägers auf seine Beute, ist der interessante umgekehrte Vorgang, die „Gegenoffensive“ des Beutetieres gegen den Fressfeind. Besonders sind es gesellschaftlich lebende Tiere, die zu vielt das sie gefährdende Raubtier angreifen, wo immer sie ihm begegnen. Deshalb nennt die englische Sprache den in Rede stehenden Vorgang „mobbing“, der deutschen Umgangssprache fehlt ein entsprechendes Wort, nur die alte Jägersprache hat eins, die sagt: Krähen, oder andere Vögel „hassen auf“ den Uhu, die Katze oder sonst einen nächtlich jagenden Fressfeind, wenn sie seiner bei Tageslicht ansichtig werden. Man würde indessen selbst bei Hubertusjüngern Anstoß erregen, wollte man etwa sagen, eine Rinderherde habe „auf“ einen Dackel „gehasst“, obwohl es sich tatsächlich, wie wir sogleich hören werden, um einen durchaus vergleichbaren Vorgang handelt.
Die arterhaltende Leistung des Angriffs auf den Fressfeind ist offensichtlich. Selbst wenn der Angreifer klein und waffenlos ist, tut er dem Angegriffenen sehr fühlbaren Schaden. Alle einzeln jagenden Tiere haben ja nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn ihr Angriff die Beute überrascht. Dem Fuchs, dem ein Eichelhäher laut kreischend durch den Wald folgt, dem Sperber, hinter dem ein Schwarm zwitschernder, warnschreiender Bachstelzen herfliegt, ist die Jagd für heute gründlich verdorben. Durch das Hassen vieler Vögel auf Eulen, die sie bei Tage entdeckt haben, soll offenbar der nächtliche Jäger so weit vertrieben werden, dass er am nächsten Abend anderswo jagt. Besonders interessant ist die Funktion des Hassens bei manchen sehr sozialen Vögeln, wie bei den Dohlen und vielen Gänsen. Bei ersteren liegt der wichtigste Arterhaltungswert des Hassens darin, den unerfahrenen Jungen beizubringen, wie der gefährliche Fressfeind aussieht. Angeborenermaßen wissen sie dies nämlich nicht. Ein für Vögel einzigartiger Fall von traditionell weitergegebenem Wissen!
Die Gänse „wissen“ zwar auf Grund recht selektiver angeborener Auslösemechanismen, dass etwas Pelziges, Rotbraunes, langgestreckt Dahinschleichendes höchst gefährlich ist, aber dennoch ist auch bei ihnen die arterhaltende Leistung des „mobbing“ mit all seiner ungeheuren Aufregung und dem Zusammenströmen vieler, vieler Gänse von weither im wesentlichen lehrhafter Natur. Wer es noch nicht gewusst hat, lernt dabei: Hier kommen Füchse vor! Als an unserem See nur ein Teil des Ufers durch ein fuchssicheres Gitter vor Raubtieren geschützt war, mieden die Gänse jegliche Deckung, die einen Fuchs hätte verbergen können auf einen Abstand von 15 und mehr Meter, während sie im geschützten Gebiet furchtlos in die Dickichte junger Fichten eindrangen. Neben dieser didaktischen Leistung hat das Hassen auf Raubsäugetiere bei Dohlen wie bei Gänsen selbstverständlich auch noch seine ursprüngliche Wirkung, dem Feinde das Leben sauer zu machen. Dohlen stoßen nachdrücklich und tätlich auf ihn und die Gänse scheinen ihn durch ihr Geschrei, ihre Menge und ihr furchtloses Auftreten einzuschüchtern. Die schweren Kanadagänse gehen dem Fuchs sogar zu Lande in geschlossener Phalanx nach und nie habe ich gesehen, dass er dabei versucht hätte, einen seiner Quälgeister zu fangen. Mit zurückgelegten Ohren und ausgesprochen geekeltem Gesicht sieht er über die Schulter weg nach der trompetenden Gänseschar und trollt sich langsam, sein „Gesicht wahrend“, von dannen.
