Lieder für Stimme und Piano nach Gedichten von Annette von Droste-Hülshoff, Andreas Gryphius, Gertrud Kolmar und Joseph von Eichendorff. Der Gesang gedacht für alle Tonlagen.
Lieder von Andreas Nolte.
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Lieder für Stimme und Piano nach Gedichten von Annette von Droste-Hülshoff, Andreas Gryphius, Gertrud Kolmar und Joseph von Eichendorff. Der Gesang gedacht für alle Tonlagen.
Lieder von Andreas Nolte.
Look anywhere you want, the world is empty show.
What somebody builds today, someone else soon tears down;
Where a city now stands will be a grassy mound,
A place that only shepherds grazing their flocks will know.
Andreas Gryphius, "The Vanity of this World".
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein: Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden: Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden. Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
Es ist alles eitel. Andreas Gryphius 1663
Look anywhere you will, the Earth is empty show.
What someone builds today, another soon tears down;
Where now a city stands will be a grassy mound,
A place that only shepherds grazing their flocks will know.
What blooms so fair at daybreak, by noon is trampled low;
What bravely struts and strives, soon turns to ash and bone;
No substance lasts forever, no brass, no polished stone.
One moment fortune smiles, the next brings bitter woe.
Tales of our mighty deeds like dreams must fade away.
How then should Man—Time's plaything—ever hope to stay?
Oh think, what are those objects we prize beyond compare,
Mere shadows, dust, and wind—all worthless, false and vain;
Field flowers glimpsed in passing and never seen again!
For that which is immortal, no man seems to care.
Andreas Gryphius (1616-1664), “The Vanity of this World” (1637)
Lyrik: Gedichte gegen den Krieg und für den Frieden - zusammengestellt von Manfred Orlick
Lyrik: Gedichte gegen den Krieg und für den Frieden – zusammengestellt von Manfred Orlick
Lyrik: Gedichte gegen den Krieg und für den Frieden – zusammengestellt von Manfred Orlick Hördauer: 12 Minuten https://literaturradiohoerbahn.com/wp-content/uploads/2023/01/Lyrik-Gegen-den-Krieg-M-Orlick-upload.mp3 Auch wenn Gedichte keinen Krieg verhindern oder beenden und keinen Frieden schaffen können, aber mit ihnen können wir unsere Sprachlosigkeit über das Schreckliche und Unfassbare…
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Hello! Fellow le Carré fan here. I have been rereading the Smiley series during power shortages in Kyiv, which really puts the idea behind these books into perspective.
Do you have a theory of why George Smiley was so particularly passionate about German baroque poetry (from the top of my head, say, Andreas Gryphius)?
(My guess is that, in le Carré's opinion, this period of European literature was so overlooked, that Smiley's interest in it made him seem even more of an outsider in the eyes of a reader).
Hello, and whew, indeed; my imagination stutters before that experience. Much of Le Carré's work has a bleakly semi-prophetic echo in these times.
About German baroque poetry... you may be right about the (comparative, Anglophone) obscurity. But with Andreas Gryphius, particularly, I think there are several things going on. For one thing, he was from an area of East-Central Europe whose borders had been very recently altered and disputed. I suspect that Le Carré was making a point by having Smiley attached to a canonical German-language poet from the other side of the iron curtain (Głogów, Poland.) Also, for a baroque poet, Gryphius has a voice astonishingly apt to the anxieties of the 20th century. That's the Thirty Years' War for you, I suppose! And I don't mean to be flippant; I once took a seminar on the Thirty Years' War in German literature and it was brilliant. Anyway, have this conclusion of a sonnet:
Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn? Ach, was ist alles dies, was wir für köstlich achten,
Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind, Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't! Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.
Isn't that question Smiley's central one: is there any way for fragile humanity to survive "the game of time"? Also, I would argue that all of Le Carré's fiction, perhaps particularly the Smiley novels, is preoccupied with the problem of personal idealism in a world where slogans and life are cheap. (Parenthetically, I was astonished to revisit "Es ist alles eitel" and find so much of Rilke's "Herbsttag" in it.) And then there's this, from "Tränen des Vaterlandes":
Doch schweig' ich noch von dem, was ärger als der Tod, Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot: Daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.
One of the things that makes Le Carré's fiction so compelling to me is that he refuses to be silent about "that which is sharper than death, grimmer than plague and flame and famine," the ways in which widespread crisis threatens to bring about the death of the soul. And this is, of course, perhaps the chief reason I love George Smiley (sad, shabby, indomitable): because he refuses to look away from it as well.
Andreas Gryphius (1616-1664)
Er war des jüngsten Sohns des Archidiakons Paul Greif von Glogau und dessen Ehefrau Anna. Andreas Gryphius, geboren am 2. Oktober 1616 in Glogau, war ein deutscher Dramatiker sowie Dichter des Barock. Gryphius gilt als der bedeutsamste Dichter des deutschsprachigen Barocks, wobei zu seinem lyrischen Œuvre zahlreiche Sonette, Oden sowie Epigramme zählen und einige Trauer- und Lustspiele.
Häufige Erkrankungen mit der Drohung des Todes verdüsterten sein Leben; früh verlor er Vater und Mutter; von den 6 Kindern aus der 2. Ehe seines Stiefvaters hat keines die Geburt lange überlebt; er war Zeuge von Pestepidemien und Bränden, die Landstriche und Städte zerstörten, erlebte aus nächster Nähe Leiden und Zerstörung des Dreißigjährigen Krieges und litt unter der konfessionellen Verfolgung, die den Stiefvater und ihn selbst 1628 aus seiner Heimatstadt vertrieb.
Gryphius thematisierte in seinen Tragödien und Gedichten das Leid und den moralischen Verfall während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sowie die Unruhe, Einsamkeit und Zerrissenheit der Menschen. Daneben findet sich in seinen Werken der wiederholte Hinweis auf „Eitelkeit“, dass für die Epoche des Barocks typische Motiv der Vergänglichkeit allen menschlichen Schaffens und Strebens. Exemplarisch dafür sind Gryphius’ Gedichte Es ist alles eitel, Menschliches Elende oder Tränen des Vaterlandes von 1636, in welchem Gryphius eindringlich die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges behandelt.
Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Gryphius#/media/Datei:Andreas_Gryphius_1.jpg
Das besondere Gedicht
Es ist alles eitel
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reist jener morgen ein; wo jetztund Städte stehn, wird eine Wiese sein Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden. Was jetzt und prächtig blüht, soll bald zertreten werden, was jetzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden. Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn? Ach, was ist alles dies, was wir für köstlich achten, als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind; als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t! Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!
Andreas Gryphius (1616-1664)