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Concerto Grosso in D Major - Arcangelo Corelli
Arcangelo Corelli (1653-1713)
Arcangelo Corelli wurde am 17. Februar 1653 in Fusignano in Italien geboren. Ein Monat vor seiner Geburt starb sein Vater, so dass seine Mutter und seine vier Geschwister ihn allein aufzogen. Corelli erhielt seinen ersten Musikunterricht bei einem Priester in der Nachbarstadt Faenza. 1670 ging er nach Bologna und machte dort sein Musik-Studium, weshalb er lange den Beinamen Il Bolognese trug. Während seines Aufenthalts in Bologna wurde er möglichweise in die dortige Accademia Filarmonica aufgenommen.
Sowohl als Violinist wie auch als Komponist hatte Corelli weit über Italien hinaus beträchtlichen Einfluss. Als Komponist schrieb Corelli im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen ausschließlich Instrumentalmusik. Corellis Gesamtwerk erfreute sich nicht nur großer Beliebtheit, sondern auch weitreichender Verbreitung. Dies begründete Corellis europaweiten Ruhm sowie seinen Ruf als fähigster Violinist und Komponist seiner Zeit.
Corellis Werk umfasst insgesamt 48 Triosonaten, 12 Sonaten für Violine und Continuo sowie 12 Concerti grossi. Der geringe Umfang des Gesamtwerks liegt zum einen daran, dass Corelli anscheinend langsam komponierte, seine Werke ständig sorgfältig überarbeitete und sich als Komponist sehr hohe qualitative Maßstäbe setzte. Zum anderen war der Druck musikalischer Werke damals aufgrund des Notensatzes noch sehr umständlich und kostspielig.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Arcangelo_Corelli#/media/Datei:Arcangelo_Corelli,_portrait_by_Hugh_Howard_(1697).jpg
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The Arrival of the Queen of Sheba - Georg Friedrich Händel
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Er wurde am 23. Februar 1685 im Haus „Zum gelben Hirschen“, dem heutigen Händel-Haus in Halle (Saale) in Sachsen geboren. Seine Eltern hießen Dorothea Händel und Georg Händel. Sein Vater war ein berühmter Wundarzt der in den Diensten des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels arbeitete. Georg Friedrich Händel hatte zwei jüngere Schwestern, Dorothea Sophia und Johanna Christiana. Seine Kindheit und seine Jugend verbrachte er in Halle.
Georg Friedrich Händel hat im Laufe seines Lebens mehr komponiert als Bach und Beethoven zusammen. Er war erstaunlich produktiv und brauchte für eine Oper, die über drei Stunden dauerte, weniger als einen Monat. Ihm ging es vor allem um die Darstellung menschlicher Seelenzustände: Trauer, Klage, Lebensfreude. Händels Bühnenwerke handeln auch von Figuren aus der Geschichte und der antiken Mythologie. Er war auch ein guter Menschenkenner, weswegen er bei seinen großen Opern und Arien starke Emotionen bei seinen Zuhörern auslösen konnte. Er vereinte melodieseligen italienischen, tänzerischen französischen, strengen deutschen und hymnischen englischen Barockstil in seiner Musik. Sein Schaffen umfasst gut 600 Werke, darunter mehr als 40 Opern, mehr als 30 Oratorien und rund 100 Kantaten. Hinzu kommen Arien, Duette und Lieder, Orchesterwerke und Kammer- und Klaviermusik.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Friedrich_H%C3%A4ndel#/media/Datei:Georg_Friedrich_H%C3%A4ndel.jpg
Eine mögliche Unterteilung der Barockmusik ist: Frühbarock unter italienischer Dominanz (etwa 1600 bis 1650), Hochbarock mit bedeutenden französischen Einflüssen (etwa 1650 bis 1710) und Spätbarock mit Tendenz zur Vereinigung regionaler Stile (etwa 1710 bis 1750).
Mit allen musikalischen Mitteln versuchten die Komponisten und Musiker sogenannte "Affekte" auszudrücken, also menschliche Gefühle und Stimmungen. Melodien, Rhythmen und Klangfarben wurden diesem Ziel untergeordnet. Die Streich- und Blasinstrumente der Zeit waren nicht auf einen lauten und Raum füllenden Klang ausgelegt, sondern darauf ein möglichst breites Klangspektrum spielen zu können. Der Klang der Instrumente sollte an die menschliche Stimme erinnern.
Im Frühbarock entstand die Oper als neue Kunstform, die damals zur populären Unterhaltung gezählt wurde. Für viele Formen des musikalischen Zusammenspiels im Barock bildete der sogenannte Generalbass den Orientierungspunkt für die Musiker.