Besonders wirkungsvoll ist natürlich das „mobbing“ bei größeren und wehrhaften Pflanzenfressern, die, wenn ihrer viele sind, selbst große Raubtiere aufs Korn nehmen. Zebras sollen nach einem glaubhaften Bericht sogar den Leoparden belästigen, wenn sie ihn einmal auf deckungsarmer Steppe erwischen. Unseren Hausrindern und -schweinen liegt der soziale Angriff gegen den Wolf noch so sehr im Blut, dass man durch sie in ernste Gefahr geraten kann, wenn man eine von einer größeren Herde bevölkerte Weide in Begleitung eines ängstlichen jungen Hundes betritt, der, anstatt die Angreifer zu verbellen oder selbständig zu fliehen, zwischen den Beinen des Herrn Schutz sucht. Ich selbst musste einmal samt meiner Hündin Stasi in einen See springen und schwimmend mein Heil suchen, als eine Herde von Jungrindern einen Halbkreis um uns gebildet hatte und drohend vorrückte. Mein Bruder hat im ersten Weltkrieg in Südungarn einen angenehmen Nachmittag auf einer Kopfweide verbracht, auf die er mit seinem Scotchterrier unter dem Arm geklettert war, weil eine Herde der frei im Walde weidenden, halbwilden ungarischen Schweine die beiden eingekreist hatte und den Kreis, in unverkennbarer Absicht die Hauer entblößend, immer enger zog.
Man könnte noch viel über diese wirksamen Angriffe auf den - wirklichen oder vermeintlichen - Fressfeind sagen. Bei manchen Vögeln und Fischen haben sich im Dienste dieses besonderen Vorgangs grellbunte „aposematische“ oder Warnfarben herausgebildet, die sich das Raubtier gut merken und mit den unangenehmen Erfahrungen assoziieren kann, die es mit der betreffenden Art gemacht hat. Giftige, übelschmeckende oder sonstwie geschützte Tiere der verschiedensten Verwandtschaftsgruppen sind bei der „Wahl“ dieser Warnsignale auffallend oft auf Zusammenstellungen von Rot, Weiß und Schwarz verfallen und höchst merkwürdigerweise taten zwei Wesen, die außer ihrer wirklich „springgiftigen“ Angriffslust weder miteinander noch mit den erwähnten Giftwesen etwas gemein haben, genau dasselbe: die Brandente und die Sumatrabarbe. Von der Brandente ist seit langem bekannt, dass sie auf Raubtiere intensiv hasst und dem Fuchs den Anblick ihres bunten Gefieders so verekelt, dass sie ungestraft in bewohnten Fuchsbauten brüten kann. Sumatrabarben kaufte ich mir, weil ich mich fragte, wozu die Fischchen so ausgesprochen giftig aussähen, eine Frage, die sie mir sofort beantworteten, indem sie in einem großen Gemeinschaftsaquarium große Buntbarsche derart „mobbten“, dass ich die räuberischen Riesen vor den nur scheinbar harmlosen Zwergen schützen musste.
KONRAD LORENZ: DAS SOGENANNTE BÖSE - ZUR NATURGESCHICHTE DER AGGRESSION (1963)
HALTENDE FONEN
CONSILUS
Ein eigenartiger Schnalzlaut, bei dem die Zunge hinten an die obere Zahnreihe angedrückt und dann ruckartig zurückgezogen wird. Die Lösung der Zunge von den oberen Zähnen löst das eigenartige Geräusch aus, das etwas nach einem D, aber auch nach einem S zu klingt.
EXPECTUS
Man hält nach kurzer, heftiger Inspiration den Atem an und verharrt eine Zeit ohne Atembewegung. Der Brustkorb erweitert sich dadurch schneller als sonst in einem kurzen Ruck. Hörbar ist der Laut, der bei offenem Mund dem Hauchlaut des H gleicht, bei geschlossenem Mund aber durch ein blasendes Geräusch in der Nase erscheint. Die Luftwege bleiben in der Inspirationshaltung offen.
SOLUTUS
Es wird ein rasches erleichtertes Aufatmen sein, wenn mit Abschluss der Erwartungsspannung zugleich etwas Unangenehmes beseitigt ist. Er holt nach, was die Atmung wegen der Erwartungsspannung versäumt hat. Dazu gehört auch die mehr oder weniger lange Atempause vor dem Ausblasen.
MISERETUS
Eine der Silben wird unter besonderer Betonung des Ausgesagten gedehnt.
MITIGUS
Es handelt sich um einen Sch-Laut durch Anpressen der Zunge an den harten Gaumen bei abfallender Tonstärke. Im Englischen ist es ein fester Begriff durch das Hush, im Deutschen wird das Pst bevorzugt. In der freundlichen Form ist es eher hauchender Klang wie in Stille….
LAUTENDE FONEN
DEFESSUS
Ein hoher gepresster Laut, der an Tonhöhe und Lautstärke weiter ansteigt und dann nur wenig wieder abfällt.
IMPROBUS
Man beantwortet eine Aussage mit einem sehr kurzen A, das etwas an das französische à erinnert. Will man den Laut ganz in seiner ihm eigenen Gestalt finden, dann lache man völlig ungezwungen: Man bekommt dann im Ha-ha neben dem H. Man stellt fest, dass er wohl nach einem A hin klingt, aber auch nach einem E.
INFLAMMUS
Ein ausgesprochenes Geräusch ohne Klangelemente — ein heiserer, krächzender Laut, der dem Räuspern ähnelt. Dies entsteht in tiefer Stimmlage durch Vibrieren des weichen Gaumens, an den die Luft gepresst wird.
PURIFIKATUS
Einem Satz wird betont die Fone der Erregung unterlegt.
SINGULTUS
Die Laute der Spannung und der Ungläubigkeit werden verschmolzen, schnell und wiederholt ausgestoßen.
VOKALE FONEN
ALLICUS
Ein hoher Ton, der schnell ansteigt und dann langsamer herunter geht — die Betonung liegt auf der ersten Silbe, die zweite kann kurz gehalten sein oder auch etwas nachklingen.
CONVENUS
Der Laut beginnt nahe der unteren Stimmgrenze und steigt gleitend in die Höhe, um dann etwas abzufallen, bei geringerer Ausprägung nicht sehr weit; bei starker kann er eine Oktave durchschreiten.
DEPLORUS
Ein eigenartig singender Laut, der in größerer Höhe beginnt und gleitend abfällt, oft im Intervall einer ganzen Oktave.
INGURGITUS
Die Laute des ungläubigen kurzen A und der versetzten erlösenden Expiration werden verschmolzen und schnell und wiederholt ausgestoßen.
INVENTUS
Man reagiert auf eine Beobachtung mit einem knappen hohen I.
LASSITUS
Ein klangarmer kehliger Laut, der relativ hoch beginnt, dann rasch absteigt und dabei an Volumen und Fülle verliert.
MOLESTUS
Ein hoher gepresster Laut, der in der Tonhöhe noch ansteigt und schließlich wieder abfällt. Er beginnt um eine Oktave und mehr darüber und steigt sofort noch weiter an, etwa eine Terz, Quarte oder Quinte, um dann wieder zum Ausgangspunkt herabzusteigen. Die Lautstärke nimmt im Ansteigen ebenfalls zu.
PLORATUS
Die Laute der Unlust, der Ungläubigkeit und der Lösung werden verschmolzen, schnell und wiederholt ausgestoßen.
PROPERUS
Er schwillt an Tonstärke und Tonhöhe an, um dann wieder abzusinken. Die mittlere Tonhöhe liegt an der unteren Grenze des Stimmumfangs. Der Ton kann im Anschwellen der Tonstärke von hier aus um etwa eine Terz in die Höhe steigen, bei stärkerer Lust auch mehr. Er hat jedoch einen vollen Klang: Bei offenem Mund liegt er zwischen einem vollen A und einem O.
COMPLERUS
COMPLERUS
OBSTUPATUS
GAUDIUS
GAUDIUS
COMMENDATUS