Viele der noch heute gebräuchlichen Instrumente wurden in der Barockzeit entwickelt. Streichinstrumente und auch Holzblasinstrumente klangen allgemein leiser, weniger strahlend und tragfähig, dafür aber weicher.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Barockmusik#/media/Datei:Musical_Company_by_Johannes_Voorhout_(1674).jpg
Was ist die Welt und ihr berühmtes Glänzen? Was ist die Welt und ihre ganze Pracht? Ein schnöder Schein in kurzgefaßten Grenzen, Ein schneller Blitz bei schwarzgewölkter Nacht, Ein buntes Feld, da Kummerdisteln grünen, Ein schön Spital, so voller Krankheit steckt, Ein Sklavenhaus, da alle Menschen dienen, Ein faules Grab, so Alabaster deckt. Das ist der Grund, darauf wir Menschen bauen Und was das Fleisch für einen Abgott hält. Komm, Seele, komm und lerne weiter schauen, Als sich erstreckt der Zirkel dieser Welt! Streich ab von dir derselben kurzes Prangen, Halt ihre Lust für eine schwere Last: So wirst du leicht in diesen Port gelangen, Da Ewigkeit und Schönheit sich umfaßt.
Die Welt. Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau 1679
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616-1679)
Als Sohn einer Patrizierfamilie in Breslau, wird Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau am 25. Dezember 1616 geboren.
Er kam aus der Ehe von Johannes Hoffmann und dessen erster Ehefrau Anna Nagel. In seinen späteren Jahren engagierte sich in der Breslauer Stadtpolitik und stieg zum Bürgermeister auf. Zu seinen Lebzeiten zirkulierten Hofmannswaldaus Gedichte meist als Manuskripte. Erst die posthume Veröffentlichung der Deutschen Übersetzungen und Gedichte im Jahr 1679 festigte seinen Ruf als einflussreichster Dichter seiner Zeit.
Bildquelle https://www.deutschelyrik.de/hoffmannswaldau.html
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein: Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden: Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden. Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
Es ist alles eitel. Andreas Gryphius 1663
Andreas Gryphius (1616-1664)
Er war des jüngsten Sohns des Archidiakons Paul Greif von Glogau und dessen Ehefrau Anna. Andreas Gryphius, geboren am 2. Oktober 1616 in Glogau, war ein deutscher Dramatiker sowie Dichter des Barock. Gryphius gilt als der bedeutsamste Dichter des deutschsprachigen Barocks, wobei zu seinem lyrischen Œuvre zahlreiche Sonette, Oden sowie Epigramme zählen und einige Trauer- und Lustspiele.
Häufige Erkrankungen mit der Drohung des Todes verdüsterten sein Leben; früh verlor er Vater und Mutter; von den 6 Kindern aus der 2. Ehe seines Stiefvaters hat keines die Geburt lange überlebt; er war Zeuge von Pestepidemien und Bränden, die Landstriche und Städte zerstörten, erlebte aus nächster Nähe Leiden und Zerstörung des Dreißigjährigen Krieges und litt unter der konfessionellen Verfolgung, die den Stiefvater und ihn selbst 1628 aus seiner Heimatstadt vertrieb.
Gryphius thematisierte in seinen Tragödien und Gedichten das Leid und den moralischen Verfall während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sowie die Unruhe, Einsamkeit und Zerrissenheit der Menschen. Daneben findet sich in seinen Werken der wiederholte Hinweis auf „Eitelkeit“, dass für die Epoche des Barocks typische Motiv der Vergänglichkeit allen menschlichen Schaffens und Strebens. Exemplarisch dafür sind Gryphius’ Gedichte Es ist alles eitel, Menschliches Elende oder Tränen des Vaterlandes von 1636, in welchem Gryphius eindringlich die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges behandelt.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Gryphius#/media/Datei:Andreas_Gryphius_1.jpg
Ich empfinde fast ein Grauen, dass ich, Plato, für und für bin gesessen über dir. Es ist Zeit hinauszuschauen und sich bei den frischen Quellen in dem Grünen zu ergehn. wo die schönen Blumen stehn und die Fischer Netze stellen! Wozu dienet das Studieren als zu lauter Ungemach! Unterdessen läuft die Bach unsers Lebens, das wir führen, ehe wir es inne werden, auf ihr letztes Ende hin: dann kömmt ohne Geist und Sinn dieses alles in die Erden.
Carpe diem. Martin Opitz 1624
Martin Opitz (1597-1639)
Als Sohn einer „wohlhabenden evangelischen Bürgerfamilie“ wurde Martin Opitz am 23. Dezember 1597 geboren. Seine Eltern, der Metzger Sebastian Opitz und dessen erste Ehefrau Martha Rothmann ermöglichten ihm eine solide humanistische Schulbildung, ein vollständiges Studium absolvierte er aber nie.
Martin Opitz war ein deutscher Dichter, einer der wichtigsten Theoretiker des Barocks und gilt als Begründer der Schlesischen Dichterschule. Er galt seinen Anhängern als Vater sowie Wiederhersteller der deutschen Dichtung. Er schuf mit seinem Buch von der Deutschen Poeterey (1624) die erste deutsche Regelpoetik und legte somit den Grundstein für die deutsche Dichtung des Barocks.
Seine Ode Carpe diem (1624) ist ein häufig angeführtes Beispiel für das Barock-Motiv “Carpe diem”. Sie erhielt ihren Titel erst in einem Nachdruck des 19. Jahrhunderts. Davor lautete sie “Ich empfinde fast ein Grauen”.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Opitz#/media/Datei:Painting_of_Martin_Opitz_by_Bartholom%C3%A4us_Strobel.jpg
Obwohl das Gedicht in der Barockzeit die beliebteste literarische Ausdrucksform war, wurden natürlich auch erzählende Texte verfasst, etwa Romane, Schwank, Satire oder Sprüche. Bekanntestes Werk ist hier der Schelmenroman Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen aus dem Jahr 1668. Er gilt als der erste Abenteuerroman. Ansonsten gab es im Barock viel nicht-fiktionale oder Sachliteratur: Reisebeschreibungen, Predigten und journalistische wie wissenschaftliche Werke.
Bildquelle https://stock.adobe.com/de/images/book-frontispiece-simplicius-simplicissimus-der-abenteuerliche-simplicissimus-teutsch-picaresque-baroque-novel-written-in-1668-by-hans-jakob-christoffel-von-grimmelshausen/333521774?as_campaign=ftmigration2&as_channel=dpcft&as_campclass=brand&as_source=ft_web&as_camptype=acquisition&as_audience=users&as_content=closure_asset-detail-page
Die Themen des Barock kommen vor allem in der Lyrik zum Ausdruck. Gedichte waren die beliebteste literarische Form dieser Zeit. Eine typische barocke Gedichtform ist das Sonett. Auch die Elegie, das Epigramm und die Ode gehören zu den führenden poetischen Formen des Barocks.
Das Sonett besteht aus 14 Verszeilen, die in vier Strophen eingeteilt sind: Auf zwei Quartette folgen zwei Terzette. Als Metrum ist ein sechshebiger Jambus üblich, der sogenannte Alexandriner.
Die Elegie hat eine melancholische, resignierende Grundstimmung und besteht nur aus Distichen, also Zweizeilern. Diese Zweizeiler setzen sich in der Regel aus Daktylen zusammen. Der Daktylus ist ein Versmaß.
Das Epigramm ist ein kurzes Sinn- oder Spottgedicht, das in verdichteter und pointierter Form eine Vielzahl von Gedanken ausdrücken kann. Daher ist er sehr kurz und knapp gehalten. Epigramme haben in der Regel eine antithetische Struktur: Die erste Zeile macht eine Aussage, die in den folgenden Zeilen widerlegt wird.
Die Ode ist eine Gedichtform mit einem besonders feierlichen und erhabenen Stil. Das liegt daran, dass sie ihren Ursprung im antiken Chorgesang hat und deshalb zu einer Melodie gesungen wurde.
Bildquelle https://abi.unicum.de/abitur/abitur-lernen/barock-merkmale
Die drei wichtigsten Motive des Barock sind "Carpe diem", "Memento mori" und "Vanitas", drei lateinische Ausdrücke. Sie beschreiben das Lebensgefühl der Menschen und setzen 10 sich mit der Angst und der Bedrohung durch den und im Krieg auseinander.
Carpe diem "Genieße den Tag" oder "Nutze den Tag" ist ein Aufruf, die Zeit des Lebens zu genießen und das Beste aus jedem Tag zu machen, anstatt nur zu "leben". Die ständige Angst vor dem Tod sollte einen nicht daran hindern, Mut zum Leben zu haben.
Memento mori "Sei dir der Sterblichkeit bewusst" steht für die Vergänglichkeit des Lebens und erinnert an die Unausweichlichkeit des Todes. Sie diente der Kirche als Warnung an alle Völker vor dem moralischen Verfall. Gleichzeitig war es auch ein Aufruf zur Selbstreflexion und zur Hinwendung zu Gott und zur Kirche.
Vanitas “Nichtigkeit” / ”Eitelkeit” / “Schein” zeigt die Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit des Menschen. Der Mensch ist machtlos und sollte nicht versuchen, das Unvermeidliche zu vermeiden, da es nicht in seiner Hand liegt.
Bild Quelle https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/sprachen-und-literatur/deutsch/unterrichtseinheiten/epoch2/barock
Weitere Informationen über den 30-jährigen Krieg und den historischen Kontext des Barocks findest du in diesem Video